Verkauf von Weihnachtssternen beginnt/Pflanze stammt aus Mexiko

Rot ist der Klassiker

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Leuchtend Rot ist seit jeher die beliebteste Farbe, weiß Gärtnermeisterin Annette Wiese.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Weihnachtsstern, Christstern, Adventsstern oder auch Poinsettie: Die beliebte Pflanze hat viele Namen – und ebenso viele Gesichter. In leuchtendem Rot, rosa betupftem Creme und gesprenkeltem Pink schmückt sie in der Vorweihnachtszeit so manchen Haushalt. Gärtnereien wie die der Rotenburger Werke rüsten sich in diesen Tagen für den beginnenden Verkauf. Denn dieser kommt nun bald so richtig ins Rollen, erzählt Annette Wiese.

Der Weihnachtsstern ist ein Wolfsmilchgewächs, sagt die Gärtnermeisterin. „Das merkt man an der milchigen Flüssigkeit, die austritt, wenn die Pflanze verletzt wird.“ Die Beliebtheit der Pflanze, die ursprünglich aus Mexiko stammt, erklärt sich Wiese mit den intensiven Farben der Hochblätter, auch Brakteen genannt. Beliebt nicht nur bei den Menschen: „Insekten werden von den Farben angelockt. Nur so können sie die unauffällige Scheinblüte in der Mitte finden.“

Die Gärtnerei der Rotenburger Werke am Glummweg steht aktuell in den Startlöchern für den Verkauf von Weihnachtssternen. In langen Reihen nebeneinander finden sich dort Weihnachtssterne in den verschiedensten Farben, Formen und Größen. „Christmas Feeling“ lautet der Name einer Sorte, gleich neben „Marbella“ und „Christmas Beauty“. „Es gibt unzählige Sorten“, sagt Wiese. Doch eine Sache sei jedes Jahr gleich: „Rot ist die beliebsteste Farbe. Weihnachten ist klassisch rot.“

Halbfertig gezüchtet erhält die Gärtnerei die Pflanzen von einer Firma aus der Nähe von Cuxhaven. Noch sind die Hochblätter teilweise grün. Ihre intensiven Farben erhalten sie, indem ihnen Dunkelheit vorgegaukelt wird. „Es sind Kurztagspflanzen“, erklärt Wiese. Bedeutet: Das Gewächshaus wird einen Monat lang verdunkelt, bei weniger als zwölf Stunden Tageslicht verfärben sich die Hochblätter.

Auch wenn der Weihnachtsstern in der dunklen Jahreszeit blüht – Kälte tut ihm nicht gut. „Wir wickeln die verkauften Pflanzen gut ein“, sagt Wiese. Zuhause sollten sie zwar am Fenster stehen, aber keine Zugluft abbekommen. Staunässe mag der Stern nicht, der Ballen sollte aber jederzeit leicht feucht sein. Wer das berücksichtige, könne sich bis Februar oder gar März an seiner Pflanze erfreuen. „Leider landet sie nach Weihnachten bei vielen direkt in der Tonne“, sagt sie. „Die Menschen haben dann schon wieder Lust auf Frühling, kaufen Primel- und Tulpenzwiebeln.“

Von aufgesprühtem Glitzer oder künstlichen Farben auf den Blättern hält die Gärtnermeisterin im Übrigen gar nichts: „Das ist unnatürlich. Weihnachtssterne sind schön, genau so wie sie sind.“ Und auch von in Massen produzierter Ware, aus dem Baumarkt etwa, rät Wiese ab. „Die Pflanzen sind viel schneller großgezogen worden, oftmals nicht gut verpackt und die Temperaturkette wird unterbrochen. Und viel billiger ist es dort auch gar nicht.“ Statt im Baumarkt sollten Kunden lieber regional kaufen und ihre Gärtnereien vor Ort unterstützen. „Da stimmt auch die Qualität. Die Pflanzen halten länger.“

Der gelegentlich noch verwendete Name Poinsettie leitet sich übrigens vom früheren botanischen Gattungsnamen Poinsettia ab. Er geht zurück auf den amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Roberts Poinsett. Der Botschafter hatte die Pflanzenart Anfang des 19. Jahrhunderts in die USA eingeführt.

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