Unterstützer informieren vor Hilfsaktion am 26. April

Blutspende ersetzt nicht die Typisierung

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Silke Döbel

Rotenburg - Bei einer Blutspende erfolgt keine Typisierung der Stammzellen. Silke Döbel aus Hemslingen, Mit-Schirmherrin der Typisierung für Lars G. und Andreas M. am 26. April in Rotenburg, haben entsprechende Kommentare erreicht: „Wieso, ich bin doch registriert, ich spende doch Blut.“ Das sei Anlass genug, noch einmal auf das Prozedere hinzuweisen.

„Ein Irrtum. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge“, sagt Döbel, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Gesundheit“ in der Samtgemeinde Bothel. Wer bereit ist, Spender von Stammzellen zu werden, stellt zwar dafür auch sein Blut zur Verfügung, aber muss extra registriert werden bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Bei der Typisierungs-Aktion am Sonntag, 26. April von 11 bis 17 Uhr in der Adolf-Rinck-Halle in Rotenburg (Freudenthalstraße 3), werden künftigen Lebensrettern zwei kleine Blutproben abgezapft. Wer später als Spender infrage kommt, wird im Bedarfsfall informiert. Anschließend bekommt er ein Mittel, das die Stammzellenproduktion anregt. Die vermehrt auftretenden Zellen werden ins Blut gespült. Wie bei einer Blutspende wird der potenzielle Lebensretter dann „angezapft“. Das ist bei 80 Prozent der Fall. Die Abnahme dauert nur länger als eine herkömmliche Blutspende. Das Verfahren ist dem einer Blutwäsche ähnlich. Eine wirkliche „Knochenmarkspende“, die unter Vollnarkose dem Beckenkamm entnommen wird, sei eher die Ausnahme.

Eine Typisierungsaktion für Lars G. und Andreas M. ist notwendig, da sie im familiären Umfeld keinen potenziellen Spender gefunden haben. Das ist bei einem Drittel der Leukämiefälle so. „Der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender. Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender außerhalb der Familie zu finden, liegt bei 1 zu 20000 bis 1 zu mehreren Millionen. Unter Umständen findet sich auch unter mehreren Millionen niemand“, teil die DKMS mit. Deshalb ist jede Registrierung wichtig. In Deutschland erhält alle 16 Minuten ein Mensch die Diagnose Leukämie (Blutkrebs). Der Großteil davon sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung laut DKMS eine Stammzellenspende ist. Jeder fünfte Patient findet derzeit aber keinen Lebensretter.

bd

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