Kultusminister Grant Hendrik Tonne bringt Förderbescheid mit

Übergangsgeld

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (2. v.r.) überreicht Hermann Luttmann den Förderbescheid. Darüber freuen sich auch Marco Mohrmann und Dörte Liebetruth. Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Land Niedersachsen will den Übergang für die Kinder von der Kita in die Grundschule einfacher machen. Es unterstützt daher Projekte finanziell, bei denen die Einrichtungen miteinander kooperieren. Zehn Millionen Euro macht das Land insgesamt dafür locker. Grundlage dafür ist die sogenannte Förderrichtlinie „Brücke“. Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat am Mittwoch Landrat Hermann Luttmann (CDU) im Rotenburger Kreishaus einen entsprechenden Förderbescheid überreicht. 11 400 Euro gibt es in diesem und im übernächsten Jahr. 2020 werden es 24 000 Euro sein.

„Je weniger der Übergang von der Kita in die Grundschule als Bruch empfunden wird, umso wertvoller ist das“, sagte Tonne. Das zu erreichen, setze eine enge Verzahnung von Kita und Grundschule voraus. Im Landkreis befassen sich bereits drei regionale Netzwerke intensiv mit dem Thema. Das Jugendamt des Landkreises organisiert, begleitet und berät diese Netzwerke. Das Fördergeld soll für weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Qualifizierung von Fachkräften oder die Umsetzung von Praxisprojekten, eingesetzt werden, um den bisherigen Austausch weiter zu vertiefen und flächendeckend alle Kinder zu erreichen, heißt es.

Bis hierhin klingt das alles etwas sperrig. Und Tonne selbst unterstreicht, dass es im Land sehr viele, sehr unterschiedliche Wege gibt, um den Übergang für die Kinder angenehmer und vor allem sinnvoller zu gestalten. Tonne, Luttmann, der Erste Kreisrat Torsten Lühring und die beim Landkreis Rotenburg zuständige Dezernentin Imke Colshorn machten das an kleinen Beispielen deutlich. Einerseits gehe es darum, die Kinder mit dem vertraut zu machen, was sie in der Schule erwartet – zum Beispiel die Hausaufgaben. Andererseits sollen die Mädchen und Jungen schon vorab nicht nur die Schule selbst, sondern auch die Lehrer und Teile ihrer Mitschüler kennenlernen.

So gibt es Kitas, die mit den Kindern im Vorfeld der Einschulung einmal in der Woche in die Grundschule gehen, damit sie später eben kein für sie fremdes Gebäude betreten und schon erste persönliche Beziehungen aufbauen können. In anderen Fällen gibt es Chöre mit Kindern aus der Kita und der Schule. Müssen die Kinder einen Bus nehmen, um die Schule zu erreichen, werden sie auch darauf vorbereitet.

Aus Sicht des Ministers fußt diese Form der Kooperation auf einem möglichst einheitlichen Bildungsverständnis, was eine inhaltliche Verzahnung erst möglich macht. Grant Hendrik Tonne: „Die Kita ist keine Betreuungs-, sondern eine Bildungseinrichtung.“ Der Versuch einer Abstimmung aller Beteiligten ist nicht neu und hat sich im Landkreis Rotenburg bereits in den vergangenen Jahren nach und nach entwickelt. Im vorletzten Jahr gab es dazu eine Fachtagung mit den Lehrern. Man habe dabei die Verbindungen ausgebaut zwischen Kitas und Schulen und sie zusammengeführt. Es sei erörtert worden, wie eine gute Zusammenarbeit aussehen kann. Thema sei eben auch das gemeinsame Bildungsverständnis gewesen. „Und daraus entwickeln sich schließlich unterschiedliche Ideen und übergeordnete Leitlinien“, erklärte Ulrike Helle, Leiterin des Jugendamtes. Landrat Luttmann: „Für Kinder und Eltern ist der Schritt vom Kindergarten in die Schule mit vielen Fragen und auch Ängsten verbunden. Unsere Netzwerke vor Ort tauschen sich aus, um den bestmöglichen Weg zu finden, alle Beteiligten in allen Regionen des Landkreises mitzunehmen und den Übergang in den schulischen Bildungsweg positiv zu gestalten.“ Die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth formulierte es so: „Es geht darum, Steine aus dem Bildungsweg zu räumen.“ Sie und ihr CDU-Kollege Marco Mohrmann (CDU) nahmen ebenfalls an der Übergabe des Förderbescheids teil.

Mit dem Geld sollen bereits angelaufene Projekte vertieft und neue entwickelt werden, heißt es. Dazu gehören beispielsweise institutionsübergreifende Qualifizierungsmaßnahmen und Fachtage, themenspezifische Elternarbeit unter Beteiligung von Kita-Fach- und Lehrkräften sowie systemübergreifende, praxiserprobte und -taugliche Projekte. Schwerpunkte sind dabei unter anderem die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses, der Kommunikation aller Akteure untereinander, das Erkennen von Potenzialen und dessen Förderung sowie die Festschreibung konkreter Vereinbarungen und deren Verankerung in die pädagogischen Konzepte der Grundschulen und Kitas.

In einem großen Flächenlandkreis wie Rotenburg müsste eine Vielzahl an Akteuren zusammengebracht werden. 126 Tageseinrichtungen für die Betreuung von Kindern von null bis zehn Jahren gibt es hier zurzeit. Diese werden von 57 kommunalen und freien Einrichtungsträgern mit unterschiedlicher pädagogischer Ausrichtung betrieben. Im Kreisgebiet verteilt sind 35 Grundschulen. Da gibt es also viel zu vernetzen.

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