Verein Landberatung tagt im Unterstedter Waldhof / Zehn Kandidaten in den Vorstand gewählt

Ein turbulentes Geschäftsjahr 2015

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„Kopf hoch!“ Geschäftsführer Marco Schouten berichtete aus der Arbeit der Landberatung.

Unterstedt - Von Heinz Goldstein. Die Landberatung Rotenburg betreut 336 Mitgliedsbetriebe mit einer genutzten Fläche von nahezu 38000 Hektar. Vorstand und Berater des Vereins haben am Donnerstag während der Hauptversammlung im Waldhof in Unterstedt eine Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres gezogen und blickten auf die Perspektiven für 2016. Der Vorsitzende Friedhelm Lohmann sagte zur Begrüßung: „Es war ein durch politische und wirtschaftliche Turbulenzen geprägtes Geschäftsjahr für uns.“

In seinem Tätigkeitsbericht über die Ringarbeit erklärte Marco Schouten in seiner Funktion als Geschäftsführer und Berater, dass der Verein insgesamt 95 Veranstaltungen durchgeführt habe. Hierzu gehörten unter anderem Gruppenberatungen, Seminare und Informationsveranstaltungen. Schwerpunkte seien Produktionstechniken für die Viehhaltung und den Ackerbau, die EU-Agrarreform und Betriebswirtschaft gewesen.

Für die Pflanzenproduktion hätten die Berater insgesamt 192 Pläne zur Düngung und 286 Nährstoffbilanzen erstellt, berichtete Schouten weiter. Zudem habe der Verein unter anderem Landessortenversuche im Winter- und Sommergetreide durchgeführt und betreut. „Das vergangene Wirtschaftsjahr 2014/2015 war von unterdurchschnittlichen Ergebnissen auf den Betrieben geprägt. Der durchschnittliche Gewinn ist von rund 90000 Euro auf 50000 Euro gesunken“, beschrieb Vorstandsmitglied Hagen Liskien die wirtschaftliche Seite der Mitglieder.

Als Ursache dafür sieht er die niedrigen Marktpreise für Milch und Ackerfrüchte bei gleichbleibenden Kosten. Die fallenden Gewinne machten deutlich, dass die Landwirtschaft zunehmend spekulativ sei und vom Weltmarkt beeinflusst werde. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Agrarmärkte in Zukunft stärkeren Schwankungen unterliegen“, sagte Liskien. Die Zukunft biete neben vielfachen Risiken auch große Chancen, die es umzusetzen gelte.

Der Wegfall der Milchquote am 1. April 2015 führte zu einem unterdurchschnittlichen Milchauszahlungspreis von 34 Cent je Kilogramm. Laut Prognose für das Wirtschaftsjahr 2015/2016 wird es einen Rückgang auf 28 Cent je Kilogramm erwartet.

Die Ringbetriebe hielten im vergangenen Jahr durchschnittlich 136 Kühe mit einer Milchleistung von 8750 Kilogramm, heißt es im Bericht ferner. Die Silagequalitäten sei hochwertig gewesen und konnte somit zu Einsparungen beim meistens notwendigen Zukauf von Futtermittel beitragen.

Mehr Licht als Schatten gab es aus Sicht der Erzeuger auch im Bereich der Schweineproduktion. Nach Auskunft von Beraterin Christiane Tülp sei das Jahr 2015 durch sinkende Preise und neue Verordnungen gekennzeichnet gewesen. Sie ergänzte: „Der Preissturz konnte von Mästern, im Gegensatz zu Sauenhaltern, durch sinkende Ferkel- und Futterkosten nur zum Teil aufgefangen werden.“ Zudem würden die Landwirte durch die politischen Rahmenbedingungen wie die Änderung des Arzneimittelgesetzes, die Herkunftskennzeichnung von Fleisch, den neuen Erlass zu Not-Tötungen von Ferkeln sowie das Kupierverbot verunsichert, beklagte Tülp.

Neu im Vorstand der Landberatung sind die beiden Landwirte Florian Rasch und Torben Fahjen.

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