Ausstellung „Verfolgte Christen weltweit“ in der Corpus-Christi-Kirche

Verstöße gegen die Religionsfreiheit

Pfarrer Stefan Reinecke vor den Infotafeln.
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Auf 15 Tafeln finden die Besucher laut Pfarrer Stefan Reinecke anschauliche Informationen über die unterschiedlichen Situationen der Christen.

Rotenburg – Weltweit werden Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt und diskriminiert. Auch Christen sind in vielen Teilen der Welt nicht sicher – unter anderem in Indien, Pakistan, im Sudan und Nigeria, im Irak, Syrien sowie Sri Lanka. Auf ihre teils prekären Situationen vor Ort macht jetzt eine Wanderausstellung in der katholischen Kirchengemeinde Corpus Christi aufmerksam.

Bis zum 24. Oktober finden Interessierte auf 15 Schautafeln Informationen, die die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ zusammengestellt hat. So sind Verstöße gegen die Religionsfreiheit in fast einem Drittel aller Länder der Welt an der Tagesordnung – zu den schlimmsten Rechtsverletzungen kommt es in einigen der bevölkerungsreichsten Länder wie China oder Indien. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Stiftung in ihrem aktuellen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“, der auch als Begleitheft zur Ausstellung bereit liegt. In 62 von 196 Ländern werde demnach die Freiheit der Gläubigen schwerwiegend verletzt – es sind Länder, in denen zusammengenommen fast 5,2 Milliarden Menschen leben.

„Es sind nicht zu viele Informationen auf einmal auf den Tafeln, aber es sind deutliche Schwerpunkte gesetzt“, erklärt Pfarrer Stefan Reinecke, der selbst mehrmals am Tag in der Kirche vorbeischauen wird und gerne zu den Schautafeln mit den Besuchern ins Gespräch kommen möchte. Reinecke hat Freunde in vielen Teilen der Welt, auch in den Ländern, in denen Christen verfolgt werden. Aus Nigeria zum Beispiel hört er oft Schauergeschichten, da dort unter anderem die islamistische Terrorgruppe „Boko Haram“ im Nordosten seit vielen Jahren Bombenanschläge und andere gewaltsame Attentate auch gezielt auf Kirchen und christliche Einrichtungen verübt. „Ich bekomme manchmal grausame Informationen, selbst während Trauerfeiern werden Anschläge verübt. Bauern werden vertrieben, ihre Felder werden verbrannt.“ Deswegen würden viele Christen ihre Heimat verlassen und in sichere Nachbarländer flüchten. Menschen, die ihre Heimat oft gar nicht verlassen möchten, weiß Reinecke, aber keine andere Möglichkeit für sich und ihre Kinder sehen.

Die Ausstellung, die am Erntedanksonntag aufgebaut wurde, zeigt in Bildern und kurzen Texten, wie es Christen in verschiedenen Ländern weltweit geht, und sie erinnert an schlimme Anschläge und langjährige Bürgerkriege wie den im Sudan. „Wir können dankbar sein für den Frieden, den wir haben“, sagt der Rotenburger Pfarrer denn auch. Die Ausstellung soll auch die Augen öffnen und zum Nachdenken anregen. Denn Verfolgung geschieht nicht nur in den Ländern, die regelmäßig in den Medien auftauchen, wenn dort Anschläge verübt werden. „Es ist wichtig, die Not auch im Blick zu haben.“ Deswegen nutze er das Thema auch oft in seinen Predigten, „damit es nicht vergessen wird“.

Begleitmaterial zu der Ausstellung liegt aus. Die Tafeln können jederzeit kostenlos zu den Öffnungszeiten der Kirche besichtigt werden.

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