Viel Musik zum Abschied

Tilman Purrucker übergibt die Leitung der Kreismusikschule an Gert Lueken

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Blumen gehören dazu: Tilman Purrucker (l.) und sein Nachfolger Gert Lueken.

Rotenburg - Von Guido Menker. Jazz, Blues, Klassik: Die Kollegen verneigen sich musikalisch. Wie sollte es auch anders sein, wenn der Leiter der Kreismusikschule in den Ruhestand geht? Nach 45 Jahren und neun Monaten nimmt Gitarrist Tilman Purrucker seinen Hut. Eigentlich hätte er sich schon vor zwei Jahren verabschieden können. Hat er aber nicht, denn: Wenn ihn mal jemand fragte, wie lange er noch „muss“, hat er viel lieber davon gesprochen, wie lange er noch „darf“. Musik ist sein Leben – und genau das bescheinigt er an diesem Vormittag im Saal der Kreismusikschule auch seinen Kollegen.

Das Programm für diese Feier bleibt geheim. Zumindest für den Mann, der im Mittelpunkt, aber eigentlich viel lieber als Musiker auf der Bühne steht. Vielleicht bleibt er daher auch ganz bewusst unten und damit mit seinen Gästen auf Augenhöhe, während er sich zunächst bedankt. Bei seiner Frau Renate, bei den Kollegen, bei seinem Vorgänger Peter Paulitsch, dessen Nachfolge er im November 2004 angetreten hat, und auch bei seinem langjährigen Stellvertreter Gert Lueken, der nun in seine Fußstapfen tritt. Purrucker spricht auch die Frage an, was denn eigentlich die Aufgabe des Kreismusikschulleiters sei: „Es geht allen voran darum, 40 kreative Freigeister mit der Verwaltung kompatibel zu machen.“

Der neue Chef der Kreismusikschule, Gert Lueken (v.l.), Johann Kammann, Manuela Hasenzahl-Ehlers und Ingolf Lienau unterhalten die Gäste und verneigen sich mit Jazz-Stücken musikalisch vor Tilman Purrucker, den sie in den Ruhestand verabschieden. - Fotos: Menker

Landrat Hermann Luttmann ist an diesem Tag mit von der Partie und dankt für die gute Zusammenarbeit. Purrucker habe ihm damals, als die Frage im Raum stand, ob es nicht vielleicht besser sei, die Kreismusikschule zu privatisieren, eben davon abgeraten. „Tilman Purrucker hat sich immer für diese Institution, für seine Kollegen und für die Kinder eingesetzt“, sagt Luttmann, um für das Engagement zu danken. Der Landrat ist froh, dass sich der Landkreis die Kreismusikschule leistet, betont er.

Landrat Hermann Luttmann dankt Tilman Purrucker.

Tilman Purrucker war in der Kreismusikschule 1972 ein Mann der ersten Stunde: „Als Student habe ich hier angefangen“, sagt er. Danach ist er dort hängen geblieben. Bereut hat er das nie. Das kommt auch in einem Vokalstück zum Ausdruck, das Thomas Streit in Begleitung von Meike Pesch am Klavier zum Besten gibt. Der Titel: „Ich hab mein Herz in Rotenburg verloren“. Das hat ganz sicher auch an der „wunderbaren Gemeinschaft“ gelegen, von der Purrucker spricht. Und auch heute noch habe die Kreismusikschule mit ihren 1 800 Schülern, fast 40 Lehrkräften und 17 Zweigstellen einen guten Stand: „Die Zukunft der Schule erscheint mir sicher.“

Jenny Lang spielt solo „Newblues“ und brilliert auf der Harfe.

Was seine eigene Zukunft betrifft, wird die Musik – neben der Fotografie und dem Sport – weiterhin eine große Rolle für den 67-Jährigen spielen. Er wird auf der Bühne stehen und sich im Landesmusikrat sowie in der Kontaktstelle Musik Rotenburg-Bremervörde engagieren. Als Vorsitzender der Kontaktstelle ist Hartmut Leefers gekommen und richtet Purrucker seinen Dank aus. Es ist ein Tag, an dem die Freunde und Kollegen gute Erinnerungen austauschen. Da finden die große Unterstützung der Sparkasse, die Arbeit des Kulturfördervereins, aber auch der Hausmeister und die Mitarbeiter in der Verwaltung Anerkennung. Denn: „Musik mit Kindern ist uns allen ein Herzensbedürfnis“, bringt es Tilmann Purrucker am Ende auf den Punkt.

Thomas Streit singt „Ich hab mein Herz in Rotenburg verloren“ und wird dabei von Meike Pesch am Klavier begleitet.

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