Dehoga wehrt sich

Vorwürfe über unbezahlte Überstunden in der Gastronomie

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Die Dehoga wehrt sich gegen Vorwürfe der NGG, dass Überstunden in der Gastronomie nicht bezahlt würden.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Die Teil- und Vollzeitkräfte in Hotels, Restaurants und Gaststätten im Landkreis Rotenburg schieben einen Überstunden-Berg vor sich her – das behauptet die Gewerkschaft „Nahrung Genuss Gaststätten“ (NGG) der Region Lüneburg in einer Pressemitteilung. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) weist das zurück.

„Völlig ohne jede Grundlage werden hier Behauptungen in den Raum gestellt, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben“, heißt es in einer schriftlichen Reaktion von Nathalie Rübsteck, Geschäftsführerin der Dehoga im Bezirk Stade. Dem schließt sich auf Nachfrage der Kreiszeitung auch die Kreisverbands-Vorsitzende Sigrid Meyer an.

Die Geschäftsführerin der NGG Lüneburg, Silke Kettner, hatte beklagt, „dass ‚Umsonst-Überstunden‘ in Hotels und Gaststätten eher die Regel als die Ausnahme sind“. Aus einer acht-Stunden-Schicht würden schnell zehn, zwölf oder sogar 14 Stunden am Herd, an der Theke oder im Biergarten. „Unterm Strich leisten viele der Vollzeit-Beschäftigten in der Gastro-Branche im Landkreis Rotenburg 30 bis 40 Überstunden pro Monat“, so Kettner. Besonders schlimm sei es an Wochenenden und Feiertagen wie dem anstehenden Pfingswochenende. Das bekämen demnach auch die Mini-Jobber zu spüren. Kettner wirft den Arbeitgebern vor, dass es völlig normal sei, „ein paar Stunden für umsonst dranzuhängen“. Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz seien in der Branche seit langem gang und gäbe. Jeder Gastwirt müsse jetzt damit rechnen, „dass die Dokumentation der Arbeitszeiten vom Zoll kontrolliert wird. Genau das passt vielen Chefs natürlich ganz und gar nicht“, sagt Kettner. Die NGG rät dazu, Überstunden aufzuschreiben, um diese nachweisen zu können.

Dass es im Mai und gerade an Pfingsten häufig viel Arbeit gibt, bestätigt Hartmut Peterek, Dehoga-Vorsitzender der Stadt Rotenburg: „Gerade wenn schönes Wetter ist, haben viele Gaststätten lange auf.“ Von 14-Stunden-Schichten weiß er aber nichts. Nathalie Rübsteck weist zudem auf die tarifliche Regelung zum Führen eines Zeitkontos hin: „Auch hier sind – im Übrigen mit der NGG vereinbart – bis zu 30 Überstunden im Monat bei einer Vollzeitbeschäftigung möglich.“ Daran habe auch der Mindestlohn nichts geändert.

„Unsere Branche arbeitet, um die Gäste zufriedenzustellen“, so Rübsteck. Daher seien kurzfristige Überstunden manchmal unvermeidbar. Diese würden aber aufgezeichnet und durch Freizeit wieder ausgeglichen oder später ausgezahlt. Dass ein vernünftiger Schichtplan die Probleme lösen würde, hält Rübsteck für fraglich. Zum Beispiel lasse sich das Ende einer Hochzeit nicht vorausplanen. Die „pauschale Behauptung“ der NGG entbehre jeglicher Grundlage. Für Rübsteck außerdem unklar: „Den Nachweis, woher die Gewerkschaft diese angeblichen Zahlen und Fakten hat, bleibt die Pressemitteilung komplett schuldig.“

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