Mit Vorbildcharakter

Landkreis platziert in Rotenburg den zweiten Tagespflege-Vertretungsstützpunkt

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Nicola Röhrs (v.l.), Fatima Kamke, Sandra Schmidt und Hermann Luttmann freuen sich mit drei Kindern über die gelungene Einrichtung des Stützpunktes an der Gerberstraße. Es ist der zweite dieser Art im Landkreis Rotenburg.

Rotenburg - Von Guido Menker. Immer wieder erreichen das Jugendamt des Landkreises Rotenburg Anfragen aus allen Ecken Deutschlands. Es muss sich weit über die Region hinaus herumgesprochen haben, dass es bereits seit drei Jahren in Zeven einen Tagespflege-Vertretungsstützpunkt gibt. Was dort zunächst als Pilotprojekt gestartet wurde, hat sich inzwischen zu einer festen Einrichtung etabliert – und jetzt kommt zum 1. August der zweite Stützpunkt dieser Art in der Kreisstadt dazu.

In der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Pestalozzischule an der Gerberstraße eröffnet der Landkreis den zweiten Tagespflege-Vertretungsstützpunkt. Dort können Eltern aus den Städten Rotenburg und Visselhövede sowie aus der Gemeinde Scheeßel und aus den Samtgemeinden Bothel und Sottrum ihre Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren kurzfristig betreuen lassen. Auch Eltern, die beispielsweise in der Nähe des Tagespflegestützpunktes arbeiten, können das Angebot in Anspruch nehmen, erklärt Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier. Der Stützpunkt springe ein, wenn die eigene Tagesmutter krankheitsbedingt ausfällt oder im Urlaub ist und die Eltern die Betreuung der Kinder nicht selbst übernehmen können. „In Zeven haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Sandra Schmidt, Bereichsleiterin für die Fachberatung in diesem Bereich, bei der Präsentation der Räume. Der Stützpunkt in Zeven sei gut ausgelastet und werde viel nachgefragt. Schmidt: „Er hat sich etabliert.“

Kein Wunder, schließlich bieten die dort tätigen, qualifizierten Tagespflegepersonen bei Bedarf kurzfristig eine flexible, gleichwertige Betreuungsmöglichkeit für ihre Tageskinder an. In Rotenburg übernimmt diese Aufgabe Fatima Kamke. Fünf Tagespflegeplätze stehen zunächst zur Verfügung. „Aber wir möchten das Angebot gerne ausweiten und zehn Plätze schaffen“, sagt Nicola Röhrs vom Jugendamt des Landkreises. Dafür müsste allerdings erst noch eine weitere Tagesmutter gefunden werden, die sich für diese Aufgabe bereitstellt.

Seit sieben Jahren als Tagesmutter tätig

Fatima Kamke kennt sich aus mit der Arbeit. Bereits seit sieben Jahren ist sie als Tagesmutter tätig. Zwischendurch hat sie darüber hinaus eine Kinderpflege-Ausbildung absolviert. „Durch meine eigenen Kinder bin ich dazu gekommen, denn ich habe damals auch eine Betreuungsmöglichkeit gesucht und mich dann entschieden, zu Hause zu bleiben – dann habe ich fünf Kinder betreut.“ Zuvor musste sie allerdings erst einmal eine Qualifizierungsmaßnahme durchlaufen, die 160 bis 560 Stunden umfasst. Zurzeit sind im Landkreis 85 Tagesmütter tätig. Zwei Tagesväter gibt es auch schon.

„Familienfreundlichkeit ist eines der wichtigsten Ziele in der Politik bei uns im Landkreis“, erklärt Landrat Hermann Luttmann (CDU) bei einem Besuch in der ehemaligen, inzwischen aber entsprechend hergerichteten Hausmeisterwohnung. „Wir wollen ein bedarfsgerechtes Angebot schaffen, und wenn die Nachfrage auch hier entsprechend groß ist, wird der Stützpunkt auch auf Dauer im Angebot sein.“ Mit der Möglichkeit, den Stützpunkt zu nutzen, erhalten insbesondere berufstätige Eltern mehr Sicherheit bei der Kinderbetreuung. Und das an fünf Tagen in der Woche bei bis zu acht Stunden. Die Einrichtung des Stützpunktes hat 52. 000 Euro gekostet – 32. 000 Euro kamen vom Land.

Das Interesse an dieser Einrichtung ist inzwischen groß: „Wir bekommen Anrufe aus Cuxhaven, aber auch aus dem Schwarzwald“, sagt Sandra Schmidt. Ob der Tagespflegestützpunkt aber auch schon Schule gemacht hat, weiß sie nicht. Luttmann: „Das hängt auch sehr von den örtlichen Strukturen ab.“

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