Vorstand der Stadtkirchengemeinde lässt sich von Einbruch nicht einschüchtern

Auch in Zukunft offen und verlässlich

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Das blaue Signet zeigt an: Diese Kirche ist offen und verlässlich. Das soll sich auch künftig nicht ändern, betonen Hilmer Drögemüller (v. l.), Sabine Krüger und Susanne Briese.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Seit dem Einbruch in der vergangenen Woche waren die Türen der Rotenburger Stadtkirche geschlossen – für die polizeilichen Ermittlungen und um den ersten Schock zu verdauen. Doch ab Montag soll das Gotteshaus wieder für Besucher geöffnet sein. „Wir lassen uns nicht schrecken“, sagt Hilmer Drögemüller, Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

In der Nacht zum 9. September waren Einbrecher in die Kirche eingedrungen und hatten einen Tresorwürfel gestohlen, in dem sich das Altargeschirr und eine Mikrofonanlage befanden. Zudem rissen sie Seiten aus einer historischen Bibel und verteilten diese auf dem Altar. Sie beschädigten Kerzen und Lampen, indem sie mit einer Softair-Waffe schossen. Auch im Gästebuch hinterließen sie Schmierereien.

„Wir waren natürlich geschockt von dem Einbruch“, sagte Superintendentin Susanne Briese gestern. „Aber wir vertrauen in Zukunft darauf, dass den Menschen ihre Kirche heilig ist und sie sie in Ehren halten.“ Deshalb werde sich die Gemeinde nicht einschüchtern lassen, sondern das Gotteshaus ab Montag wieder tagsüber öffnen. Nur nachts und im Winter bleiben die Türen geschlossen.

„Es ist uns wichtig, dass die Menschen zu jeder Tageszeit hier zur Besinnung kommen können, dass sie Ruhe finden“, erklärte Drögemüller. Das blaue Signet rechts neben der Eingangstür zeuge davon. An diesem Zeichen, das viele Kirchengebäude in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover ziert, erkennen Gäste: Hier ist ein Gotteshaus verlässlich offen. Auch Videokameras zur Überwachung seien laut Drögemüller kein Thema.

Der Vorsitzende zeigte sich erfreut darüber, dass die Polizei nach dem Einbruch schnell erfolgreich war. Bei drei Rotenburgern im Alter von 19, 20 und 22 Jahren waren das gestohlene Altargeschirr und die Mikrofonanlage gefunden worden. Die Ermittlungen laufen. „Ich bin unendlich dankbar, dass vor allem das Abendmahlgeschirr wieder da ist“, sagte Pastorin Sabine Krüger erleichtert. „Es stammt aus dem 17. und 19. Jahrhundert und ist einfach unersetzlich. Wenn ich nur daran denke, welche Sorgen und Gebete an dem Geschirr hängen. Das hätte mir das Herz gebrochen, wenn es abhanden gekommen wäre.“ Drögemüller betonte in diesem Zusammenhang, dass zu keinem Zeitpunkt Geld in der Stadtkirche aufbewahrt werde.

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