CDU vor Ort hält Rückzug Kramp-Karrenbauers für richtig

„Überfällig“

Annegret Kramp-Karrenbauer geht. Ein richtiger Schritt, sagen die lokalen CDU-Vertreter. Foto: afp

Rotenburg – Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Marco Mohrmann aus Rhadereistedt und Eike Holsten aus Rotenburg haben als Kreis- und Gemeindeverbandsvorsitzende ihrer Partei den angekündigten Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteichefin und Kanzlerkandidatin begrüßt. „Kramp-Karrenbauer hat Fehler gemacht und weder in der Partei, noch in der Bevölkerung, ausreichend Rückhalt für eine Kanzlerkandidatur“, so Holsten auf Nachfrage. Mohrmann beschreibt Kramp-Karrenbauers Schritt als „überfällig“, da „es ihr leider nicht gelungen ist, die Menschen für die Arbeit der CDU zu begeistern. Die Rückmeldungen aus meinem Kreisverband und darüber hinaus sind eindeutig.“

Auf mögliche Nachfolger wollen sich der CDU-Kreisvorsitzende Mohrmann und Holsten als Chef des Gemeindeverbandes der Kreisstadt noch nicht festlegen. Mohrmann betont nur, dass unzweifelhaft sei, dass der oder die Vorsitzende auch „kanzlerfähig“ sein müsste. Holsten sagt, es gebe „eine Reihe geeigneter Kandidaten für Vorsitz und Kanzlerkandidatur wie Merz, Laschet und Spahn“. Ob dieser Kandidat dann auch noch einige Zeit mit einer großen Koalition unter Führung Angela Merkels zu tun hat, stellen die örtlichen Christdemokraten zumindest infrage. Mohrmann: „Ich könnte mich inzwischen ohne Weiteres für eine Auflösung der großen Koalition im Bund und baldige Neuwahlen erwärmen.“

Dass die Debatte nach der Wahl in Thüringen ihren Teil zum Rückzug Kramp-Karrenbauers beigetragen hat, ist offensichtlich. Mohrmann spricht von einer „christdemokratischen DNA“, zu der „die unmissverständliche Abgrenzung nach Links- und nach Rechtsaußen“ gehöre. Man dürfe sich nicht „auf Spielchen der Linken oder der AfD einlassen“. Holsten wird noch deutlicher. Nicht die CDU habe ein Problem, sondern der Berliner Koalitionspartner SPD, der sich nicht mehr zur „Nachfolgepartei der SED“ – den Linken – abgrenze. Aus dem „linken Lager“ gebe es populistische Meinungsmache mit Aggressionen und „absurden Zügen“. Holsten: „Wer wie die SPD behauptet, die CDU habe Nazis die Hand gereicht und vorschlägt, wir mögen jetzt bitte mit ihnen zusammen alte SED-Kader in Ämter hieven, der vergreift sich maßlos im Ton und merkt, ganz vorsichtig ausgedrückt, gar nichts mehr.“

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