Der Vorhang senkt sich

York Buchholtz, erster Kommandeur des Jägerbataillons 91, verlässt Rotenburg

+
Beim Bataillonsappell am späten Donnerstagnachmittag schritt Buchholtz zusammen mit dem Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Ullrich Spannuth (l.), die Formation der rund 700 angetretenen Soldaten des Jägerbataillons 91 ab.

Rotenburg - Von Guido Menker. Nach drei Jahren, drei Monaten und fünf Tagen bekommt das 2015 in der Rotenburger Lent-Kaserne geschaffene Jägerbataillon 91 einen neuen Kommandeur. York Buchholtz hat sich am späten Donnerstagnachmittag im Beisein von Familie, Freunden und einer Reihe von Ehrengästen von seinen Soldaten verabschiedet. „Der Vorhang senkt sich für mich“, sagte der Oberstleutnant, der künftig im Ministerium in Bonn arbeiten wird. Sein Nachfolger ist Oberstleutnant Maik Münzner.

„Der Vorhang senkt sich – zumindest für mich. Das war’s“, erklärte Buchholtz mit Blick auf die rund 700 angetretenen Soldaten – unter ihnen auch die Ehrenformation, angeführt vom Heeresmusikkorps Hannover. „Ich hatte die Ehre, Euer Kommandeur zu sein“, so Buchholtz. Es sei eine erfüllende und herausfordernde Zeit gewesen. „Gemeinsam haben wir unser Bataillon aufgestellt.“ Wenn er zurückblicke auf den ersten Bataillonsappell am 15. Juni 2015 – ohne Bataillonswimpel, ohne Truppenfahne, ohne Kompaniewimpel, ohne Kompanienummer, ohne eigene Geschichte, ja sogar ohne Beschallungsanlage – und sehe, „was wir seitdem erreicht haben, und sehe, was hier heute steht, sehe, wie wir die Dinge getan haben, die getan werden mussten, dann sagen wir zurecht: Darauf sind wir stolz!“ Wesentliche Leistung sei gewesen, den Geist und den Charakter der Truppe zu formen und zu erziehen. Zum Kommando-Wechsel war Brigadegeneral Ullrich Spannuth als Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 gekommen, zu der das Jägerbataillon 91 gehört.

Das Heeresmusikkoorps Hannover spielt zum Appell auf.

 „Herr Oberstleutnant Buchholtz: Sie waren ein ausgezeichneter Kommandeur! Ich danke Ihnen!“, sagt er. Wer eine Lehrstunde in Sachen „Führen von vorn“ nötig gehabt hätte, „der hätte in den letzten drei Jahren hier vorbeischauen sollen.“ Für viele Verbände sei ein Kommandowechsel etwas ganz Normales, ein Wechsel von vielen eben. Doch für den scheidenden Kommandeur sei dieser Tag etwas ganz Besonderes. Spannuth: „Hier hängen Emotionen, Dienstzeit, ja Lebenszeit an dieser Verwendung.“ Und nun gebe nicht irgendein Kommandeur das Kommando ab, sondern der erste dieses Verbandes. Buchholtz habe stets auf die Chancen, die Möglichkeiten und den Gestaltungsspielraum geschaut, die mit dieser Aufgabe des „Ersten“ Kommandeurs einhergingen – mit klarem inneren Kompass, aufrecht und mit höchster fachlicher Kompetenz. Und er habe mit kommunaler Empathie, die Integration dieses neuen Verbandes in die Stadt Rotenburg vorangebracht.

Zum Appell sind rund 700 Soldaten angetreten.

Genau darauf wies beim anschließenden Empfang im Casino auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hin, der neben Landrat Hermann Luttmann (CDU) zu den Ehrengästen zählte. Weber überreichte Buchholtz zum Abschied nicht nur eine Sammlung gemeinsamer Fotos, sondern dazu auch noch den Rotenburg-Teller.

Brigadegeneral Ullrich Spannuth (M.) verabschiedet Kommandeur York Buchholtz (r.). Buchholtz wechselt in das Verteidigungsministerium und übergibt das Kommando des Jägerbataillons 91 an Maik Münzner. - Fotos: Menker

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Furcht vor Brexit-Chaos: EU will May helfen - aber wie?

Furcht vor Brexit-Chaos: EU will May helfen - aber wie?

Fotostrecke: Werder feiert Weihnachten

Fotostrecke: Werder feiert Weihnachten

Schnelle Rennen auf Salz und Sand

Schnelle Rennen auf Salz und Sand

Dramatische Lage im Jemen: Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Dramatische Lage im Jemen: Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Meistgelesene Artikel

Großbrand bei Fahrzeug- und Maschinenhersteller Alga richtet Millionenschaden an

Großbrand bei Fahrzeug- und Maschinenhersteller Alga richtet Millionenschaden an

Umbau oder Neubau?

Umbau oder Neubau?

Ein neuer Pastor für Scheeßel

Ein neuer Pastor für Scheeßel

Überpflügte Wege: Jetzt drohen Strafen

Überpflügte Wege: Jetzt drohen Strafen

Kommentare