Vertikale Kleindwindanlage am Mittelweg aufgebaut / Zirka 1500 Kilowattstunden Strom jährlich

Energie vom Dach der Stadtwerke

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Reinhard David und Carsten Schleeßelmann präsentieren die Windkraftanlage auf dem Dach der Stadtwerke-Verwaltung.

Rotenburg - Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Rotenburg (SR) produziert seinen eigenen Strom, denn seit diesem Monat steht dort eine vertikale Windanlage. Etwa 1500 Kilowattstunden Strom, schätzt man bei den SR, sollen nun jährlich vom Dach aus in die Grundversorgung des Gebäudes am Mittelweg gehen, geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Carsten Schleeßelmann, Leiter Energie und Nachhaltigkeit bei den SR: „Vertikale Windkraftanlagen sind besonders geeignet für städtische Lagen, weil sie von allen Seiten angeströmt werden können, ohne dass der Rotor in den Wind gedreht werden muss.“ Außerdem seien solche Anlagen sehr leise, es entstehe kein Schattenwurf und sie sähen auch noch gut aus, so Schleeßelmann weiter.

Die Windanlage leistet 1200 Watt bei einer Windgeschwindigkeit von 13 Metern pro Sekunde. Voraussichtlich um die 1500 Kilowattstunden Strom pro Jahr mit der Anlage, kündigt Schleeßelmann an.

Dafür sorgt der 2,4 Meter breite Rotor. Die maximale Drehzahl beträgt 300 Umdrehungen in der Minute, bewegen tut er sich ab einer Geschwindigkeit von 2,7 Metern pro Sekunde, was etwa zehn Stundenkilometern entspricht. Bei einer Windgeschwindigkeit von 14 Metern pro Sekunde wird die Anlage automatisch abgeschaltet, um Sturmschäden zu verhindern.

Reinhard David, SR-Geschäftsführer, erläutert die Motivation, die hinter dem Projekt steht: „Diese Anlage sehen wir in erster Linie als Testobjekt, um Erfahrungen im technischen Betrieb zu sammeln.“ Man wolle sehen, ob sich eine solche „Hauswindanlage“ wirtschaftlich betreiben lasse. „Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Erfahrungswerte für die Stromerzeugung im städtischen Bereich und die Wechselwirkung mit anderen Energieerzeugern.“ Die Kleinwindanlage ist nach zwei Photovoltaikanlagen und einem Blockheizkraftwerk die vierte Stromerzeugungsanlage auf dem Gelände der SR.

Sie wollen diesbezüglich ein umfangreiches Mess- und Analyseprogramm durchführen. Sicher sei aber bereits jetzt, dass nur mit Windkraftanlagen dieses Typs eine Windenergienutzung in städtischen Lagen realisiert werden könnte. Das Potential sollte man langfristig nicht unterschätzen, heißt es. Bis allerdings gesicherte Erkenntnisse darüber vorliegen, könnten noch einige Jahre ins Land ziehen.

Finanziert wurde das Projekt über ein „Ökokonto“, in das die SR seit Februar 2013 jede verkaufte Kilowattstunde Ökostrom bis zu ein Cent eingezahlt und gesammelt haben.

mro

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