MEIN BUCH UND ICH Kristin Stüring schreibt Romane und Drehbücher

Von Schutzengeln und Film-Träumen

Kristin Stüring schreibt die Texte auf dem Notebook im heimischen Wohnzimmer.
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Kristin Stüring schreibt die Texte auf dem Notebook im heimischen Wohnzimmer.

Mulmshorn – „Es regnet immer noch, das geht jetzt schon fünf Wochen so. Ich sitze vor meinem Fenster und starre in den grauen Himmel. Dicke Tropfen fallen auf die Erde.“ Mit diesen Sätzen beginnt das Erstlingswerk „Irgendwann sehen wir uns wieder“ der Mulmshornerin Kristin Stüring, das sie unter ihrem Mädchennamen Kristin Pluskota 2015 veröffentlicht hat.

„Ich träume nachts und dann ist eine Geschichte im Kopf“, berichtet Kristin Stüring. Als sich die heute 37-Jährige an das Notebook im heimischen Wohnzimmer setzte, um die Geschichte festzuhalten, war das Ende noch offen. „Das hat sich erst im weiteren Verlauf ergeben“, erzählt sie. Im Mittelpunkt des Fantasy-Romans „Irgendwann sehen wir uns wieder“ steht die Protagonistin Sophie, die halb Mensch und halb Schutzengel ist, und sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern macht.

Um auch anderen Menschen die Gelegenheit zu geben, Sophie kennenzulernen, selbst dabei aber kein finanzielles Risiko einzugehen, entschied sich Kristin Stüring für eine Vermarktung, bei der erst mit der Kundenbestellung das Exemplar gedruckt wird. Die Gestaltung des Covers übernahm ihre Nichte Lea-Alica Gumbold. Auch für das Buch „Sternenmädchen funkeln ewig“ (2016), das sich um die 16-jährige Lia dreht, die erneut an Leukämie erkrankt ist, übernahm Gumbold das Titelbild. „Das hat sie klasse gemacht“, lobt Stüring ihre Nichte.

Nach den beiden Buch-Veröffentlichungen hat die Hobbyautorin, die auch als freie Mitarbeiterin für die Rotenburger Kreiszeitung schreibt, derzeit ihren Fokus auf anderes Metier gelegt: Drehbücher. „Ich schaue sehr gerne Filme“, verrät sie und erklärt: „Dabei achte ich auf andere Dinge als wohl die meisten Menschen, denn mich interessiert, was die Autoren sich dabei gedacht haben.“ Die Informationen, wie ein Drehbuch geschrieben wird, holte sie sich aus dem Internet. „Man muss sich erst reinfuchsen“, sagt Stüring. Geholfen habe ihr dabei auch, dass im Internet einige Drehbücher des Krimis „Tatort“ zu finden sind.

Drei eigene Filmvorlagen sind so in den vergangenen Jahren entstanden. Inzwischen ist ein weiteres Drehbuch dazugekommen, das vielleicht umgesetzt werden könnte. Dabei geht es um eine Frau, die alles andere als eine schöne Kindheit hatte, und sich weit entfernt ein neues Leben aufbaut. Nach dem Tod ihres Vaters, der ihr Geld und Briefe hinterließ, kehrt sie zurück in ihre Vergangenheit. Das rund 120 Seiten starke Drehbuch fasste Stüring zu anderthalb Seiten Exposee zusammen. „Wichtig ist es, das Drehbuch beispielsweise durch den Versand per E-Mail an einen Freund zu hinterlegen. So kann man, falls jemand die Idee kopiert, die eigenen Urheberrechte beweisen“, weiß die Autorin.

Die Kontaktdaten der Produzenten fand sie im Internet und rief dort an. Dabei gab es fast immer nette Worte der Gesprächspartner und die Ermunterung, das Exposee einzureichen. „Ich werde es dann zeitnah losschicken und auf ein positives Feedback hoffen“, so die Mulmshornerin, die sich sehr über eine Produktion freuen würde. Aber auch so ist die ganze Familie – einschließlich Ehemann Malte – mächtig stolz auf die 37-Jährige.

Dass sie eines Tages Bücher und vielleicht sogar ein Drehbuch veröffentlicht, hätte die gebürtige Hemsbünderin früher nie geglaubt. „Meine Eltern haben immer gesagt, dass ich in der Schule für mich selbst lerne“, erinnert sie sich. Heute bedauert sie, dass sie damals nicht ehrgeiziger war. „Ich hätte gerne eine Laufbahn in Richtung Literatur eingeschlagen. Das Studium wäre sicherlich sehr hilfreich gewesen“, meint die gelernte Zahntechnikerin, die sich nach der Geburt ihrer Kinder (zwei Jahre und sieben Monate) in Elternzeit befindet.

Übrigens: Unter den Drehbüchern, die sich auf dem Laptop von Kristin Stüring befinden, ist auch eine Vorlage für einen „Tatort“.

Die Bücher

Irgendwann sehen wir uns wieder (2015):

ISBN 978-3737556873

Sternenmädchen funkeln ewig (2016):

ISBN 978-3741873256

Beide sind als Taschenbuch oder Kindle zu beziehen.

Von Antje Holsten-körner

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