Lars Klingbeil lädt Gerhard Schröder ein

Wahlkampf-Unterstützung vom Altkanzler

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Der frühere SPD-Vorsitzende und ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt am 30. August nach Rotenburg.

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist Wahlkampf. Die Kandidaten für die Bundestagswahl am 24. September gehen auf Stimmenfang. Beliebt sind dabei Besuche von prominenten Kollegen aus Berlin sowie von Ministerpräsidenten, die ihnen dabei helfen sollen. Minister sind besonders gefragt. Aber auch Parteigrößen, die im aktuellen Geschehen auf der politischen Bühne nicht mehr mitmischen. Einer von ihnen: Gerhard Schröder, der frühere SPD-Parteivorsitzende und ehemalige Bundeskanzler. Schröder kommt nach Rotenburg – auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil tritt er am 30. August um 19 Uhr im Buhrfeindsaal an der Elise-Averdieck-Straße auf.

Klingbeil hatte für Mittwoch Mittag in ein Rotenburger Café eingeladen, um dort 60 Tage vor der Wahl offiziell seinen Wahlkampf zu starten. „Es wird spannend“, sagt er und meint damit vor allem den Ausgang innerhalb des Wahlkreises Rotenburg I / Heidekreis, den er seit acht Jahren im Bundestag vertritt. „Ich will den Wahlkreis direkt gewinnen“, fügt Klingbeil an. Bislang war ihm das noch nicht gelungen – beim letzten Mal hatte Reinhard Grindel (CDU) mit rund 5 000 Stimmen die Nase vorn. Diesmal wird er sich vor allem mit Grindels Nachfolgerin Kathrin Rösel messen müssen. Klingbeil: „Wir verstehen uns und ziehen für die Region an einem Strang. Aber natürlich will jeder für sich den Wahlkreis gewinnen.“

Der Sozialdemokrat bekommt noch mehr Unterstützung: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Oppermann, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Malu Dreyer als Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz sowie Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz haben Klingbeil bereits ihre Zusagen gegeben und werden in den Wahlkreis kommen.

Themen, die die Menschen direkt betreffen

Lars Klingbeil 

Damit allein lässt sich ein Wahlkampf aber nicht gewinnen. Klingbeil setzt vor allem auf die Erststimme und damit auf Themen, die die Menschen in seinem Wahlkreis direkt betreffen: „Ich will in den nächsten Wochen mit Ideen für die lokale Ebene unterwegs sein.“ Unterstützt werde er dabei von einem jungen Team mit 50 Leuten, die sich über „WhatsApp“ organisieren, aber auch von der Partei vor Ort sowie auf Landes- und Bundesebene. „Ich biete einen fairen Wahlkampf an, ich bin für eine faire Auseinandersetzung“, betont der Sozialdemokrat, der sich ganz bewusst auch mit Vertretern der AfD auf ein Podium setze.

Themen, die ihn bewegen, nennt er auch: die Erdgasförderung mit seiner Forderung, dass das Gebiet der Rotenburger Rinne vom Fracking verschont bleibt, Investitionen in Schulen und Sportstätten, Lärmschutz an der A7 sowie entlang der „Amerikalinie“ und Breitbandausbau.

Direkter Kontakt steht im Vordergrund

Klingbeil will auf seiner Homepage schon bald Wahlprogramme für die Kommunen in seinem Wahlkreis präsentieren. Hausbesuche, Grillfeste und Verteilaktionen – der Munsteraner setzt auf den direkten Kontakt mit den Menschen. Und dabei lasse er sich nicht von schlechten Umfrageergebnissen für seine Partei irritieren. „Die letzten Tage sind entscheidend“, sagt er. Er sei allerdings nicht bereit, über mögliche oder unmögliche Koalitionen zu sprechen. Das sei „überflüssig wie ein Kropf“. Die große Koalition habe jedoch viel auf den Weg gebracht, aber sie sei für die Demokratie nicht immer gut. Erst einmal gelte es nun, das bestmögliche Ergebnis einzufahren. Vor diesem Hintergrund stelle er sich auch den Fragen zur Mobilität oder zur Ärzteversorgung im ländlichen Raum sowie zur Verbesserung der Situation in kleinen Krankenhäusern. Termine mit prominenten Kollegen aus Berlin und den Ländern helfen dabei – „sie sind Anknüpfungspunkte für die Zeit danach.“ Für die Zeit nach der Wahl sehen einige Journalisten Klingbeil schon in einem Ministeramt – gesetzt den Fall, dass die SPD es soweit bringt. „Das ehrt mich“, sagt er. Aber: Erst einmal sei Wahlkampf, auch wenn er schon deutlich gemacht habe, dass er gerne noch mehr mehr Verantwortung übernehmen würde. Vielleicht hilft ja der Altkanzler – den kennt Klingbeil schon lange. Einst hat er in dessen Team gearbeitet.

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