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Unterwegs in drei Rotenburger Museen

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Rotenburg,
Rotenburgs ältestes Gebäude: das Rudolf Schäfer-Haus an der Großen Straße (links oben). Die höchste Galerie der Kreisstadt: der Kunstturm neben dem Ronolulu (rechts). Die Cohn-Scheune zeigt sich am 21. Mai ebenfalls. © Michael Schwekendiek

Rotenburg - Von Michael Schwekendiek. Das ist gar nicht so häufig bei Kleinstädten im Dunstkreis von Metropolen: Rotenburg hat mehr Einpendler als Auspendler. Menschen, die hier arbeiten, aber nicht leben, das sind Einpendler. Ein großer Teil von ihnen kommt aus Bremen oder aus Hamburg.

Warum wohnen sie nicht in Rotenburg? Eine repräsentative Untersuchung dazu wäre wünschenswert. Was man aber so hört, ist: Es ist zu wenig los! Kaum ein kulturelles Angebot, kein Kino, die Kneipenszene ausbaufähig. Na ja, und die Kunst- und Museenlandschaft sei auch nicht überwältigend. Genau da gucken wir genauer hin und werden in einer Serie drei Rotenburger Museen vorstellen. Klein, aber einzigartig: Rudolf-Schäfer-Haus, Cohn-Scheune und Kunstturm. 

Die Vorstandsvorsitzenden der drei Museums-Vereine, Inge Hansen-Schaberg, Peter Mokrus und Ernst-Ulrich Pfeifer, haben eine Idee entwickelt, die am 21. Mai umgesetzt werden soll. Dann ist bundesdeutscher „Museumstag“, und den will man in Rotenburg in diesem Jahr groß begehen. Thema: „Glaube, Liebe, Hoffnung“. 

Das soll exemplarisch an den drei Orten entwickelt werden. Los gehen wird es aber erst einmal um 14 Uhr im Rathaussaal. Hermann Haller aus Hannover wird zu Gast sein und Interessantes in der Kunst entdecken. Haller ist Professor für Nephrologie (Nieren- und Hochdruckerkrankungen) an der Medizinischen Hochschule Hannover – in Deutschland mittlerweile eine der Top-Adressen der Universitätsmedizin. 

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Hermann Haller

Zu gewissen Vorlesungen Hallers pilgern allerdings auch Besucher aus anderen Fakultäten in hellen Scharen: Er widmet sich dann dem Themenkomplex Kunst und Medizin; liest aus alten Bildern heraus, wer da vielleicht unter welcher Krankheit leidet, erkennt die gichtknotigen Finger mancher Schlossherren auf großformatigen Gemälden oder die Säufernasen bei Rembrandts „Nachtwache“. 

Und das alles so beeindruckend und kurzweilig, dass die hannoverschen Vorlesungssäle regelmäßig bestens gefüllt sind, wenn Haller mit Kunst kommt. Da, so Inge Hansen-Schaberg, ist man sich sicher, dass auch der Rotenburger Rathaussaal gerade eben ausreichen wird, wenn schon so etwas Herausragendes geboten wird.

„Kultur-Spaziergang“

Im Anschluss an den Vortrag, soll es eine Art „Kultur-Spaziergang“ durch die Wümmestadt geben: Zu jeder vollen Stunde (15, 16 und 17 Uhr) wird in den drei genannten Museen etwas geboten: Im Schäfer-Haus an der Großen Straße wird es um das Thema „Glaube“ gehen. Rudolf Schäfer war immerhin einer der bedeutendsten deutschen Kirchenmaler des letzten Jahrhunderts. 

Die Rotenburger ehemalige Pastorin Ina Welzel wird stündlich dazu vortragen. Welzel beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Rotenburger Ehrenbürger Schäfer. In der Cohn-Scheune gegenüber der Stadtkirche wird Professor Michael Amthor, einer der profundesten Kenner des Judentums in unserer Region, über das Thema „Hoffnung im Judentum“ vortragen.

Beeindruckende Bilder in der Cohn-Scheune

Auch Amthor ist im Übrigen ein exzellenter, sehr kurzweilig vortragender Referent. In der Cohn-Scheune sind – neben der Dauerausstellung – noch die beeindruckenden Bilder der argentinischen Künstlerin Mónica Laura Weiss zu sehen. Das Thema „Liebe“ hat sich der Kunstturm neben dem Ronolulu vorgenommen. Sechs Kunstschaffende werden dazu ausstellen. 

Die eigentliche Vernissage startet zwar schon um 11 Uhr, doch soll die Zeit bis zum Vortrag Hallers im Rathaus mit einem lockeren Büfett am Kunstturm überbrückt werden. Später wird es dann auch dort zu jeder vollen Stunde durch den stellvertretenden Vorsitzenden Hermanus Westendorp eine kurze Einführung in die neue Ausstellung geben. Lange nicht alle Menschen aus unserer Region kennen diese drei Rotenburger Museen. Wir werden sie deshalb demnächst noch einmal nacheinander vorstellen.

Der 21. Mai, ein Sonntag, wird eine hervorragende Gelegenheit bieten, endlich mal alle drei anzusehen und sich davon zu überzeugen, dass die Kreisstadt auch auf diesem Sektor Einiges zu bieten hat. Die Organisatoren haben im Übrigen angekündigt, dass es bei allen „Stationen“ nicht nur etwas zu hören und zu sehen gibt; auch für Getränke und Snacks ist gesorgt. Und zudem ist alles kostenlos. Könnte ein besonders schöner Nachmittag werden!

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