Unsere Kolumne zum Stadtradeln – heute vom Bürgermeister

Prioritäten setzen

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Der Bürgermeister verzichtet drei Wochen lang aufs private Auto – und berichtet über seine Erlebnisse auch bei uns.

Von Ex-„Stadtradler-Star“ und Bürgermeister Andreas Weber. Stadtradel-Star zu sein fiel gar nicht so schwer. Weil ich halt ohnehin schon viel auf das Auto verzichte. Dann aber sollte ich auch noch zusätzlich als Bürgermeister auf den Dienstwagen verzichten. Ob das klappen würde, war mir bei der Verpflichtung noch nicht so klar.

Im familiären Bereich ging alles gut. Selbst am Sonntag beim Besuch unserer Kinder und Enkelinnen in Lübeck hatten wir auf das Auto verzichtet, sind mit dem Metronom und dann mit dem Regionalexpress weiter nach Lübeck gefahren. Auch mit Fahrrad und schwerem Geburtstagsgepäck war dieses möglich gewesen. Ein Erfolg: Tolle Radtour durch Lübeck, Radtouristen auf der Reise kennen gelernt, zusätzlich 25 Kilometer mit dem Rad geschafft und die nicht vorhandene Barrierefreiheit am Bahnhof Rheinfeld erfahren. Was haben wir es in Rotenburg doch gut!

Dann aber eine kurze wichtige Besprechung am Mittwoch in Soltau. Als Bürgermeister wollte ich unbedingt mit dem Bundesnetzagentur-Präsidenten selbst sprechen – über den „SuedLink“, durch den unsere Ortschaften Mulmshorn, Waffensen und Unterstedt betroffen sein könnten, und hatte die Zeit für Anfahrt und Rückfahrt mit dem Fahrrad nicht, weil die Termine zu eng gesteckt waren.

So musste ich schweren Herzens die Priorität für den Dienstwagen setzen und habe dabei ein echt schlechtes Gewissen gehabt. War aber nicht zu verhindern!

So habe ich am Tag danach bei den Organisatoren und der Presse gemeldet, dass ich einmal in den vergangenen zwölf Tagen die Prioritäten anders setzen musste – und habe meinen Status als „Stadtradel-Star“ sofort verloren. Sehr konsequent!

Ich mache aber als normaler Stadtradler voll weiter – schließlich können wir mit unserer gemeinsamen Leistung noch zweitaktivste Kommune in Niedersachsen werden! Auf geht‘s!

http://stadtradeln.de/rotenburg_wuemme2015.html

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