Virenbekämpfung, wo sie Sinn macht

Kreistagsausschuss schmettert Grünen-Antrag zum Einbau von UV-Filtern ab

Reicht eine Maske oder sollten die Busse besser mit Filtern ausgestattet werden?
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Reicht eine Maske oder sollten die Busse besser mit Filtern ausgestattet werden?

Rotenburg – UV-Filter für Busse im Linien- beziehungsweise im Schülerverkehr einsetzen, um damit dem Virus ein Schnippchen zu schlagen? Was im Oldenburger Land durchaus schon zur Anwendung komme, sollte doch auch im Landkreis Rotenburg möglich sein. So sieht es jedenfalls Reinhard Bussenius, Grünen-Abgeordneter im Kreistag. Sein Antrag, die Kreisverwaltung möge mit der Umrüstung solcher Filter oder ähnlichen Apparaturen beauftragt werden, vereinsgeführte Bürgerbusse sollten darüber hinaus zwecks Anschaffung eine Förderung erfahren, fiel im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr jetzt aber komplett durch.

Angelika Dorsch (SPD) etwa sah das Kernproblem darin, dass eine Ausstattung Aufgabe der Busunternehmen und nicht des Landkreises sei. „Ihnen vorzuschreiben, einen speziellen Filter einzubauen, steht uns gar nicht zu.“ Von einer Diskrepanz zwischen gefühlter Sicherheit und wissenschaftlichen Belegen sprach Rainer Sommermann (parteilos): Die geringste Gefahr ist im öffentlichen Nahverkehr.“ Aus Sicht von Jens Behrens (CDU) sei der Antrag ein bisschen Aktionismus: „Andere machen das, wir müssen draufspringen.“ Das Infektionsgeschehen im Kreis sei jedenfalls keinesfalls auf die Buslinien zurückzuführen, sondern habe mit gewissen Clustern seine Ursache woanders. „Wenn ich höre, dass wir mehr Busse auf die Straße schicken, um nicht mehr die Massen an Schülern in ein Fahrzeug hineinzuquetschen, ist das der richtige Weg, den wir weiterverfolgen sollten, anstatt finanziellen Aufwand für Filteranlagen zu betreiben.“ Dem konnte sein Parteikollege Hans-Jürgen Krahn nur beipflichten: „Jetzt, wo wir alle die Hoffnung haben, zum Herbst hin in eine andere Phase zu kommen, sollten wir lieber gucken, wo man das Geld sinnvoll einsetzt.“

Die Frage sei laut Torsten Lühring, dem Ersten Kreisrat, ja auch, wie wirksam die Luftfilter überhaupt seien. „Selbst das niedersächsische Kultusministerium und das Robert-Koch-Institut sagen, es gebe nichts Besseres als Lüften.“ Er selbst habe mit einem solchen Gerät schon Bekanntschaft machen dürfen – „und ich habe es als sehr unangenehm empfunden.“

Immerhin: Geht es nach dem Willen des Fachausschusses, soll der Landkreis nun prüfen, wie man Viren wirksam bekämpfen kann – allerdings, darauf verständigten sich die Damen und Herren Politiker einstimmig, soll eine solche Untersuchung nicht den ÖVPN betreffen, sondern die Kreisschulen und Räumlichkeiten des Landkreises. Reinhard Bussenius dürfte ob eines solchen Auftrags getröstet sein, war doch auch dieser Aspekt Gegenstand seines Antrags.  

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