Lions und Leas übernehmen Verantwortung

Booster-Aktion mit mehr als 400 Impfungen

Ein Gratislos der Leas zum Abschied – so viel Service begeisterte die frisch Geboosterten.
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Ein Gratislos der Leas zum Abschied – so viel Service begeisterte die frisch Geboosterten.

Rotenburg – Freitagmittag vor dem Corona-Schnelltestzentrum am Rathaus. Nur wenig deutet darauf hin, dass hier heute keine Wattestäbchen in Nasenrachenräumen versenkt werden, sondern Spritzen mit Biontec und Moderna in Oberarmen. Die für Impfaktionen sonst so typischen Warteschlangen fehlen; lediglich einige Stehtische und die Freiwilligen der Lions und Leas lassen die dreitägige Booster-Aktion ahnen, die die beiden hiesigen Lionsclubs mit nur zwei Wochen Vorlaufzeit aus dem Boden gestampft haben.

Damals flatterte HNO-Facharzt und Lions-Mitglied Felix Aschern eine E-Mail des Präsidenten Frank Fruggel auf den Bildschirm, in der dieser dazu aufrief, gerade in diesen Zeiten gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Das können wir“, dachte er – und schob die Initiative für bis zu 430 Impfwillige an. Doch nicht nur ihm ist es zu verdanken, dass an diesem Freitag die ersten Menschen ihren dritten „Shot“ erhalten, sondern auch den vielen Freiwilligen, die – obgleich vom Fach – hier zwischen den Trennwänden ihre Freizeit spenden oder wie Apotheker René Große Räumlichkeiten und Infrastruktur. „Das erleichtert die Logistik enorm“, meint Fruggel, das Schwierigste sei das Besorgen des Impfstoffes gewesen. Problemlos dagegen das Zusammenstellen des Team aus ehrenamtlichen Helfern; rund 40 sind an diesem Wochenende im Einsatz – eine illustre Runde von der Gynäkologin über den Zahnmediziner bis zum Tierarzt; „der sitzt aber nur bei der Annahme“, versichert Fruggel schmunzelnd, bevor er draußen Neuankömmlinge begrüßt und ihre Namen auf dem Klemmbrett mit der Liste abhakt.

Janin Schwarzkopf (r.) impft Karin Volkmar.

Diejenigen, die im Fünfminutentakt hier ankommen, haben über die Website der Lions vorab einen Termin gebucht; dass jemand Unangemeldetes geimpft wird, ist eher die Ausnahme. Bei einem Herrn über 80 habe man ein Auge zugedrückt, verrät er – „nicht alle sind mit der digitalen Technik vertraut und kennen jemanden, der ihnen beim Anmelden hilft.“ Ganz weggeschickt werde jedoch niemand, versichert Leas-Präsidentin Emine Bakici-Neujahr. Sie führt eine Warteliste, sollten am Ende des Wochenendes noch Impfdosen übrig sein. Sie lobt die Disziplin der Besucher: „Fast alle haben ihre Dokumente ausgefüllt und unterschrieben dabei.“

Der Blick ins „Danach“-Wartezimmer zeigt einen Querschnitt durch die Bevölkerung: Eine Mutter mit Kleinkind sitzt neben einem jungen Mann, gegenüber ein älteres Ehepaar. Karin Volkmar aus Horstedt, die im Gruppenchat ihres Kollegiums der Grundschule vom Termin gelesen hatte, ist nach dem Impfen durch Janin-Christina Schwarzkopf bereits auf dem Weg zum Ausgang. Gerade mal eine Viertelstunde ist vergangen von der Anmeldung über das Arztgespräch das Impfen und die obligatorischen 15 Minuten Wartezeit danach. „Das nenn ich eine Top-Organisation!“, meint die Lehrerin begeistert. Auch die Dame neben ihr, die vom Termin über den „Lions Buschfunk“ erfahren hatte und Bruder und Gatten gleich mitangemeldet hat, ist voll des Lobes: nicht nur über die freundliche, unaufgeregte Atmosphäre, sondern auch die einfache Anmeldung im Internet: „Das war alles schön übersichtlich.“

An der Anmeldung bilden der Initiator der Aktion Felix Aschern (l.) und Tierarzt Lutz Körner ein Team.

Beide hatten bereits einen Impftermin beim Haus- beziehungssweise Ohrenarzt vereinbart, sind aber dankbar, ihren Impfschutz nicht erst Ende Januar auffrischen zu können, wenn die sechs Monate längst überschritten sind. Zum Abschied bekommen sie noch ein Leas-Los geschenkt und sogar noch einen Dank mit auf den Weg, dass sie sich haben impfen lassen. „Das hat man auch nicht alle Tage“, meint ein älterer Herr und ruft zum Abschied durch die Tür des Testzentrums: „Euch vielen Dank, toll, was ihr da auf die Beine gestellt habt!“ Die von Aschern ins Feld geführte gesellschaftliche Verantwortung, sie hört nicht auf, wenn am Sonntag um 17 Uhr die Türen schließen und die letzten Nachrücker, über die die Facebook-Seite der beiden Clubs zeitnah informiert, geimpft sind. Denn die Honorare werden von den Ärzten und ihrem medizinischen Personal zu 100 Prozent gespendet für Kinder und Jugendliche, die besonders von der Pandemie betroffen sind.

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