Vier Betriebe aus der Region sind „Kulinarische Botschafter Niedersachsens“

Ausgezeichnete Produkte aus dem Landkreis

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Ministerpräsident Stephan Weil (M.) überreichte den Preisträgern die Auszeichnung.

Rotenburg - Von Elisabeth Hintze. Honig aus Klein Meckelsen, Leberwurst aus Scheeßel, Hirschbraten aus Bremervörde und Saft aus Heeslingen: Vier Betriebe im Landkreis Rotenburg haben mit ihren jeweiligen Lebensmittelprodukten gewonnen, und zwar die Auszeichnung „Kulinarische Botschafter 2015“. Gestern fand die Preisverleihung in Hannover statt.

Mit dabei waren die vier Preisträger aus dem Landkreis Rotenburg: Rudolf Koeneke von Koenekes Hofladen in Heeslingen – sein Fliederbeersaft wurde prämiert. Hauke Hollmann von der gleichnamigen Fleischerei aus Scheeßel nahm die Auszeichnung für „Opas Hausmacher Leberwurst“ entgegen. Der Heide-Scheibenhonig von Imker Georg Klindworth aus Klein Meckelsen darf sich ebenfalls fortan mit dem Titel „Kulinarischer Botschafter Niedersachsen 2015“ schmücken, ebenso wie die Geti Wilba GmbH & Co. KG aus Bremervörde. Malte Benesch, Geschäftsleiter Marketing und Vertrieb, nahm die Auszeichnung für das Gericht „Hirschbraten an Preiselbeer-Cranberry-Sauce“ entgegen.

Koeneke, Hollmann, Klindworth und die Geti Wilba GmbH sind vier von 43 Preisträgern in diesem Jahr. 95 Hersteller hatten bei dem Branchenwettbewerb 165 Produkte eingereicht. Seit 2010 fordert die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft Handwerksbetriebe, Fleischer, Bäcker und landwirtschaftliche Direktvermarkter dazu auf, ihre besten Produkte zur Verkostung und Begutachtung zu schicken. Mehr als 200 Lebensmittel wurden seitdem ausgezeichnet. Eine Jury aus Köchen, Sensorikern, Feinkostexperten und Produktentwicklern bewertet die eingereichten Lebensmittel.

„Bei kaum einer anderen Gelegenheit sind Einfallsreichtum, Kreativität und Innovationsstärke der Lebensmittelwirtschaft so hautnah zu spüren“, sagte Dr. Christian Schmidt, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft. Aus mehr als 20 Warengruppen waren Bewerber dabei. Noch mehr als in den vergangenen Jahren ließen sich an der Bewerberliste aktuelle Trends ablesen. Viele Verbraucher suchten zum Beispiel gezielt nach ursprünglichen und natürlichen Lebensmittel.

Darauf setzt Rudolf Koeneke. Er baut den Holunder für seinen Fliederbeersaft in Heeslingen auf einer zwei Hektar großen Plantage an. Von der Verarbeitung bis zur Vermarktung: Bei Koenekes läuft alles von eigener Hand. Als „puren Muttersaft“ bezeichnet er sein prämiertes Getränk, das er an Kunden im gesamten norddeutschen Raum liefert. Auf die Auszeichnung sei er sehr stolz, berichtete er: „Das ist schon eine Leistung.“

Das sieht Hauke Hollmann ähnlich: Seine Leberwurst geht auf ein uraltes Rezept zurück. Sein Großvater kehrte nach langer Kriegsgefangenschaft erst 1954 in die Heimat zurück. Im Gepäck hatte er ein kleines Heftchen mit Rezepten, die er in all den Jahren in der Ferne aufgeschnappt hatte. Hauke Hollmann fand dieses Heft auf dem Dachboden, ließ die altdeutsche Schrift übersetzen und stellte die Leberwurst nach den großväterlichen Angaben her. Die Auszeichnung „macht schon stolz“, sagt er. Unter vielen großen Betrieben einer der Preisträger zu sein, sei etwas Besonderes.

Besonders ist auch der Honig von Georg Klindworth. Er nennt ihn ein „echtes Nischenprodukt“, denn der Honig habe eine eher geleeartige Konsistenz. „Die Art der Gewinnung ist eigentümlich.“ Nicht geschleudert werde der Scheibenhonig, sondern gepresst und mit Wachs sowie Blütenpollen versehen.

Für die Geti Wilba GmbH ist es die erste Auszeichnung dieser Art. Der Tiefkühlkost-Hersteller gewann mit seinem „Hirschbraten an Preiselbeer-Cranberry-Sauce“. Aus der Keule von neuseeländischen Hirschen stammend, werde das tiefgefrorene Fleisch-Teilgericht schließlich im Bremervörder Unternehmen verarbeitet, erklärt Malte Benesch. „Es ist ein gelingsicheres Produkt mit ausgezeichnetem Geschmack.“

Überreicht hat die Auszeichnung Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Rund 160 Gäste aus Politik und Lebensmittelwirtschaft nahmen gestern an der Veranstaltung teil. Bei einem Gang über den „Marktplatz der Kulinarischen Botschafter“ konnten die Produkte verkostet werden. Die meisten Hersteller hatten kleine Stände aufgebaut. Ministerpräsident Weil ließ sich ebenfalls die Gelegenheit nicht entgehen und schaute bei vielen Herstellern auf ein Probierhäppchen vorbei.

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