Gebühren und Honorare steigen zum Herbstsemester

Volkshochschule wird teurer

Michael Burgwald als Leiter der VHS-Rotenburg hält die beschlossene Gebührenerhöhung für vertretbar. Foto: Menker
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Michael Burgwald als Leiter der VHS-Rotenburg hält die beschlossene Gebührenerhöhung für vertretbar.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Stadt Rotenburg erhöht zum Herbstsemester die Gebühren für die Angebote der Volkshochschule (VHS). Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. „Zur Erhaltung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Volkshochschule ist eine Erhöhung der Gebühren notwendig“, heißt es in der Sitzungsvorlage, aus der sehr detailliert die einzelnen Veränderungen hervorgehen.

Mit den Gebühren hebt die Stadt auch die Honorare für die Dozenten an. Diese bekommen fortan einen Mindestsatz von 20 Euro pro Unterrichtsstunde – zurzeit liegt dieser Satz bei 18,50 Uhr. Im Bereich des zweiten Bildungsweges steigen die Honorare pro Unterrichtsstunde je nach Fachbereich um einen oder um 1,50 Euro. „Diese Erhöhung war unsere Grundintention“, erklärt VHS-Chef Michael Burgwald im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Eine Anhebung der Honorare ist längst überfällig.“ Die letzte Erhöhung habe es vor sechs Jahren gegeben. „Das wird jetzt nicht sehr viel mehr, aber damit befinden wir uns dann auf dem Niveau der umliegenden Volkshochschulen“, sagt Burgwald. Die Anpassung sei auch erforderlich, um weiterhin den Bedarf der Volkshochschule an qualifizierten Dozenten sicherzustellen.

Mit dieser neuen Honorarordnung geht mit Beginn des nächsten VHS-Semesters allerdings auch die Erhöhung der Gebühren einher. Im sogenannten offenen Kursangebot zahlen die Teilnehmer künftig 2,90 statt bisher 2,55 pro Unterrichtsstunde. Im EDV-Bereich steigt die Stunden-Gebühr von jetzt 3,55 auf künftig 3,90 Euro pro Stunde. Drastischer steigen die Gebühren im Bereich des zweiten Bildungsweges. Für die Teilnahme an der einjährigen Tagesrealschule sind künftig 78 Euro pro Monat und Teilnehmer auf den Tisch zu legen – bisher mussten sie 30 Euro pro Monat zahlen. Der Preis für die anderthalb Jahre laufende Abendrealschule steigt von 30 auf nun 40 Euro pro Monat, der der neunmonatigen Abendhauptschule von 20 auf 30 Euro pro Teilnehmer und Monat. Zugleich hebt die Stadt die Anmeldegebühr für den zweiten Bildungsweg um zehn auf dann 50 Euro an. Burgwald: „Mit diesem Geld finanzieren wir vor allem die Lehrmittel.“

Stadt unterstützt Ehrenamt

Die Stadt unterstützt das ehrenamtliche Engagement, und die Volkshochschule Rotenburg war eine der ersten Einrichtungen, die mit Einführung der niedersächsischen Ehrenamtskarte umfassende Ermäßigungen von 50 Prozent für alle Kurse und Veranstaltungen der VHS gewährt hat. Das ist vorbei. Da die Gewährung von Ermäßigungen im Kursbereich zum Teil zu negativen Deckungsbeiträgen führt, und um diese Defizite zu vermeiden, soll die Ermäßigung zukünftig nur noch für Kulturveranstaltungen der VHS gelten. Dadurch soll auch weiterhin die Wertschätzung für das hohe gesellschaftliche Engagement der Ehrenamtlichen zum Ausdruck kommen, erklärte die Stadtverwaltung im Stadtrat.

Die Volkshochschule finanziert sich aus drei verschiedenen Quellen: So gibt es zum Beispiel Geld vom Land. Aber: „Dieser Betrag ist seit 15 Jahren nicht mehr erhöht worden“, so Burgwald. Für dieses Jahr sei eine Anhebung von acht Prozent vorgesehen gewesen – herausgekommen seien dabei allerdings nur drei Prozent mehr. Der VHS-Leiter: „Das reicht nicht aus.“

Gebühren 15 Jahre lang stabil

Die zweite Finanzierungsquelle ergibt sich aus den Gebühren, die die Teilnehmer der Angebote zahlen. Diese Gebühren waren jetzt 15 Jahre lang stabil – und das bei steigenden Kosten, wie sie überall zu verzeichnen sind. Und wenn dann unter dem Strich das Geld nicht reicht, um die Kosten zu decken, greift die Stadt in ihre Kasse, um das Defizit auszugleichen. „Das hat sich zuletzt bei 100.000 bis 120.000 Euro eingependelt“, weiß Burgwald. Zwar habe die VHS zuletzt ein Plus erwirtschaftet, aber das habe einzig und allein an den vielen Deutschkursen für die Geflüchteten gelegen. Damit verbunden gewesen sei allerdings auch ein deutlich erhöhter Aufwand. Burgwald: „Das alles wird sich schon bald wieder normalisieren.“

Was ihm besonders wichtig ist: Die Ermäßigungen in Höhe von 75 Prozent für sozial Schwache sowie von 50 Prozent für Stunden, Schüler und FSJler und Auszubildende bleiben erhalten. Die Gebührenerhöhungen hält er für „vertretbar“.

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