Umfrage: Wie verbringen die Jugendlichen das Weihnachtsfest?

Ohne Tanne auch kein Weihnachten

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Dylan Do (18)
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Flora Heyl (18)
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Steffen Prigge (19)
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Leah Sommer (18)
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Robin Stolle (18)
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Sascha Denell (18)
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Carmen Brüggemann (19)
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Sarah Stadler (18)

Rotenburg / Scheeßel - Von Jessica Ginter. Bei den einen stehen Würstchen und Kartoffelsalat auf dem Tisch, und bei den anderen nicht nur der geschmückte Baum, sondern auch die Gardinen in Flammen: Es ist Heiligabend. Doch wie feiern und verbringen Jugendliche die Weihnachtstage? Werden die Traditionen von früher weiterhin gepflegt oder sind sie verloren gegangen? Wir haben uns an der Scheeßeler Eichenschule und am Ratsgymnasium in Rotenburg umgehört und erfahren, gewisse Bräuche bleiben ein Muss.

Während die Familie des Eichenschülers Sönke Prigge klassisch Sauerkraut und Bratwurst isst und sich das Krippenspiel in der Kirche ansieht, verbringt Ratsgymnasiast Dylan Do Weihnachten im Kreis seiner Verwandten, die zum Fest extra aus China anreisen. Hier gilt es als Tradition, dass jedes Familienmitglied etwas selbst gekochtes zum Essen mitbringt – egal, ob chinesisch oder deutsch.

„Bei uns beginnt Heiligabend bereits am Morgen. Die Familie trifft sich zum Brunchen und wir verbringen den ganzen Tag zusammen“, erzählt Carmen Brüggemann vom Ratsgymnasium. „Die Bescherung findet dann abends statt.“

Für den 18-jährigen Gabriel Scholten aus Rotenburg heißt Weihnachten: Es geht in die Heimat – nach Berlin. „Dort feiern wir mit der ganzen Familie.“ Der Ratsgymnasiast freue sich vor allen Dingen immer auf das untypische, aber traditionelle Weihnachtsessen. Bei den Scholtens gibt es nämlich jedes Jahr Rippchen, die sie bei ihrem Lieblingslieferanten bestellen.

Sein Mitschüler Robin Stolle erzählt: „Bei uns kommen jedes Jahr Gans und Ente im Wechsel auf den Tisch – das ist typisch für Weihnachten und sollte auch in den nächsten Jahren so bleiben!“

Für Steffen Prigge ist der Weihnachtsbaum mehr als entscheidend, um für das „richtige Flair“ zu sorgen. „Bei dem Wetter kommt kein Weihnachtsgefühl auf, da muss wenigstens die Tanne schön bunt und mit Selbstgebasteltem geschmückt sein“, so der 19-Jährige. Was den Besuch in der Kirche betrifft, sei dies für ihn „eher so ein pflichtbewusstes Ding“.

Die aus Polen stammende Sarah Stadler sieht dies anders. In die Kirche wird an Heiligabend nicht gegangen, jedoch mit der ganzen Familie am Tisch gebetet. Auf dem Speiseplan steht jedes Jahr ein Drei-Gänge-Menü, bei dem Fisch auf keinen Fall fehlen dürfe – ganz nach polnischer Tradition, so die 18-Jährige aus Gyhum.

Von allen Befragten Schülerinnen und Schülern gehen etwa 60 Prozent mit ihren Familien in die Kirche und besuchen entweder den Gottesdienst oder das Krippenspiel. Für alle, außer einen der angehenden Abiturienten, wäre Weihnachten ohne einen Weihnachtsbaum und der Tradition, ihn mit der ganzen Familie zu schmücken und aufzubauen, kein richtiges Weihnachten („Das gehört halt einfach dazu“ – so die Eichenschüler einstimmig).

„Uns ist es sehr wichtig, dass wir den Weihnachtsbaum gemeinsam dekorieren“, sagt beispielsweise Sascha Denell. Das bringe alle zusammen und währenddessen würde viel gelacht werden, erzählt der Botheler weiter. Echte Kerzen auf dem Baum seien für Flora Heyl aus Rotenburg ein Muss. „Wir sind da ganz klassisch“, so die 18-Jährige.

Lennart Holsten aus Scheeßel erinnert sich lachend zurück: „Vor einigen Jahren brannten bei uns wegen der doofen Kerzen die Gardinen.“ Zudem mache das gemeinsame Singen typischer Weihnachtslieder wie „Oh du fröhliche“ und „Oh Tannenbaum“ richtig Spaß, so der 19-jährige Eichenschüler weiter. „Das sind die Klassiker, die alle in Weihnachtsstimmung bringen.“

Generell spielen Musik und Gesang eine wichtige Rolle bei den Jugendlichen. Sie runden das Weihnachtsfest sehr ab. Egal ob die „Rock-Christmas“-CDs, die schon seit Jahren bei der Familie von Leah Sommer aus Scheeßel am heiligen Abend laufen, oder die Mütter für die ganze Familie singen – besinnliche Klänge würden für eine gute Atmosphäre sorgen. „Früher habe ich Weihnachten mit Geschenken verbunden, jetzt bedeutet es für mich Familie: gutes Essen und dass man weiß, es ist so wie jedes Jahr“, sagt die 18-Jährige.

Die Traditionen aus der Zeit von Oma und Co. werden von den „Kids der 90er Jahre“ größtenteils fortgeführt. Gänsekeulen, Kartoffelsalat, die Kirche und das Wiedersehen mit der ganzen Familie gehören für die Jugendlichen immer noch zum Heiligabend dazu. Jedoch verändere sich etwas ganz entscheidendes. Die Bedeutung von Weihnachten entwickle sich für die Jugendlichen im Laufe des Älterwerdens.

Traditionen und Routine sind also nicht ganz bedeutungslos. Der Eichenschüler Sören Heyber erzählt: „Für mich ist an Weihnachten wichtig, dass es einfach so wie immer ist.“

„Weihnachten umfasst nicht nur Heiligabend, sondern vor allen Dingen auch den ersten und zweiten Weihnachtstag“, so der Eichenschüler Julius Behrens. Für ihn seien die Feiertage – wie für die meisten – vorrangig ein Familienfest.

„Für den ein oder anderen steht sicherlich der religiöse Gedanke, der mit diesem Feiertag verbunden wird, im Vordergrund, aber für mich heißt Weihnachten: Familie!“, so der 17-jährige Max Nowosadtko.

Jan-Niklas Windsberger aus Stemmen sagt dazu: „Weihnachten ist viel mehr als nur die Geschenke und das Beisammensein. Es beginnt bereits am Anfang des Monats: wenn jeder anfängt, zu dekorieren und die vielen bunten Lichterketten an den Häusern die sonst so dunklen Straßen und Gassen beleuchten, wenn Mama Kekse backt und sich alle am Glühwein vom Weihnachtsmarkt erfreuen“, sagt der 19-Jährige. „Das alles ist Weihnachten – und es ist wunderschön.“

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