Rollentausch feiert Premiere mit „Im Park“

Ein ungewöhnliches Stück

Eine Szene aus „Im Park“: Naturwissenschaftler Dr. Klimmper erklärt die Welt. - Foto: Bonath

Rotenburg - In „Im Park“, eine von Witz, trockenem Humor und Tragik durchsetzte Komödie des Engländers Ramon Pierson, wird viel gesagt, oft ohne zu sprechen, manchmal Unverständliches heruntergeschnurrt und immer wieder eine Lebens- weisheit nach der anderen in die Besucherreihen „geblasen“.

Verhaltenes Kichern, herzliches Lachen, nachdenkliches Schweigen – so, „wie das Leben eben ist“. „Im Park“ mit seiner spärlichen Kulisse aus zwei Bänken, einem grünen Blattgewächs, mit „Freund Max“, der „Freundmaschine“, die für einen Euro für Besucher zum Gesprächspartner wird. Und dann, nach zwei Stunden, das jähe Ende des ungewöhnlichen Stücks: Der Zuschauer wird allein gelassen und seinen Reflexionen überlassen.

Regisseur Heribert Eiden, der mit der 16 Mitglieder zählenden „Rollen-Tausch“-Amateurtheatergruppe in diesem Jahr das neunte Stück in Rotenburg aufführt: „Ich weiß, dass es ein ungewöhnliches Stück ist, weil es keine gradlinige Handlung hat. Umso mehr freue ich mich, dass unser Team eine Topleistung geboten hat, allen voran unsere Mädchen.“ Die Mehrzahl der Zuschauer, so Eiden, sei begeistert gewesen. Es sei allerdings von wenigen auch Kritik angekommen. „Im Park“, weiß der pensionierte Lehrer und Regisseur, liege „abseits des herkömmlichen Erzähltheaters“.

Mitten im Leben: Unvermittelt oder regelmäßig treffen in diesem Park einer Stadt unterschiedliche Charaktere in bunten Situationen zusammen. Sie sagen Interessantes, Sinnloses, Halbsätze, verstreuen Wörter, sind still, verständigen sich als Taubstumme über die Gebärdensprache. Immer dabei sind oft sehr viel Herz, Witz, Tragik, tatsächliche oder scheinbare Intelligenz, derbe Sprüche und zahlreiche Schlenker in die Nachdenklichkeit. Der Parkarbeiter in der blauen Latzhose, die Nichtstuer Alfred und Manfred, die außer ein paar Bruchstücken nichts herauskriegen, die Mutter, die sich Sorgen um die weggelaufene Tochter macht, die Frau mit Hund Bruno, der partout nicht mit zur Post will, der Naturwissenschaftler Dr. Klimmper, der einen Schwall an Weisheiten über die Bühne gießt, Mike, der Jogger, der wie ein Besessener Haschisch sucht und mit „dem Franzosen“ einfach nicht ins Gespräch kommen kann, die beiden Mädchen, die ein klein wenig mehr als Freundinnen sind, der Alte mit Baskenmütze, der kaum spricht, aber mit dem Handstock fast überall dabei ist. Die Kopie der „richtigen“ Welt, wo das Loch in der Erde zum Thema werden kann. Wo auf die kurze Frage „Kaffeemaschine?“ die knappe Antwort „Keine Kaffeemaschine“ folgt. Da schiebt die Mutter den Kinderwagen durch den Park: „Raus aus der muffigen Wohnung. Ist doch besser, als vor dem Fernseher zu sitzen.“

Mike taucht wieder auf, diesmal mit Messer und wird aggressiv. Die hilflose Freundin: „Früher war er irgendwie anders...“ Und dazwischen mit schwarzem Zylinder der elegant tanzende Mime, der mit weißen Handschuhen die Luft streichelt als wäre sie ein Spiegel. In „Im Park“ wird dem Publikum ein Spiegel hingehalten, wer will, kann sich erkennen, wer nicht will, der hat viel gesehen.

„Im Park“ wird auch am Freitag und Samstag in der Theodor-Heuss-Schule gezeigt. Karten gibt es bei Famila und im Info-Büro, außerdem in Scheeßel bei der Buchhandlung Wandel sowie an der Abendkasse. - bn

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