Ortsrat verabschiedet den Haushalt 2018

Unterstedt geht eigene Wege

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Ortsbürgermeister Uwe Lüttjohann (l.) und der Leiter vom Amt für Planung, Entwicklung und Bauen, Clemens Bumann, waren sich während der Ortsratssitzung nicht immer einig.

Unterstedt - Von Heinz Goldstein. Das ist bisher noch nicht oft vorgekommen, dass gleich zwei Beschlussvorlagen der Stadt Rotenburg vom Ortsrat Unterstedt abgelehnt worden sind. So geschehen am Donnerstagabend während der öffentlichen Sitzung im Waldhof.

Während der Septembersitzung hatte der Ortsrat beschlossen, einen Antrag auf Einrichtung eines Haltepunktes der Bahn im Rahmen des Ausbaus und der Planung der Alpha-E-Trasse Rotenburg-Verden zu stellen, obwohl bereits zu dem Zeitpunkt bekannt gewesen ist, dass die Kriterien aktuell und auch in naher Zukunft in Unterstedt nicht erfüllt werden. Sie wollten etwas Schriftliches in der Hand haben, hieß es.

Bei der Sitzung am Donnerstagabend ist der Antrag erneut auf der Tagesordnung gewesen. So argumentierten Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und der Leiter vom Amt für Planung, Entwicklung und Bauen, Clemens Bumann, während der Sitzung, dass nach einem Treffen mit der Landesverkehrsgesellschaft in Hannover (LNVG), bei dem auch Ortsbürgermeister Uwe Lüttjohann zugegen war, klar ersichtlich geworden ist, dass die geforderten Voraussetzungen nicht erfüllbar sind.

Bürgermeister enttäuscht

Abgesehen von den Kosten in Millionenhöhe werde bereits ein wichtiges Kriterium, dass in einem Radius von 1,5 Kilometern mehr als 2 000 Einwohner leben müssen, nicht erfüllt. Diese und weitere Bedingungen sind auch auf längere Sicht nicht erfüllbar, so Weber, der befürchtet, dass die Stadt bei einem von vorn herein ohne Erfolgsaussichten gestellten Antrag in Hannover nicht mehr ernst genommen werden könnte.

Außerdem kann jederzeit ein Antrag gestellt werden, wenn sich die Voraussetzungen ändern sollten, erklärte Bumann. Webers Vorlage sah also ohne wenn und aber den Verzicht vor. Nach längerer Diskussion stimmten drei Ortsräte für die Beschlussvorlage und sechs dagegen. Der Verzicht wurde damit abgeschmettert und der Antrag wird gestellt. Die Enttäuschung über die Entscheidung war dem Bürgermeister anzusehen.

Uneinigkeit über weitere Umkleidekabinen

Uneinigkeit zwischen Stadt und Unterstedt herrschte auch bei der Planung von weiteren Umkleidekabinen am Sportplatz neben dem Mehrzweckhaus: Zwei Kabinen für elf, davon sieben Jugendmannschaften, im Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften reichen nicht mehr aus – das ist allen Beteiligten hinreichend bekannt. Zumal 2017 noch ein Damenteam hinzugekommen ist.

Vier Varianten an verschiedenen Orten und die Bauweise standen zur Auswahl, die Maren Diercks vom städtischen Bauamt mit Vor- und Nachteilen vorstellte. Während die Stadt als beste Lösung ein separates Gebäude auf dem Parkplatz (geschätztes Finanzvolumen 75. 000 Euro) zu errichten vorschlug, schlossen sich die Ortsräte aber der Meinung der Sportler an. Diese begründeten während einer kurzen Sitzungsunterbrechung, warum der Standort am Spielfeldrand (geschätztes Finanzvolumen 100. 000 Euro) für sie geeigneter ist. So müssten keine weiteren Parkplätze geopfert werden. Außerdem würden weitere Duschräume zur Verfügung stehen.

Abstimmung über Budget 2018

Als Beispiele nannten die Befürworter die Umkleiden beim SV Schwitschen. Die anderen Varianten würden zudem das Gesamtbild des Sportplatzes zerstören. Die Sportler wollen sich bei der Wunschlösung mit intensiven Eigenleistungen am Bau beteiligen, erklärte Otto Kettenburg in einem dem Ortsrat vorliegenden Schreiben. Der Ortsrat vertagte die Beschlussfassung auf eine der nächsten Sitzungen. Es war keine Eile geboten, zumal Gelder für Zuschüsse für dieses Bauvorhaben erst Mitte nächsten Jahres zur Debatte stehen.

Der Etat 2018 hingegen lag dem Ortsrat bereits zur Abstimmung vor. Frank Rütter trug die Zahlen vor. Die Ansätze für Ausgaben für Verwaltungstätigkeit belaufen sich inklusive Bauhofkosten auf rund 98. 000 Euro. Weil die Einnahmen dieser Mittel nicht ausreichen, muss zum Ausgleich ein Übertrag von nahezu 40 .000 Euro von den Investitionsmitteln vorgenommen werden. Der Ortsrat Unterstedt stimmte ohne Gegenstimme dem Budget fürs nächste Jahr zu.

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