Umweltminister Wenzel beim Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land

Wohlwollend zur Kenntnis

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Wasserverbandschef Volker Meyer (l.), Umweltminister Stefan Wenzel und die Landtagsabgeordnete Elke Twesten diskutieren den Schutz des Trinkwassers in der Region.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Eine klare Antwort bleibt Stefan Wenzel schuldig. Wird das Trinkwasser in der Region genug geschützt? Es gibt Verbesserungsbedarf, sind sich alle einig, als der niedersächsische Umweltminister an diesem Freitagnachmittag beim Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land in Unterstedt zu Gast ist. Ob denn die Landesregierung ihrerseits bereits genug dafür tue? „Wir setzen uns zumindest mit aller Kraft dafür ein.“

Dabei ist die Liste der Probleme, die es hier und im ganzen Land zu lösen gilt, lang, wird im Gespräch mit Wasserverbandschef Volker Meyer und Wenzels Grünen-Parteikollegen aus Kreistag und Landespolitik deutlich: Nitrat, Düngemittel im Allgemeinen, Erdgasgewinnung, Fracking und Lagerstättenwasser: Gefahr für das Wasser droht von oben und unten.

Allein wegen steigender Nitratbelastungen hat das Land im August 22 Landkreise angeschrieben, um Ursachen zu finden. Seit Mitte der 90er-Jahre fielen die Belastungen, seit knapp zehn Jahren steigen sie wieder. Warum? Das weiß noch niemand. Vielleicht sind es die Fehler der Vergangenheit, die nun ausgebügelt werden müssen. Wenzel: „Die Ursachen liegen oft zehn bis 15 Jahre zurück. Der Boden hat ein langes Nitrat-Gedächtnis.“ Findet sich keine Lösung, könnte es auch für die Region teuer werden, deutet der Minister aus Hannover an: „Wir haben ein Vertragsverletzungsverfahren mit der EU.“ Bleiben die Nitratwerte derart hoch, drohten Strafzahlungen: „Das könnte Land und Kommunen treffen.“ Die Düngeverordnung müsse auf Bundesebene dringend erneuert werden.

Zentrales Anliegen aller Gesprächsteilnehmer aus Politik und von Verbandsseite: der Schutz der Rotenburger Rinne. „Der jetzige Rechtsstand ist nicht ausreichend“, sagt Meyer. Ob Fracking, Lagerstättenwasser-Verpressung oder Nitrat, das Trinkwasser-Vorranggebiet müsse erweitert und besser geschützt werden. Daran arbeite auch die Landesregierung, so Wenzel. Meyer pflichtet bei: „Unsere Wünsche werden wohlwollend aufgenommen.“

Beim Thema Untersuchung und Sanierung von Erdgas- und Erdöl-Förderstätten und Bohrschlammgruben spricht Wenzel von einer „schwierigen Wegstrecke“. „Wir haben es mit Problemen zu tun, die aus den Fehlern und der Ignoranz von zum Teil mehreren Jahrzehnten resultieren“. Die Aufklärung, wo genau Bohrschlammgruben mit Sanierungsbedarf liegen, werde für die Arbeitsgruppe des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit dem Landesbergamt ein Programm für Jahre. Jedoch seien jetzt schon zwei wichtige ersten Etappen erreicht: Die Untersuchungsarbeiten seien angelaufen, erste Zwischenergebnisse würden ausgewertet.

Der Minister steigt an diesem Nachmittag auf dem Weg zum nächsten Termin mit einem Stapel Unterlagen in sein Hybridfahrzeug, das ihn zurück nach Hannover bringt. Ob aus diesen auch Anregungen für die Landespolitik zu entnehmen sind, bleibt offen. Es bleibt zunächst beim Informationsbesuch in Unter-stedt – acht Monate vor der Kommunalwahl.

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