Typisierungsaktion für Andreas M. und Lars G. in Rotenburger Adolf-Rinck-Halle

Gemeinschaftlich gegen Leukämie

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Der Rotenburger Andreas M. hofft auf einen Stammzellenspender.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. 1000 Lebensretter wollen die Initiatoren der Typisierungsaktion morgen von 11 bis 17 Uhr in Rotenburg für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Veranstaltungsort ist die Adolf-Rinck-Halle (Freudenthalstraße 3), ein von dem an Leukämie erkrankten Rotenburger Andreas M. (51) entworfenes Bauwerk. Ihm und dem ebenfalls erkrankten Lars G. (39) aus Wilstedt gilt diese Typisierungsaktion. Für die Verpflegung der Spender sorgen zahlreiche Sponsoren.

Beide benötigen jetzt dringend einen Stammzellenspender. Notwendig ist dafür heutzutage lediglich eine umfangreiche Blutspende, sollte einer der typisierten Lebensretter in Frage kommen.

„Für meine Patienten ist wichtig, dass sich die Gemeinschaft kümmert. Wenn eine Chemotherapie nicht anschlägt, ist eine Knochenmarktransplantation die letzte Chance. Daher ist eine volle Kartei wichtig“, sagt Dr. Frank Heits, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Rotenburger Diakoniekrankenhaus. Knochenmark werde heute in den seltensten Fällen transplantiert. Lediglich Stammzellen werden aus dem Blut der Spender gewonnen und dem Patienten zugeführt. Für die Typisierung sei nur ein kleiner Pieks notwendig, um zwei kleine Blutproben zu nehmen.

Gerade vielen Rotenburger Bürgern wird Andreas M. durch seine Bauwerke bekannt sein. Eins der jüngsten Objekte ist das zukünftige Pressehaus, das gerade an der Großen Straße entsteht. Eine seiner neueren Arbeiten ist außerdem das Cafesito am Pferdemarkt. In Lauenbrück machte er sich mit der Fintau-Schule einen Namen. In Visselhövede entsteht außerdem gerade eine neue Tagesförderstätte für die Rotenburger Werke, die Andreas M. geplant hat.

„So kann ich nicht arbeiten“, ist bei seinen Kollegen der Planungsgemeinschaft Nord ein häufig gebrauchter Satz zu Andreas M.. Sie vermissen ihn und machen sich für die Typisierung stark. Großen Anteil an der Organisation hat dabei Thomas Schlobohm. Immer, wenn dieses Zitat fiel, war laut der Kollegen davon auszugehen, dass Unterlagen für zu planende Projekte fehlten.

Weiteres Markenzeichen von Andreas M.: Sein Rundgang durch die Stadt mit der Pfeife in Hand und Mund; zur Inspiration und zur Regeneration seiner Kreativität.

Lars G., der zu Beginn seiner Krankheit dachte, dass er nur ein Grippe hat, sagt: „Ich will nur, dass der Scheiß weg geht. Ich brauche einen Spender. Ich werde noch viel machen, wenn der Krebs weg ist. Er ist ein Teilabschnitt meines Lebens, aber nicht das Ende, das weiß ich.“ Sein nächstes Lebensziel und Herzenswunsch: seine Verlobte zu heiraten.

„Aus einer Typisierungsaktion geht nicht nur ein Spender hervor, meist sind es gleich mehrere Retter“, sagt Bettina Steinbauer von der DKMS. 5227000 Hilfsbereite sind derzeit in der Kartei gespeichert. „Dennoch findet nach wie vor jeder fünfte Patient seinen so genannten ,genetischen Zwilling' nicht“, teilt die DKMS mit. Deshalb ist der Ausbau der Datei und so eine Typisierungsaktion wie die in Rotenburg enorm wichtig.

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