Rettungseinsatz im „kontaminierten“ Ronolulu

Eine Übung - verdammt nah an der Realität

+
Dieser Feuerwehrmann begibt sich bei der Übung unter Vollschutz in die Kellerräume des Erlebnisbades Ronolulu, wo gefährliche Schwefelsäure ausgetreten ist. Es soll sich dort unten ein Mensch befinden. Jetzt muss besonders schnell gehandelt werden.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Einigen Spaziergängern, die auf dem Weg am Rotenburger Ronolulu vorbei zu den Nödenwiesen wollten, ist am Montagabend sicherlich zunächst ein Schreck durch die Glieder gefahren. Direkt vor dem Erlebnisbad ist die Feuerwehr im Einsatz.

Sie sehen diverse Einsatzfahrzeuge der Rotenburger Feuerwehr sowie ausgerollte Löschschläuche, Feuerwehrleute mit und ohne Atemschutzmasken, dazu laut hörbare quäkende Durchsagen aus den Lautsprechern der Funkgeräte sowie außerirdisch anmutende Gestalten, die sich in dicken Schutzanzügen bewegen. Der ehemalige Pressesprecher der Wehr, Wolfgang Mießner, klärt die besorgten Menschen umgehend auf: „Wir üben heute den Ernstfall. Sie können den Weg ungefährdet fortsetzen.“

Das Szenario ist verdammt nah an der Realität. Badleiter Burkhard Oelkers und Ortsbrandmeister Heiko Mießner haben schon einige Tage zuvor die Köpfe zusammengesteckt und sich folgende Situation einfallen lassen: Oelkers hat demnach die Feuerwehr angerufen, weil die Rauchmelder im Keller Alarm gemeldet haben. Die Feuerwehr trifft mit dem ersten Trupp ein. Nach und nach kommen immer mehr Feuerwehrleute hinzu. Am Ende sind 40 Leute dabei. Unter den Einsatzfahrzeugen ist auch der Container mit den AB-Löschmitteln.

Feuerwehr-Übung am Ronolulu-Erlebnisbad

Der Einsatzleiter, Ortsbrandmeister Heiko Mießner, weist die Neuankommenden ein und schildert die Lage: Demnach sollen im Keller Chemikalien eine Reaktion ausgelöst haben. Dämpfe seien freigesetzt worden. Er legt sofort die zu tragende und ergänzende Mindestschutzausrüstung für die Bereiche um die Gefahrenstelle fest und gibt den Einsatzbefehl. Für den „Schwarzen Bereich“ vor dem Keller hat er Vollschutz angeordnet. Die Leute bewegen sich schnell, und dennoch weiß jeder von ihnen, was er zu tun hat. Die immer wieder geübten Handgriffe an Gerät und Fahrzeugen sitzen. Dann informiert Oelkers den Einsatzleiter, dass ein Mitarbeiter des Bades vermisst wird und zuletzt im Keller gesehen worden ist.

Menschenrettung hat nun absoluten Vorrang. Mießner gibt routiniert die Anweisungen an die Vollschutz-Trupps (zwei Personen im Team), einer begibt sich mit Wärmebildkamera und Taschenlampen in den völlig dunklen Keller sofort auf die Suche nach dem Vermissten. Ein zweiter Trupp hält sich vor der Tür in Reserve. „Ganze 20 Minuten können meine Leute unter Vollschutz arbeiten. Dann müssen sie ausgetauscht werden“, so Mießner. Die Person wird zügig gefunden und gerettet. Anschließend macht sich ein weiterer Trupp auf die Suche nach der Leckage, aus der Schwefelsäure ausgetreten ist. Der Trupp dichtet das Rohr ab und meldet: „Leck behoben“. Nach einer Stunde ist die Übung beendet. Erfolgreich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Meistgelesene Artikel

Visselhöveder findet Riesenboviste

Visselhöveder findet Riesenboviste

Verkauf verzögert sich

Verkauf verzögert sich

Edeltraut Rath zeigt ihre Ausstellung „Elementarteilchen“

Edeltraut Rath zeigt ihre Ausstellung „Elementarteilchen“

Familie Kaiser landet auf Platz eins bei „Deutschlands schönstes Wohnprojekt“

Familie Kaiser landet auf Platz eins bei „Deutschlands schönstes Wohnprojekt“

Kommentare