Umweltschutzausschuss beschließt Fällung / UBZ-Zuschuss bleibt bei 15000 Euro

Der Stein des Anstoßes ist eine Amerikanische Eiche

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Der Baum auf dem Schulgelände muss weg, sagt die Stadt. Die Anwohner hätten ihn aber lieber behalten.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Eigentlich, sagt Bürgermeister Andreas Weber, will die Stadt jeden Baum erhalten. Doch dieser muss weg. Eine Amerikanische Eiche stand am Montagnachmittag im Mittelpunkt der Sitzung des Umweltschutzausschusses der Stadt, beziehungsweise: die Entscheidung, sie zu fällen. Die Verwaltung um den SPD-Politiker Weber sieht sich in der Pflicht, Vorsorge zu treffen. Die Gefahr sei mittlerweile zu groß. Und auch die Kosten. Die Anwohner sind anderer Meinung.

Die Eiche steht auf dem Grundstück der Stadtschule, „nur 30 Zentimeter von unserem Grundstück weg“ an der Königsberger Straße, verdeutlichte Gabriele Warnstedt, die als Betroffene für den Erhalt des Kolosses warb. Doch mit ihrem Begehren scheiterte sie an den Vertreter der Stadtpolitik, denn die folgten einstimmig dem Verwaltungsvorschlag. „Wenn es Probleme oder Gefahren gibt, müssen wir handeln“, so Weber. Und das sei hier gegeben: Der Baum habe Gabelungen gebildet, sogenannte Zwiesel, dadurch sei er zunehmend instabil. Der nächste große Sturm könnte sein Übriges dazu beitragen, die Gefahr zu erhöhen. Und diese Verantwortung wolle die Stadt nicht mehr tragen.

Also kommt der Baum weg. Für Anwohnerin Warnstedt nicht nur aus optischer Sicht, der „Atmosphäre“ wegen, schade, sondern auch aus Naturschutzgründen und für die Vogelwelt. „Er hat uns nie gestört.“ Es hätte völlig ausgereicht, ihn etwas mehr zu beschneiden. Doch das, verdeutlichte die Verwaltung, sei nicht angemessen: Die Fällung ist wirtschaftlicher.

Zum Ausgleich will die Stadt entlang der in den vergangenen Wochen bereits sehr ausgedünnten Zuwegung neue Sträucher zum Sichtschutz pflanzen. Und der Baum werde wie gewohnt ersetzt: Nicht mit einem Großbaum wie von einigen Mitgliedern gefordert, sondern vor allem mit Obstbäumen. So sei für den 29. April zum Beispiel mit ehemaligen Stadtschülern auf dem städtischen Grundstück eine Pflanzaktion zum Jubiläum des Schulabschlusses vor 50 Jahren geplant. Überhaupt sei das Rotenburger Vorhaben, mehr heimisches Grün in die Stadt zu bringen, ein dauerhafter Erfolg, sagte Andrea Rieß vom Umweltschutzamt. Seitdem man 1989 damit begonnen habe, zur Einschulung Obstbäume zu verschenken, seien mehr als 4500 zusammengekommen. Viele dürften laut Rieß noch heute im Stadtgebiet stehen.

Ebenfalls der Verwaltung folgten die Ausschussmitglieder in der Frage der Förderung des Umweltbildungszentrums Wümme (UBZ). Und das ist für die Aktiven um Geschäftsführerin Anja Schulenberg eine schlechte Nachricht: Die Förderung des UBZ wird damit nämlich nicht wie beantragt um 5000 Euro aufgestockt. Es bleibt für die Jahre 2016 bis 2019 bei einer Fördersumme von 15000 Euro jährlich, wenn der Stadtrat diesem Beschluss Anfang März folgt.

Weber lobte zwar die Entwicklung der Einrichtung, auch sei ein wirtschaftlicheres Haushalten zu erkennen, aber der Ausbau der Bildungsangebote könne nicht auf die Stadt abgewälzt werden. Denkbar seien vielmehr auch vereinfachte Schulungsangebote mit Erziehern, damit diese zum Beispiel in Kindergärten ihr Wissen direkt vermitteln.

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