„Hauptsache Sonne, Strand und Meer“

Urlauber aus dem Landkreis wollen politisches Statement setzen

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Ein so mäßiges Treiben an einem der Strände in Antalya war zur Ferienzeit früher undenkbar.

Rotenburg - Von Lea Hoops. Bilder von beinahe leeren Stränden an Küstenorten der Türkei wie Alanya, Antalya und Kemer sind in den Medien zur Urlaubszeit präsenter denn je. Die Mitarbeiter der Reisebüros im Landkreis Rotenburg bemerken die Umorientierung ihrer Kunden und geben Aufschluss über deren Motive.

Rund 2,2 Prozent weniger Deutsche verreisten letztes Jahr länger als fünf Tage am Stück im Vergleich zu 2011 in die Türkei, so geht es aus einer Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen von 2017 hervor. Das mag zuerst nicht nach viel klingen, bedeute aber in Zahlen das Wegbleiben von in etwa einer Millionen Touristen allein aus dem deutschen Raum.

Reisenden gehe es darum „ein politisches Statement zu setzen“

„Die Kunden möchten die Politik des Staatsoberhauptes Erdogan nicht unterstützen“, gibt Monika Bruns von dem Reisebüro „DER“ in Rotenburg ihre Einschätzung wieder. Angst vor Terror sei da eher zweitrangig, es ginge mehr darum, „ein politisches Statement zu setzen“. Bruns rate auch nicht davon ab, aus Furcht vor Anschlägen der Türkei fernzubleiben. „Dort gibt es keine Reisewarnung, in den touristischen Gebieten ist eigentlich alles sicher.“

Der Inhaber des Reisebüros „Tui Travelstar“ in Sottrum, Lutz Ilenborg bemerkt zusätzlich, dass der Mittelmeerraum für viele Urlauber im Landkreis austauschbar sei. „Die Leute kommen her und sagen: Hauptsache Sonne, Strand und Meer“, da komme es nicht mehr darauf an, in welchem Land sich nun der Strand befinde. „Spanien und Griechenland konnten die Preise daraufhin natürlich anziehen.“ Diese beiden Länder hätten am meisten von dem mangelhaft anmutenden Interesse am Türkeiurlaub profitiert.

Trotzdem fliegen einige noch immer in die Türkei. Ilenborg unterscheide dazu zwischen zwei Arten von Kunden im Landkreis. „Die einen können Urlaub und die Politik unter Erdogan vereinbaren, die anderen sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis sowie die Gastfreundschaft einfach top sind.“ So würden sie eine klare Grenze zwischen ihrem Urlaub und den Handlungen vom Staatschef der Türkei ziehen. Auch Bruns kenne die Stammgäste, sie würden jedes Jahr fahren. Worte wie „Ich war immer dort“ höre sie häufiger von ihnen. Einschüchterung käme da nicht in Frage und die, die bereits wiedergekommen wären, hätten einen schönen Urlaub, ganz ohne Probleme, in dem Einheitsstaat verbracht.

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