Umfrage im Landkreis

Der Mehrwegbecher setzt sich nur langsam durch

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To-Go-Becher zum Wiederverwenden: mittlerweile gibt es sie von vielen Anbietern und in verschiedenen Versionen. Die Kunden der Bäckereien in Rotenburg nutzen sie allerdings nicht so häufig.

Rotenburg - Von Farina Witte. Plastikmüll ist ein Problem für die Umwelt. Immer wieder gibt es Meldungen von Müllinseln im Meer und verdreckten Stränden.

Aber auch in der Kreisstadt ist jede Menge Plastikmüll dort zu sehen, wo er nicht hingehört – auf den Grünstreifen, in den Büschen oder auf der Straße. Gewaltig sind die Mengen an Verpackungsmüll: Der Nabu hat im Auftrag des Bundesverbands Zahlen ermittelt: In Deutschland wurden 2017 etwa 105 500 Tonnen Kunststoff für Einweggeschirr, Einwegbesteck und Mitnehm-Verpackungen für Fastfood verbraucht. Ein großer Faktor sind dabei vor allem Coffee-To-Go-Becher.

Wie sieht es in Rotenburgs Cafés und Bäckereien aus, werden auch dort die Einweg-Plastikbecher verbannt? Bis das soweit ist, könnte es vermutlich noch ein bisschen dauern, denn alle haben auch noch die klassischen Wegwerfbecher für die Kunden parat. Aber gleichermaßenwerden selbst mitgebrachte Mehrwegbecher an den Theken der Cafés in der Innenstadt akzeptiert.

Häufig herrschen in den Bäckereien Bedenken bezüglich der Hygiene, wenn Kunden eigene Behältnisse mitbringen. Die Bäckereien Tamke und Freitag betonen daher explizit, dass der Becher bei ihnen nicht hinter den Tresen darf. Der Kaffee oder Cappuccino wird zubereitet und dann in das Gefäß umgeschüttet. Auch bei der Bäckerei Garde sei man zunächst unsicher gewesen, wie man mit dem hygienischen Aspekt bei selbst mitgebrachten Bechern umgeht. Dort sind sie seit etwa einem Monat erlaubt. Der Anstoß, darüber nachzudenken, waren Nachfragen von Kunden, erklärt Vanessa Kraegel von der Bäckerei Garde.

Bei Garde, aber auch im Café Marleen und im Café Hollmann würden die Kunden aber ohnehin ihre Getränke eher vor Ort zu sich nehmen. „Die meisten setzen sich schon hin“, meint Marleen Krupper von Café Marleen. „To-Go-Bestellungen sind bei uns seltener, noch seltener kommen die Leute mit eigenen Bechern“, erklärt Kraegel. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass den Kunden diese Möglichkeit noch gar nicht so bewusst ist. Deutliche Hinweise darauf, dass man Mehrwegbecher befüllen lassen kann, sind jedenfalls in keiner der Bäckereien oder Cafés in der Innenstadt zu sehen – anders als bei manchen Tankstellen oder Fastfood-Ketten.

Keine eigenen Becher beim Bäcker

Eigene Mehrwegbecher bietet keine der Bäckereien an. Kathrin Lüdemann vom Café Hollmann denkt allerdings darüber nach, diese anzuschaffen. Immerhin sei es so auch möglich, dass bedruckte Behälter für das Café werben, wenn sie von den Kunden genutzt werden. Gleichzeitig komme es aber auch darauf an, ob das Angebot angenommen wird, denn diese Becher seien relativ teuer in der Anschaffung. Zumal die To-Go-Bestellungen auch im Café Hollmann den kleineren Teil ausmachen.

Die Stadt unterstützt die Rotenburger Einzelhändler seit Jahren dabei, ressourcensparend zu produzieren, erklärt Erste Stadträtin Bernadette Nadermann. Als Mitglied des regionalen Netzwerks für Technologie und Nord-Ost-Niedersachsen bietet die Stadt Impulsberatungen an und könne auch Experten vermitteln. Das betreffe auch den ökologischen Umgang mit dem „To-Go-Geschäft“. Außerdem haben die Rotenburger Geschäftsleute die Aktion „Tüt was“ ins Leben gerufen. Plastiktüten geben die Einzelhändler nur noch gegen eine Spende heraus. „Jedes Geschäft unterstützt dabei ein Projekt oder eine Organisation“, so Cornelia Gewiehs von der IG Citymarketing. Der Verbrauch an Plastiktüten sei in ihrem Geschäft mittlerweile sehr gering, und man merke, dass ein Umdenken stattfindet.

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