Vier Rehkitze leben ein Jahr lang bei Renate Buchhop in der Auffangsstation

Starthilfe ins Leben

Insgesamt sind es vier Rehkitze. Das Geschwisterchen kriegt aber gerade seine Milch.
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Insgesamt sind es vier Rehkitze. Das Geschwisterchen kriegt aber gerade seine Milch.

Rotenurg - Von Jessica Tisemann. Acht kleine Kulleraugen blicken den Besuchern von Regina Buchhop entgegen. Sie gehören den vier Rehkitzen, die für ein Jahr in der Auffangstation der Tierschützerin leben. Dort gibt Buchhop den kleinen Rehen Starthilfe ins Leben.

Anfangs bekommen die kleinen Kitze alle 30 Minuten die Flasche von Regina Buchhop.

Bereits seit 17 Jahren kümmert sich Buchhop um verlassene Tiere, die teilweise sogar aus dem 140 Kilometer entfernten Hildesheim oder aus Schleswig-Holstein zu ihr kommen. Auch die vier aktuellen Pflegekinder haben einen längeren Weg hinter sich. Sie kommen aus Hannover, Bremen, dem Emsland und Sulingen.

Früher kümmerte sich Monika von Wenczowski, Ehefrau des Revierförsters in Stapel, um die Rehkitzaufzucht im Landkreis. Sie suchte sich die Unterstützung von Regina Buchhop, wenn ihre Station voll war . Als sie aus Altersgründen die Aufgabe abgab, errichtete ihr Ehemann auf Buchhops Grundstück ein Gehege, damit sie den Wildtieren auch weiterhin helfen kann.

Abgemagert und mit völlig eingefallenen Flanken kamen die vier Kitze zur Tierpflegerin. Jetzt heißt es für die Ziehmutter im 30-Minuten-Takt aufstehen und Flasche geben. Daher ist es für Regina Buchhop auch unmöglich, mehr als fünf Rehkitze zu betreuen. Zwei Flaschen in der rechten, zwei in der linken Hand und eine zwischen die Knie geklemmt. Dann können alle gleichzeitig trinken. Ganz wichtig: Die Temperatur muss stimmen. 39 Grad sind optimal für die kleinen Rehe. „Nach einiger Zeit weiß man ganz genau, welche Temperatur für welches Rehkitz am Besten ist“, erklärt Buchhop. Besonders schwierig sei, dass die Tiere überhaupt anfangen zu trinken. „Ein Reh hat einen hohen Stresspegel. Das macht sich besonders bei einem Ortswechsel bemerkbar,“ so Buchhop.

„Viele Kitze werden den Müttern viel zu leicht geklaut, weil die Menschen glauben, dass die Rehe ihre Kleinen allein gelassen haben“, erklärt die Tierschützerin. Bevor die Spaziergänger die Kitze anfassen, sollten sie sich als erstes an den zuständigen Jagdpächter wenden. Dieser könne dann überprüfen, ob die Mutter tatsächlich tot sei. „Leider gibt es viele Pächter, die es dann einfach erschießen wollen, da sie meinen, es würde nicht überleben.“ Einige kennen aber auch die Telefonnummer von Regina Buchhop und wenden sich direkt an sie.

Das Argument, die Tiere würden nicht überleben, lässt die Tierpflegerin nicht gelten. „Lebewesen zu helfen, macht in jedem Fall Sinn.“ Ihre Aufgabe sieht sie allerdings nur darin, den Kitzen eine Starthilfe ins Leben zu geben. Danach geht das Tier seinen natürlichen Weg. Ihr ist auch klar, dass es dabei sterben kann. Von den knapp 70 Kitzen, die Buchhop in Pflege hatte, haben es nur vier nicht geschafft.

Für ihre Arbeit ist die Ziehmutter auch auf Spenden angewiesen. „Bei vier Kitzen kommt einiges an Futtermitteln zusammen,“ berichtet Buchhop. Besonders, wenn die Rehe etwas größer sind. Zusätzlich zu der Milch im Anfangsstadium mögen die Kitze Waldfrüchte. Wenn sich Familien finden, die Walnüsse vom Baum, Hagebutten oder Eicheln sammeln möchten, können sie diese gerne bei Frau Buchhop vorbeibringen. Zu erreichen ist sie unter der Nummer 04269/5886.

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