Mehr als 100 Besucher beim Biergartenkonzert am Heimathaus

„Überraschend entspannt“

Das Nat King Thomas Trio, zur Abwechslung als „Mobile Street Band“ unterwegs, freut sich selbst wahrscheinlich am meisten über das Ende der coronabedingten Zwangspause. „Wir könnten jeden Abend hier spielen!“, sagt Thomas Krakowczyk.
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Das Nat King Thomas Trio, zur Abwechslung als „Mobile Street Band“ unterwegs, freut sich selbst wahrscheinlich am meisten über das Ende der coronabedingten Zwangspause. „Wir könnten jeden Abend hier spielen!“, sagt Thomas Krakowczyk.

Rotenburg – Das kulturelle Leben in der Wümmestadt nimmt allmählich wieder Fahrt auf. Davon zeugten die mehr als 100 Besucher zur ersten Veranstaltung der Kulturinitiative Rotenburg (Kir) am Samstagabend im Biergarten am Heimathaus. „Kir in Combination“ markiert die Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Reihe, bei der es allerdings bei einem, noch dazu verregneten, Gig der Verdener „Minkas“ geblieben war.

Nicht so am Wochenende: Die letzten Sonnenstrahlen auf den um einige Bierzeltgarnituren aufgestockten Sitzgelegenheiten scheinen in das baumbestandene Kleinod beim Heimathaus. Auf der nicht vorhandenen Bühne: Thomas Krakowczyk und Mitstreiter. Das Nat King Thomas Trio, zur Abwechslung als „Mobile Street Band“ unterwegs, avanciert zur „Haus & Hof“-Kombo der Kir, nach drei Auftritten im Heimathaus im Rahmen von „Jazz & Literatur“ nun eben draußen bei „Kir in Combination“. Gastronom Matthias Müller zeigt sich erfreut, wenn auch nicht wirklich überrascht ob des Andrangs: „Am vorigen Wochenende war auch nicht gerade leer, aber die Live-Musik zieht nochmal extra.“

Ursprünglich als Solidaritätsaktion für Bands gedacht, werde dieser Hintergedanke aus dem Vorjahr nun gemeinsam weiter verfolgt. Auch die Kir darf sich über die Kooperation freuen, biete die Location an der frischen Luft doch optimale Bedingungen in Corona-Zeiten: „Drinnen würden wir uns momentan aus Sicherheitsgründen gar nicht trauen“, meint Kir-Vertreterin Linda Falkenberg, Nichtsdestotrotz laufen, wie auch in den vergangenen eineinhalb Jahren, die Planungen: „Das schulden wir unseren Mitgliedern und dem Publikum“, meint Kir-Pressereferent Carsten Kahle. Abzuwarten sei nie eine Option gewesen: „Lieber rechtzeitig am Start sein und notfalls verschieben“, so Kahle. So hofft man auch auf die Aufnahme von Konzerten drinnen, die mit Andy Irvine Ende Oktober starten sollen.

Musik im Biergarten: Die mehr als 100 Gäste freuen sich über die Musik und das gemütliche Zusammensein. Das kulturelle Leben kehrt ein wenig zurück.

Für dieses Kulturangebot dankte das Publikum: „Hier zusammen zu sein und in solchem Ambiente gemeinsam Livemusik erleben zu können – einfach toll“, meinte Renate Purrucker aus Rotenburg. Wegen der Livemusik war auch Christiane Wuttke spontan mit ihrem Mann aus Visselhövede in die Kreisstadt gekommen, „auch wenn uns der Name der Band vorher nichts gesagt hat.“ Die Vorsitzende des dortigen Kultur- und Heimatvereins war begeistert: „Überraschend sommerlich-entspannt und einfach – dass das schon wieder geht!“ In Vissel habe man sich von der jüngsten Lockerungen fast überrumpelt gefühlt. „Wir wollen auf jeden Fall auch bald an den Start gehen, am besten draußen, wahrscheinlich schon in den Sommerferien – das wäre das zweite Mal innerhalb von 30 Jahren.“

Zufrieden zeigen sich an diesem Sommerabend auch Thomas Krakowczyk und seine beiden Mitstreiter Thomas Planthaber am mobilen Drumset und Jürgen Kock am Banjo. Seit dem letzten Gig im Oktober im Hamburger Knust und Online-Musikunterricht für Schüler habe er viel selbst geübt: „Ich habe mir ein Etüdenbuch von vor 20 Jahren geschnappt und auf verschiedenen Instrumenten trainiert.“ An diesem Abend setzt das Trio auf erprobte und bewährte Songs: Swing, Dixie, New-Orleans-Jazz, Frivoles aus den 1920-er Jahren. Später wird’s moderner – bei „Desporado“ der Eagles bis zu „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller singen die Gäste an den vorderen Tischen im Biergarten andächtig mit. Auch wenn „Atemlos durch die Nacht“ im dritten Set mitunter auch wörtlich zu nehmen ist, überzeugt das Gesamtpaket mit Livemusik im stimmigem Ambiente.

Und genau so soll es weitergehen: Sollten die beiden mit dem Duo Gianluca Frau sowie Gert Lueken und Manfred Fränkel angesetzten Gigs ebenso erfolgreich sein, „dann machen wir den ganzen Sommer weiter“, verspricht Linda Falkenberg. Auch ein Wiedersehen mit dem smarten Trompeter und seiner „Street Band“ könnte es geben. „Nat King Thomas“ wäre das recht: „Wir könnten jeden Abend hier spielen!“

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