Tierheim in Mulmshorn für Publikumsverkehr geschlossen / Sorge um Zukunft

Vermittlungen sind möglich

Nur zwölf Katzen sind derzeit im Tierheim, erklärt dessen Leiterin Silke Wingen. Foto: Beims

Mulmshorn - Von Ann-christin Beims. Obwohl derzeit kaum Vermittlungen stattfinden, läuft der Alltag im Rotenburger Tierheim in Mulmshorn nahezu wie immer. Derzeit sind dort zwölf Katzen und vier Hunde, zwei zum Vermitteln und zwei vom Ordnungsamt sichergestellte, untergebracht – und damit weniger Tiere als sonst, sagt Silke Wingen. „Wir sind hier ein bisschen wie auf einer Insel“, meint die Leiterin und lacht. Das habe aber auch den Vorteil, dass die Tiere draußen ganz entspannt rumlaufen können.

„Tierheime in der Stadt haben es da sicherlich schwerer“, erklärt sie. Da sie den Platz haben, hat das Tierheim auch befreundeten Heimen bereits Katzen abgenommen. Vermittlungen seien grundsätzlich möglich derzeit. Aber im Tierheim gibt es keinen Publikumsverkehr mehr und die Interessenten werden zunächst per Telefon gezielt befragt. „Wer herkommt, muss einen festen Termin haben“, sagt Wingen. Dennoch hätten vor allem in der vergangenen Woche Besucher einfach vor der Tür gestanden, möchten sich in ihrer nun freien Zeit die Tiere angucken.

„Wir haben auch Anrufe von Müttern, die ihren Kindern gerne mal ein Tierheim von innen zeigen wollen“, erklärt die Tierheimleiterin – doch sei dieses ja kein Zoo. Ein älteres Ehepaar hätte eine Fahrradtour zu ihnen raus gemacht. „,Sie lassen uns nicht rein, dabei sind wir so weit gefahren‘, haben die beiden gesagt“, sagt Wingen verständnislos. Manchmal bekomme sie Anfragen, dass die Leute gerne mit den Hunden spazieren gehen würden. Auch das sei nicht ohne weiteres machbar – Corona hin oder her. „Wir müssen ja auch wissen, ob Hund und Mensch zusammenpassen“, macht die Leiterin deutlich.

Für Interessenten vor Ort gibt es feste Regeln. „Andere Tierheime machen ganz zu, wir erlauben es dann, wenn die Leute sich hier bei ihrem Termin gründlich die Hände gewaschen haben“, meint Wingen. Und auch die Mitarbeiter halten sich streng an alle Hygienevorschriften.

In diesem Jahr seien schon vor dem Ausbruch des Coronavirus im Landkreis Rotenburg 30 Katzen in ein neues Zuhause vermittelt worden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 140 Katzen. „Wir haben viele Anfragen, aber können diese zurzeit gar nicht bedienen, da wir keine Babykatzen haben – es gibt keinen Nachwuchs“, berichtet die Leiterin.

Sie macht sich auch Sorgen, wie es um die Existenz des Tierheims bestellt ist, wenn die Coronakrise länger dauert. „Das ist nicht vordergründig, aber es schwingt mit. Wir leben von Spenden, aber die Leute haben vielleicht jetzt auch weniger Geld zur Verfügung“, erklärt Wingen. Auch an ihre Mitarbeiter denkt die Chefin: Diese nehmen gerade Urlaub, bauen Überstunden ab. Eine Dauerlösung ist das natürlich nicht. Und Wingen denkt weiter langfristig: „Die Nebenkosten, Tierarztkosten, das fällt auch alles weiterhin an.“ Sie sei froh über die Weihnachtsbaumaktion vom vergangenen Jahr, bei der einiges an Sach- und Futterspenden für die Tiere zusammengekommen sei. „Davon zehren wir jetzt“, erklärt sie. Auch die Lebensmittelboxen in den Geschäften seien bislang noch gut gefüllt, ist die Leiterin dankbar.

Dennoch würde das Tierheim Sachspenden derzeit auch ablehnen: „Aus Sicherheitsgründen, wir wollen das Risiko minimieren – später nehmen wir das gerne wieder an.“ Und doch denkt sie dabei auch an andere: „Wenn durch Corona jemand in Not gerät, zum Beispiel Tafelkunden, ist vielleicht kein Geld mehr da für die Tiere. Wir unterstützen dann gerne mit ein bisschen Futter – natürlich nicht in Massen, aber hier und da können wir ein wenig aushelfen.“

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