Stadt Rotenburg verleiht Umweltschutzpreis

Urkunde klebt künftig an der Tür

Andreas Weber übergibt Lian und Alma Urkunde und Preisgeld: Sie hatten das Projekt des Montessori-Kinderhauses beim Jury-Besuch selbst vorgestellt und so den ersten Preis in der Kategorie Schulen und Kindergärten gewonnen. - Fotos: Quebe

Rotenburg - Von Inken Quebe. Der Nachwuchs war es, der die Jury in der Kategorie Schulen und Kindergärten nachhaltig beeindruckt hatte: Lian und Alma stellten beim Besuch der Wertungsrichter nämlich das Projekt vor, mit dem sich das Montessori-Kinderhaus um den Umweltschutzpreis beworben hatte. Das Konzept ging auf, die beiden sicherten dem Kinderhaus bei der Verleihung am Dienstagabend den ersten Preis.

Die beiden zappelten in der dritten Reihe des Ratssaals und drückten die Daumen, obwohl das gar nicht mehr nötig war. Eine „sehr hohe Vorbildfunktion, Engagement und auch ökologische Bedeutung“ bescheinigte Bürgermeister Andreas Weber dem Projekt im Namen der Jury. „Ein wichtiger Baustein unserer Pädagogik ist es, die enge Beziehung und Wechselwirkung zu Natur, Umwelt und dem ,realen Leben‘ zu vermitteln“, so hat das Kinderhaus, das es seit 2003 gibt, es selbst in der Bewerbung formuliert. Das setzt man dort nach Meinung der Jury auch sehr gut um: Es gibt demzufolge beispielsweise Bio-Obst und -Gemüse zum Frühstück, Milch in Mehrwegbehältern, einen Kartoffeltopf mit Sichtfenster, ein Distelfalterprojekt, sogar um ein Hochbeet mit Gemüse wird sich gekümmert. Und weil Lian und Alma der Jury das alles vorgestellt hatten, durften sie dann auch den Geldpreis in Höhe von 300 Euro sowie die Urkunde entgegennehmen.

Ähnlich große Freude – insbesondere über die Urkunde – kam bei Anita Wolf auf, die sich in der Unterkategorie Naturnahe Gärten bei den Privatpersonen einen der zwei ersten Plätze sicherte. Aufgrund der extremen Größenunterschiede der beiden erstplatzierten Gärten habe die Jury diese nicht vergleichen wollen. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Zabel sei laut Jury bewiesen worden, dass ein kleiner Garten kein Ausschlusskriterium für einen Naturgarten sein müsse. Auf nur 100 Quadratmetern – inklusive Wohnhaus – lassen sie der Natur freien Lauf. „Hier findet jeder seinen Platz“, so Sarina Pils in ihrer Laudatio. Das Paar habe die naturnahe Gestaltung sehr gut den Standort- und Platzverhältnissen angepasst.

Gewinner spenden ihr Preisgeld

Bei den Nachbarn ihres Reihenhauses kommt das allerdings nicht so gut an. „Die Nachbarn sagen, was habt ihr denn für einen Dschungel? Könnt ihr das nicht zurückschneiden?“ Deshalb will Wolf die Urkunde nun an die Haustür kleben. Und nicht nur das: Das Paar spendet die gewonnen 300 Euro nach eigener Aussage wiederum für die Umwelt – nämlich dem Naturschutzbund (Nabu) für weitere Projekte.

Für massive Gesellschaftskritik nutzte Gundula Hiddessen die öffentliche Bühne im Ratssaal. Sie hatte einen Sonderpreis mit den „Müllladies“ abgeräumt, weil die Frauen sich seit 2015 jeden ersten Freitag im Café Hollmann getroffen und dann die Natur von Müll befreit haben. „Der Anblick von Müll scheint einigen einen visuellen Genuss zu bereiten“, konnte sie sich nicht erklären, warum es überhaupt notwendig ist, Müllsammelaktionen durchzuführen. Sie fragte: „Wer bringt den Kindern und Jugendlichen bei, Dinge einfach wegzuwerfen?“ Und mahnte gleichzeitig an, mehr auf die Umwelt zu achten: „Frage nicht, was die Stadt für dich tun kann. Frage dich, was du für deine Stadt tun kannst!“

Kriterien und die Gewinner im Überblick

Bereits zum 15. Mal seit 1990 hat die Stadt diesen Preis zum Schutz der Umwelt nun vergeben und in diesem Jahr insgesamt 2 500 Euro verteilt. Bei neun Besichtigungen haben sich die Jurymitglieder selbst ein Bild von den jeweiligen Projekten gemacht. 17 Bewerbungen waren eingegangen, allerdings waren zwei davon nicht teilnahmeberechtigt, weil sie nicht aus dem Stadtgebiet und den dazugehörigen Ortschaften kamen. Als Arbeitsgrundlage gelten die Kriterien „ökologischen Wertigkeit“, der „Vorbild- und Signalcharakter der durchgeführten Maßnahme“ und der „persönliche Einsatz“. Mitbewertet werde, wie lange die vorgestellten Umweltschutzmaßnahmen bereits durchgeführt wurden. Weiterhin sei auch die Ehrenamtlichkeit der durchgeführten Projekte eingeflossen.

Vereine: 1. Preis: Ünnerstedter Spieker mit Zusatz-Preis für den Kindergarten Unterstedter Strolche; 2. Preis: Umweltbildungszentrum Wümme der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümmeniederung und an den Förderverein der Schule am Grafel; Teilnahmeurkunde an die Rotenburger Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (Ranu); Teilnahmeurkunde, Insektenhotel und Fachbuch an den Kleingartenverein Friedland.

Firmen: 1. Preis: Firma Snoek Naturprodukte, Mulmshorn.

Kindergärten/Schulen: 1. Preis: Montessori-Kinderhaus; 2. Preis: Schulgarten-AG der IGS sowie Jahrgang 6 der IGS.

Privatpersonen (Unterkategorie: Naturnahe Gärten): 1. Platz: Anita Wolf und Gerhard Zabel: „Kleiner Reihenhausgarten mit großer Vielfalt“ sowie Sigrit Hauschulz und Siegfried Rösch: „Natur fast pur in Mulmshorn“; 3. Platz: Marion Kroppach-Frey und Udo Frey: „Ein Garten mitten in der Stadt“; Teilnahmeurkunde und Fachbuch an Martin Borgas für Müllsammeln am Weichelsee; Sonderpreis „Engagement“: „Müllladies“.

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