Vermisstes Tier: Anzeige in der Kreiszeitung bringt den erhofften Erfolg

Happy End für Kater Mikesch

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Kater Mikesch tauchte plötzlich in Rotenburg auf.

Rotenburg/Morsum - Von Heinz Goldstein. Nach zwei sorgenvollen Wochen kann Tanja Dopmann endlich wieder ihren Kater Mikesch in den Armen halten und mit ihm schmusen. Sie kämpft mit den Tränen und dann kullern doch einige von ihnen über ihre Wangen. Zu groß ist die Freude, ihren Liebling wieder zu haben.

Ihr dankbarer Blick trifft auf die Augen von Sandra Harms aus Rotenburg. Ihr ist der Kater zugelaufen, der, wie es schien, wie vom Erdboden verschwunden war. Dank einer Aneinanderreihung glücklicher Umstände, in der auch die Kreiszeitung eine wichtige Rolle spielte, hat die Geschichte vom entlaufenden Kater rund 42 Kilometer von seinem Zuhause entfernt ein glückliches Ende für alle Beteiligten gefunden.

Was war geschehen? Tanja Dopmann aus Morsum (bei Thedinghausen) liebt ihren Kater Mikesch über alles. Sein seidiges Fell ist rot-weiss gescheckt. Ein knuddeliges Schnäuzchen und Augen, die ewige Treue zu schwören scheinen, lassen das Herz eines jeden Katzenliebhabers dahinschmelzen. „Er ist sechs Jahre alt, sehr zutraulich und unser aller Liebling“, schwärmt die Besitzerin aus der kleinen Gemeinde im Landkreis Verden. Morgens nach dem Frühstück habe der Kater zumeist das Haus verlassen und sei am Abend immer pünktlich heimgekehrt.

Dann vor zwei Wochen, der große Schreck: Mikesch war spurlos verschwunden. Selbst am späten Abend keine Spur von ihm. „Alles Rufen und Suchen blieb ohne Erfolg. Ich war verzweifelt und musste einfach was tun“, erklärte die Besitzerin. Da habe sie sofort ein Foto von Mikesch auf ihre Facebook-Seite gestellt und um Mithilfe bei der Suche gebeten. „Viele Leute hatten anscheinend meinen Kater gesehen, aber letztendlich blieb die Suche ohne Erfolg“, so die Verzweifelte. Auch das Austeilen von Zetteln mit einem Suchbild in der Umgebung von Morsum brachte keinen Hinweis ...

Sandra Harms wohnt in Rotenburg und wunderte sich über einen Kater, der sich vor ihrem Haus aufhielt. „Das Tier hatte es sich im Unterstand auf einem Gartenstuhl gemütlich gemacht“, erinnert sich die Rotenburgerin. Er hat einen gepflegten Eindruck gemacht und sie habe angenommen, dass er irgendwo aus der Nähe kommt. „Ich habe ihm deshalb auch nichts zu fressen gegeben“, erzählt Harms. Wenn der Kater Hunger bekommt, wird er sich sicherlich wieder auf den Weg nach Hause machen, habe sic überlegt. Der Kater war zwar zwischendurch unterwegs, kehrte aber zum Schlafen auf „seinen“ Stuhl zurück. Sie habe von dem zutraulichen Kater ein Foto gemacht. Als Administratorin der Facebook-Seite „Wir helfen uns gegenseitig im Landkreis“ stellte sie eine Aufnahme des rot-weißen Streuners ins Netz, in der Hoffnung, dass der Besitzer sich melden würde. Zunächst kam aber keine Reaktion. Zwischenzeitlich hat sich die Suchende aus Morsum entschlossen, eine Suchanzeige mit Foto bei der Kreiszeitung in Verden aufzugeben. „Die Annonce ist in allen Ausgaben der Mediengruppe in der Region erschienen. So auch bei der Rotenburger Kreiszeitung“, berichtet sie.

Und damit nahm der Zufall seinen Lauf: Thekla Morgenstern aus Rotenburg ist eine aufmerksame Leserin der lokalen Tageszeitung. In der Samstagsausgabe hatte sie unter der Rubrik „Tiermarkt“ gelesen, dass ein roter Kater in Morsum vermisst wird und die Besitzerin um Hinweise über seinen Aufenthalt bat – und eben ein Foto eines solchen Katers hatte sie auf der Facebook-Seite von der Community von Sandra Harms gesehen. Sie zögerte nicht lange und rief bei Harms an. Dann ging alles sehr schnell. Ein Anruf aus Rotenburg von der Finderin mit der Nachricht, dass ein Kater aufgetaucht sei, der der Beschreibung nach ihr Mikesch sein könnte, ließ das Herz der Besitzerin höher schlagen. „Wir haben Fotos per Internet ausgetauscht. Sofort war mir klar: Das ist mein Mikesch“, so Dopmann immer noch euphorisch am Telefon. „Ich habe mich sofort auf dem Weg zur Familie Harms gemacht. Die 42 Kilometer von Morsum nach Rotenburg erschienen mir ewig lang“, erinnert sie sich. Und dann die endgültige Gewissheit in der Kreisstadt: „Ja, das ist er! Danke, danke, danke allen, die mir geholfen haben!“

Bis heute weiß niemand, wie Mikesch nach Rotenburg gekommen ist. „Für einen Fußmarsch sind die 42 Kilometer zu weit“, sucht die Besitzerin nach einer Erklärung. Die kennt nur Kater Mikesch.

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