Ortsbürgermeister Leefers zieht Bilanz

Klimaschutz vor Ort: Waffensen leistet seinen Teil

Ortsbürgermeister Hartmut Leefers leistet mit den Waffensenern einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz. Foto: Goldstein
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Ortsbürgermeister Hartmut Leefers leistet mit den Waffensenern einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz.

Waffensen - Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer haben sich gerade darauf geeinigt, dass sie bis 2050 Klimaneutralität erreichen wollen. Auch die Bundesrepublik hat bereits Klimaschutz-Maßnahmen ergriffen. Um die notwendige CO2-Einsparung zu erreichen, sind genauso die kleineren Kommunen gefordert. Auch Waffensen (860 Einwohner) will dazu beitragen, die festgesetzten Vorgaben zu erreichen. Im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung erzählt der Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (CDU), was die Ortschaft in der Vergangenheit, wenn auch damals noch ohne Blick auf den Klimawandel, bereits unternommen hat, zurzeit umsetzt und noch machen wird, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

In den Dörfern sind die Bürger näher an der Natur als die Menschen, die in einem städtischen Umfeld leben, so Leefers. „Das Pflanzen von Bäumen im öffentlichen und privaten Raum hatte bei unseren Bürgern schon in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert.“ Auch als die ersten Fotovoltaikanlagen in Deutschland Ende der 90er-Jahre populärer wurden, war Waffensen schnell mit dabei, die umweltfreundliche Stromerzeugung einzuführen. „Die Fotovoltaik-Technik dient der direkten Wandlung von einfallendem Licht in elektrische Energie. Wir Bürger haben damals eine Solarinitiative gegründet, und der Ortsrat hatte seinerzeit das Dach der Sporthalle zur Installation einer Anlage kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Viele Waffensener hätten im Laufe der Jahre ebenfalls solche Anlagen installiert. Später habe sich das Dorf zudem mit dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auseinandergesetzt. „Dabei haben wir festgestellt, dass der Eichenbestand ein Herausstellungsmerkmal Waffensens ist.“ Die Bürger hatten vor langer Zeit einen Eichenwald aus optischer und ökologischer Sicht angelegt. „Heute wissen wir, wie wichtig der Waldbestand als ,Sauerstoffspender’ auch für den Klimaschutz ist“, betont der Ortsbürgermeister.

Aber auch ein kleiner privater Windpark und die Biogasanlage im Dorf tragen zur Minderung der Treibhausgase bei. „In Neubaugebieten beschreiten wir in Waffensen neue Wege bei der Energieversorgung der Eigenheime und werfen damit einen Blick in die Zukunft.“ Im aktuellen Neubaugebiet werden zwölf Einfamilienhäuser, außerdem das Feuerwehrgerätehaus und der bald entstehende Bau der Diakonie-Sozialstation sowie ein Haus im Altbestand an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen. Die Anlage liefere eine elektrische Leistung von 20 Kilowatt (47 Kilowatt thermisch) und sei mit einem Spitzenlastkessel von 150 Kilowatt sowie einem Pufferspeicher ausgestattet. Die CO2-Einsparung betrage dann gut 30 Tonnen pro Jahr. „Das entspricht einem Waldflächenäquivalent von drei großen Fußballfeldern“, nennt Leefers Zahlen des Betreibers.

Das sei noch nicht das Ende der Fahnenstange der Bemühungen. Beim Mehrgenerationenhaus werden Leihfahrräder angeboten, um die Menschen zumindest innerorts zum Umsteigen aufs Fahrrad zu bewegen. Für weitere Fahrten wären zumindest E-Bikes erforderlich. „Wie und wann wir die Idee umsetzen, steht noch nicht fest.“ Allerdings hält auch der Bürgerbus aus Sottrum in Waffensen. Das sei auf alle Fälle eine Alternative, um nach Sottrum zu kommen, auch ohne das eigene Auto zu nutzen. Ein Anschluss an den Rotenburger Bürgerbus werde weiterhin angestrebt.

In Sachen E-Mobilität werde sich im Dorf etwas bewegen. „Uns schwebt der Gedanke vor, eine Car-Sharing-Kooperation zu organisieren, wenn die Diakonie-Sozialstation den Fuhrpark umstellt auf E-Mobilität“, erklärt Leefers.

Ein wichtiger Aspekt des Klimaschutzes ist, meint Leefers, dass Ersatzpflanzungen vorgenommen werden müssen, wenn Bauland geschaffen wird. Dabei gelte das Verhältnis: drei neue Bäume für eine Fällung.

In Waffensen sei schon immer etwas für den Umwelt- und Klimaschutz getan worden. „Wir haben das Thema im Ortsrat bisher nicht debattiert“, erklärt der Ortsbürgermeister daher. Es gebe aber eine Agenda-Arbeitsgruppe, die solche Themen anpackt und den Waffensener Naturschutzbund.

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