Vorsitzender der SG Unterstedt erhält Drohbrief und setzt 1000 Euro Belohnung aus

„Lieber Herr Hölldobler…“

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Ein Brief mit fragwürdigem Inhalt ist bei Werner Hölldobler eingetroffen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Werner Hölldobler teilt schon mal verbal aus, und er kann einstecken – doch das geht ihm zu weit: Der Vorsitzende der SG Unterstedt und CDU-Ortsratsmitglied hat vor zwei Wochen einen Drohbrief per Post zugestellt bekommen. Jetzt macht er diesen Vorfall publik.

Hintergrund: Hölldobler hatte sich im Fall des 72.000-Euro-Zuschusses, den der Rotenburger SV (RSV) im Zuge der Übertragung des Umkleidegebäudes im Ahe-Stadion an die Stadt erhalten soll, kritisch in der Öffentlichkeit geäußert – auch per Leserbrief in unserer Zeitung. In der vergangenen Woche hatte der Rat der Stadt Rotenburg mit großer Mehrheit entschieden, dass der Rotenburger SV den Betrag unter bestimmten Auflagen erhalten wird und das Gebäude in den Besitz der Stadt übergeht. „Ich hatte gehofft, die Ratsmitglieder stimmen dagegen“, sagt Hölldobler und erklärt damit auch, warum er das an ihn adressierte Schreiben nicht vorher schon öffentlich gemacht hatte. Abgestempelt wurde das Schriftstück am 9. November im Briefzentrum Bremen, mit dem typischen Stadtmusikanten-Stempel.

„Lieber Herr Hölldobler“, beginnt der anonyme Schreiber noch sehr freundlich den handschriftlich verfassten Brief, wird dann aber schon deutlicher: „Sie schießen sich ja richtig auf den RSV ein. (…) Sie möchten dem RSV die Luft für die Zukunft nehmen.“ Und dann wird der Tonfall noch deutlich schärfer: „Ich rate Ihnen, die Füße recht still unter den Tisch zu halten. Sonst sollte Ihre Vergangenheit einmal öffentlich durchleuchtet werden. Dort sind bestimmt einige schwarze Flecken zu finden. Letztlich sind Sie auch nur ein Gangster unter vielen. Seien Sie in Zukunft etwas ruhiger und keiner wird etwas erfahren.“ Hölldobler, der selbst einen Wachdienst und eine Detektei betreibt, hat zwar bislang keine Anzeige erstattet, betont aber auch: „Ich werde die Füße nicht still halten.“

Er hofft vielmehr, den Verfasser aufgrund des Schriftbildes zu ermitteln und setzt sogar eine Belohnung für entscheidende Hinweise aus: „Dafür gebe ich 1000 Euro und auch mehr“, verspricht er.

„Ich habe ihm gesagt, er soll die Polizei einschalten“, erklärte Paul Metternich, Sicherheitsbeauftragter des RSV und betont: „Das geht entschieden zu weit und wir distanzieren uns davon. Es wäre ein Skandal und höchst unmoralisch, wenn jetzt auf einmal der RSV in die schreckliche Geschichte reingezogen würde. Wobei man auch befürchten muss, dass es ein Trittbrettfahrer oder dümmlicher Intrigant sein könnte, der es provoziert, Streit und Unruhe in den Sport zu bringen.“

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