Viel zu tun für Naturschützer

Nabu Rotenburg sieht sich für viele Probleme gut aufgestellt

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Jörg Weber zeigt die Stelle, wo er mit ehrenamtlichen Helfern am Rübenberger Baggersee in der Gemarkung Bötersen den Uferschwalben Bruthöhlen geschaffen hat. 

Rotenburg - Umweltbildung, konkreter Biotop- und Artenschutz, Einmischung im Sinne der Natur – auf diese Säulen stellte Roland Meyer, seit fünf Jahren Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Rotenburg, die Arbeit des Verbandes in seinem Jahresbericht bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Rotenburger Heimathaus – ein umfangreiches Fazit über das Wirken zahlreicher ehrenamtlicher Naturfreunde, ein Dank an sehr viel Unterstützung, ein Appell, Natur und Umwelt auch künftig „unter die Arme“ zu greifen, kritische Aufrufe, in manchen Bereichen sorgsamer mit der Natur umzugehen und eine Ausschau auf künftige Pläne. Zahlen, die Meyer mit Stolz nannte: Rund 4 000 Mitglieder zählt der Nabu im gesamten Landkreis Rotenburg, davon 2 500 im Altkreis Rotenburg und etwa 1 500 im Nordkreis.

Zur Jahreshauptversammlung traf sich ein großer Kreis von Mitgliedern und Ehrenamtlichen, um im Rahmen von Berichten und Wertungen die Arbeit für die Natur auf die Waage zu legen. Zu Beginn wurde dreier Männer gedacht, die sich maßgeblich für den Nabu Rotenburg verdient gemacht haben und die kürzlich gestorben sind: Günther Synatzschke, Günther Dietel und Gernot Breitschuh.

Roland Meyer und die jeweils Zuständigen der Arbeits- und Fachgruppen gaben einen umfangreichen Überblick über die Arbeit im vergangenen Jahr und einen Ausblick auf die Zukunft. Trotz aller Begeisterung für die lebenswichtigen Erfordernisse der Natur klang hier und da auch ein wenig Resignation an. Naturschützer, bedauerte der Vorsitzende, könnten oft warnend den Finger heben, entschieden werde häufig anders von anderer Seite. Ein Griff hinein in die große „Kiste“ der Arbeit und Projekte der Ehrenamtlichen im Laufe des vergangenen Jahres: Meyer betonte, dass große Projekte inzwischen nicht mehr ausschließlich ehrenamtlich zu realisieren seien. Deshalb sei die kleine gemeinnützige Gesellschaft „Bündnis für Naturschutz und Inklusion“ gegründet worden. Gesellschafter seien je zur Hälfte der Nabu Rotenburg und sechs private Nabu-Mitglieder. Der Vorstand der Rotenburger Werke sei eng in die Planungen einbezogen gewesen und habe vor, mit einzusteigen.

Zu den konkreten Punkten zählte der Kauf eines Bauwagens vom Nabu Kirchweyhe, der umgestaltet und von der neuen Nabu-Kindergruppe genutzt werden soll. Es ging weiter um den Arten- und Biotopschutz. 40 Biotope betreut der Nabu Rotenburg inzwischen. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Nabu-Helfern in einer Sandkuhle in der Gemarkung Bötersen an einer Uferschwalbenwand.

Zum Artenschutz gehörten der Eisvogel, die Arbeit des Storchenbetreuers, die Schleiereulen, die Wespen und Hornissen, der Auf- und Abbau der Amphibienzäune, die Beratung von Grundstückseigentümer oder Gemeinderäten im Zusammenhang mit Blühstreifen, Heckenpflege, Obstwiesen und Fragen zu Teichen.

Ein besonderes Projekt soll an der Rodau in Höhe des Stockforthsweges am Rande der Kreisstadt bis Anfang kommenden Jahres verwirklicht werden: Auf einer Gesamtfläche von 8,3 Hektar, die der Nabu gekauft hat, ist an beiden Ufern des Flusses auf einer wertvollen Feuchtwiese geplant, Naturschutz dauerhaft zu sichern.

Blick auf Probleme des Naturschutzes

Breiten Raum nahmen im Jahresbericht Probleme des Naturschutzes ein: der Erhalt wertvoller Bäume, Biogas und Nitrate, Erdgas, das demnächst anstehende Hurricane-Festival, Infrastrukturprojekte, Windparks, die Landwirtschaft mit ihrem Reibungspunkt Existenzerhaltung und Schutz der Natur. Dieses Thema soll am 7. November im Rahmen eines Diskussionsabends im Rotenburger Rathaus erneut aufgegriffen werden.

Schließlich wurde „Umweltbildung und Naturerlebnis“ in den Mittelpunkt gerückt und damit der Mitmach- und Erlebnisgarten auf dem Hartmannshof. Dazu gehört das kürzlich abgeschlossene Schafstallprojekt. Der unter Denkmalschutz stehende Stall, so Roland Meyer, diene dem Nabu als Versammlungs- und Ausstellungsraum. Für die Bauförderungsmittel bedankte er sich bei den Rotenburger Werken, beim Landkreis, bei der Stadt Rotenburg und bei Bingo.

Die Neuwahl des Vorstandes galt als Bestätigung und Dank für die Arbeit: Roland Meyer bleibt Vorsitzender, Carola Hoppe steht ihm weiterhin stellvertretend zur Seite. Kassenwart Wilfried Glauch und Schriftführern Sabine Jeske üben ihr Ehrenamt ebenfalls weiter aus. Meyer: „Die vielen Mitglieder, die wir haben, tragen sicher dazu bei, dass der Nabu gehört wird.“ 

 bn

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