Alternative Köstlichkeiten 

Veganes Weihnachtsessen: Rotenburger gibt auf Youtube Tipps 

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Der Rotenburger Dennis Schmidt gibt auf seinem eigenen Youtube-Kanal „Green Boooh - Veganger Sportgeist“ Tipps zu veganer Ernährung, Sport und Fairtrade-Mode.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Wenn am Heiligabend Familien oder Freunde zusammenkommen, um mit oder ohne Tannenbaum, vor oder nach der Bescherung gemeinsam das Fest mit einem Weihnachtsmenü zu zelebrieren, dann geht es in einigen Töpfen und Schüsseln vegan zu.  

Gut möglich, dass der ein oder andere als Aperitif gereichte Smoothie oder auch die vegane Pilzrahmsauce nach einem Rezept des Rotenburgers Dennis Schmidt auf dem Tisch landet. Die hat der Rotenburger extra zum Fest ins Netz gestellt – und damit wie so oft bei seinen Fans viral ins Schwarze getroffen.

Seit rund einem Jahr betreibt der bekennende Veganer auf youtube einen Kanal, auf dem er filmische Tipps zur veganen Ernährung, aber auch zu Sport und neuerdings auch Fair-trade-Mode gibt. Mehr als 90 Clips von mehreren Minuten Länge sind es inzwischen, die, wenn irgend möglich, immer Sonntags ins Netz gestellt und zwischen 400 und 4000 mal geklickt werden. Auf youtube hat er um die 1700 Abonnenten, auf Facebook sind es 2500 „Follower“, auf Instagram 900, die er zusätzlich mit rund drei Fotos pro Tag bei der Stange hält.

Blattspinat und Spinola-Algen

Was macht den Reiz eines Videos aus, in dem ein Anfang-30er im Hipster-Outfit am Küchentisch sitzt und schneller als in Echtzeit zum Beispiel Bio-Banane, gefrorene Mango, frischen Blattspinat und Spinola-Algen zu einem Smoothie verarbeitet? „Ich will die Lust an veganer Ernährung wecken, am Ausprobieren – und ich will unterhalten.“

Anfänglich habe er sich Gedanken gemacht: „Was kommt an?“, und habe auch Angst vor Kritik im Netz gehabt. Mittlerweile hat er seinen Weg gefunden, ohne den erhobenen Zeigefinger, dafür gern mit einem Augenzwinkern. Wenn er dabei ab und an polarisiert, ist dem Rotenburger das mehr als recht: „Früher habe ich überlegt, was darf ich sagen? Heute nehme ich die Szene und auch mich selbst gern mal auf die Schippe – vegan ist schließlich keine Religion.“ Da kann es dann auch mal passieren, dass seine Freundin für den Film ihm bei seinem Bekenntnis, dass er vegan leben will, ein Glas Wasser ins Gesicht und ihn aus der Wohnung und romantischem Candlelight Dinner schmeißt.

Die vegane Weihnachtsgans

Und nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Bildsprache hat der selbsterklärte „technische Beid-Linkshändler“ seinen Weg gefunden: Schnelle Schnitte, kurze Sequenzen: Das kommt in der Szene an. Die Klickzahlen geben ihm Recht. Je nach Thema, vom „Besiegen des eigenen inneren Schweinehunds“ über den Test eines neuen Sportschuhs bis zum Interview mit dem Gründer eines alternativen T-Shirt-Labels, erreichen seine Clips zwischen 400 und 4000 Views. Am meisten seien kurioserweise die Filme über vegane Ersatzprodukte geklickt worden – „so etwas wie den veganen Burger oder die vegane Weihnachtsgans gibt es nämlich auch zu kaufen“, meint der Hobbysportler, der in den Rotenburger Drogeriemärkten, im Bio-Supermarkt oder auch den Bio-Ecken der Supermärkte so gut wie alles vorfindet, was das vegane Herz begehrt.

Was den hauptberuflichen Erzieher dazu treibt, neben dem Vollzeitjob, Hobbies wie dem Triathlon und Organisation von Poetry Slams, noch regelmäßig in der knappen Freizeit das zeitintensive Medium zu bedienen? Finanzielle Anreize schließt er aus; Geld etwa aus Werbeeinnahmen fließt nicht, „dazu ist mein Blog denn doch zu klein.“

Viele neue Dinge kennenlernen

Sicherlich spielt auch der Drang zur Selbstdarstellung eine Rolle; „das war schon so, als ich Musik gemacht habe, oder beim Poetry Slam.“ Da sei es auch so gewesen: „Du denkst, du schreibst mal einen Text – und auf einmal organisierst du selbst eine ganze Reihe….“ Ähnlich sei es mit der Beschäftigung mit veganer Ernährung gewesen:

Nach der Rebellion gegen die gesunde Lebensweise seiner Eltern und dem damit verbundenen Gang zu Dönermann und Pizzabude im Alter von 16 fing Schmidt an, sich – zunächst zur Gewichtsreduktion – vegetarisch zu ernähren. „Das war gar kein Dogma, es hat sich einfach so entwickelt!“, meint der 30-jährige, dem Fanatismus jedweder Ausprägung zuwider ist. 

Die Beschäftigung mit den Büchern von Attila Hildmann führte vor einigen Jahren zur veganen Ernährung. „Das war nicht irgendwie ein Verzicht, sondern du lernst im Gegenzug ja viele neue spannende Dinge kennen!“ Wenn man den Blick durch die gemütliche Küche in dem Rotenburger Altbau schweifen lässt, findet man dies bestätigt: Da stehen Hanfsamen einträchtig neben Amaranth oder Quinoa.

Also freie Fahrt für das Weihnachtsmenü am Heimischen Herd? „Jein!“ Er selbst pflegt mit der Familie am Heiligabend die Tradition des Raclettes – „das ist super, weil in den Pfännchen jeder seine Essgewohnheiten realisieren kann“; am ersten Weihnachtstag geht es zum Chinesen – „auch da ist vegan kein Thema!“

Die Videos von Dennis Schmidt sind auf Youtube, Instagram und Facebook unter „Green Boooh – Veganer Sportsgeist“ zu finden.

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