VW-Autohäuser in der Region loben fairen Umgang der Kunden während der Abgas-Affäre

„Die positive Quittung“

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Die Lage bei Volkswagen ist derzeit eher trüb – die Händler vor Ort allerdings berichten, dass die Kunden zwar kritisch sind, aber zur Marke halten.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Volkswagen in der Krise? „Die Situation ist großer Mist“, sagt Jürgen Jakobs-Hadasch, Geschäftsführer bei Schmidt und Koch in Rotenburg. Doch wie seine Kollegen der anderen VW-Autohäuser in der Region bleibt er angesichts des Abgas-Skandals grundsätzlich gelassen. Die Kunden seien zwar teilweise verunsichert, aber sie halten zur Marke. Und auch wenn es mit der Aufklärung mitunter schleppend verlaufe: „Das Vertrauen zu VW baut der Händler vor Ort auf. Dafür bekommen wir nun die positive Quittung.“

Fünf VW-Händler gibt es in Rotenburg, Sottrum, Scheeßel und Visselhövede. Diese stehen als Mittler zwischen dem Konzern und dem Endkunden. Eine Rolle, die insbesondere angesichts aktuell viele ungelöster Probleme nicht ganz einfach ist. Das weiß auch Rieke Hesse, Geschäftsführerin des Autohauses in Sottrum: „Wir müssen dem Hersteller vertrauen, dass er es gerade zieht.“ Doch das gehe nicht sofort. „Ein Schnellschuss hilft nicht.“ Die Kunden würden in den kommenden Wochen direkt vom Konzern informiert, ob auch ihr Fahrzeug betroffen sei und möglicherweise umgerüstet wird. Wegen des VW-Abgas-Skandals sind wohl bei 540000 Diesel-Fahrzeugen in Deutschland größere technische Änderungen als nur ein Austausch der manipulierten Software nötig. Diese Zahlen hat in dieser Woche das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitgeteilt. Das KBA hat einen verbindlichen Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge angeordnet, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle. Europaweit sind insgesamt etwa 8,5 Millionen Dieselautos von der Affäre um geschönte Stickoxid-Emissionswerte betroffen, weltweit rund 11 Millionen. Die Großaktion soll laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Januar starten und dürfte sich bis zum Jahresende hinziehen.

„Wir arbeiten es peu à peu ab“, betont Rieke Hesse. Zu großer Eile bestehe keine Notwendigkeit: „Das Auto läuft jetzt und wird auch später laufen.“

Das scheint auch bei den VW-Fahrern die überwiegende Denkweise zu sein. „Die Kunden sind völlig entspannt“, sagt Dirk Meyer-Clark, Geschäftsführer bei Wandler in Visselhövede. „Es geht niemand auf die Barrikaden.“ Dem stimmt Torsten Meyer vom Autohaus Holst in Scheeßel zu: „Unsere Kunden begegnen uns in diesen Wochen eher verständnisvoll und mitfühlend. Unsachliche Kundengespräche erlebt unser Team äußerst selten.“ Und auch wenn die Autohäuser selbst auf viele Fragen noch keine Antworten haben, so könnten sie in gewissen Punkten doch weiterhelfen. Meyer: „Wir können prüfen, ob die Fahrzeuge für die Rückrufaktion vorgesehen sind. Uns selbst liegen jedoch auch noch keine Informationen vor, wann welche Arbeiten durchgeführt werden können.“

Dennoch laufen die Vorbereitungen, da die Händler davon ausgehen, dass VW im Januar beginnt, die Fahrzeuge auszubessern. Das Personal in manchen Werkstätten wird aufgestockt, zusätzliche Prüfgeräte wurden angeschafft. Angst, sagt Rieke Hesse, habe keiner vor der Situation. Jakobs-Hadasch: „Gemeinsam mit VW werden wir das Problem so lösen, dass jeder Kunde zufrieden ist.“ Und dann, so die Autohaus-Chefs, werde auch eine mögliche Kaufzurückhaltung schnell wieder passé sein. Bislang, ist aus Rotenburg zu vernehmen, habe auch noch niemand damit gedroht, das Fabrikat zu wechseln...

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