Vorsicht und Rücksichtnahme

Verkehrssituation vor Rotenburger Schulen soll entspannt werden

Rotenburg - Von Farina Witte. Der Urlaub ist vorbei, die Schule hat begonnen, und der Alltag zieht bei vielen Familien wieder ein. Für einige Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zu einer der Rotenburger Schulen fahren, bedeutet das auch zusätzlichen Stress, denn in den Straßen vor den Schulen ist morgens immer viel los. Zu den „Elterntaxis“, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und dort absetzen, kommen noch der Durchgangsverkehr und Schüler auf dem Fahrrad. Bei so vielen Verkehrsteilnehmern kann es schnell mal chaotisch werden.

Besonders vor den Schulen an der Gerberstraße ist vor Schulbeginn und nach Schulschluss viel Verkehr. „Die Einbahnstraßenregelung hat schon zur Besserung der Verkehrsituation beigetragen“, meint die Schulleiterin des Ratsgymnasiums, Iris Rehder. Autofahrer, die den Kreisel umgehen wollen, seien seitdem schon weniger geworden. Für Eltern müsse die Möglichkeit, die Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren, aber gegeben sein. „Nicht alle Schüler können mit dem Fahrrad kommen“, betont Rehder. Generell bitte die Schule die Eltern, sich vorsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten, wenn sie ihre Kinder am Ratsgymnasium in der Gerberstraße absetzen, besonders im Hinblick auf den Fahrradverkehr.

Kein Chaos an der IGS

Auch zur Integrierten Gesamtschule (IGS) nebenan fahren täglich viele Eltern ihre Kinder. Dabei kommt es aber zu keinem Chaos, sagt Schulleiter Sven Thiemer. „Das hält sich in Grenzen. Es passiert eigentlich selten, dass Autos zugeparkt werden oder Ähnliches.“ Begünstigt wird die Situation durch die Lage der IGS im Bereich der Einbahnstraße und dem Parkplatz neben der Schule.

Ob sich die Verkehrssituation durch die neue Fahrradstraße noch weiter verbessert, bleibe abzuwarten, meint Rehder. Dennoch sei die ab dem Wochenende geltende Regelung gut. „Wir begrüßen alles, was zur Sicherheit unserer Schüler beiträgt.“ Thiemer sieht es ähnlich: „Die Fahrradstraße ist sicherlich eine Stärkung für die Schüler.“ Trotzdem rechnet er mit einer Eingewöhnungszeit für die Autofahrer.

Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vor Schulen durch „Elterntaxis“ ist ein Problem in vielen Städten. Besonders an Grundschulen parken besorgte und gestresste Eltern gerne direkt vor dem Gebäude, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen. Die Landesverkehrswacht hatte in der vergangenen Woche kritisiert, dass es neben riskanten Anhalte- und Wendemanövern immer wieder Eltern gibt, die ihre Kinder unbeaufsichtigt zur Fahrbahnseite aussteigen lassen. Eriehungswissenschaftler bemängeln zudem, dass besorgte „Elterntaxi“-Fahrer Kindern jegliches verantwortungsvolle Handeln im Verkehr absprechen. Eine „Katastrophe für die Eigenverantwortung der Kinder“ sei das.

Hol- und Bringzonen bringen Entspannung

Die Kantor-Helmke-Schule hat für die Parkproblematik vor ihrer Schule eine Lösung gefunden, die auch der ADAC landesweit unterstützt. Im Bereich des Ronolulu und an der Glockengießerstraße wurden Hol- und Bringzonen eingerichtet. Dort können die Eltern halten und ihre Kinder absetzen. Bevor diese Zonen eingerichtet wurden, haben viele Eltern direkt an der Schule geparkt und ihre Kinder bis zum Schulhof gebracht, berichtet Rektorin Catrin Cramme. Problematisch sei dabei vor allem gewesen, dass das Schulpersonal dann keinen Parkplatz mehr finden konnte. 

Durch die Hol- und Bringzonen habe sich die Parksituation an der Schule deutlich entspannt. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, so Cramme über den Nutzen der Zonen. Die Eltern würden das Angebot gut annehmen. Die Schüler werden in den Zonen abgesetzt und müssen dann noch ein Stück zu Fuß gehen, um die Kantor-Helmke-Schule zu erreichen. „So sind sie auch noch etwas an der frischen Luft und bewegen sich“, beschreibt die Schulleiterin die Vorteile für die Schüler. Außerdem könnten die Kinder sich so direkt mit ihren Mitschülern auf dem Schulhof treffen.

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