„Viele haben mir Mut gemacht“

Trotz Pandemie: Beata Traue übernimmt Restaurant Am Ahe Wald

Der Gastraum ist fertig eingerichtet: Beata Traue freut sich darauf, die ersten Menüs zu servieren.
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Der Gastraum ist fertig eingerichtet: Beata Traue freut sich darauf, die ersten Menüs zu servieren.

Die Gastronomiebranche leidet unter den Folgen der Pandemie. Die Unsicherheit darüber, wie es in der Herbst- und Wintersaison weitergeht, ist vielerorts groß. Beata Traue aus Rotenburg nimmt trotzdem ihren Mut zusammen und feiert am Freitag die Wiedereröffnung des Restaurants Am Ahe Wald in Rotenburg.

Rotenburg – Restaurants und Bars gehören zu den großen Verlierern der Pandemie. Monatelang konnten die Betriebe keine Gäste empfangen. Auch heute noch leidet die Branche unter den Folgen der Einschränkungen – und die Unsicherheit darüber, wie es in der Herbst- und Wintersaison weitergeht, ist vielerorts groß. Auch Beata Traue, neue Pächterin des Restaurants Am Ahe Wald in Rotenburg, verfolgt täglich die Entwicklung der Inzidenzzahlen.

Am Freitag feiert sie die Wiedereröffnung des traditionsreichen Betriebs, und die Rotenburgerin gesteht: „Einige haben mich für verrückt erklärt, als ich ihnen erzählt habe, dass ich ausgerechnet in dieser Zeit ein Restaurant übernehmen möchte.“

Freunde haben mir Mut gemacht und gesagt: ,Wenn es jemand schafft, dann Du.‘ Mein ganzes Herz steckt in diesem Projekt.

Pächterin Beata Traue

Doch sie habe auch viel Zuspruch bekommen, als sie die Entscheidung im Frühjahr dieses Jahres getroffen habe: „Freunde haben mir Mut gemacht und gesagt: ,Wenn es jemand schafft, dann Du.‘ Mein ganzes Herz steckt in diesem Projekt.“ Beata Traue ist fest davon überzeugt, dass sich ein pandemiebedingter Lockdown nicht wiederholen wird. „Ich denke, dass wir in Deutschland auf einem guten Weg sind. Wenn weitere Einschränkungen kommen sollten, werde ich darauf reagieren müssen. Aber ich bin ein Mensch, der lösungsorientiert denkt und handelt.“

Traue hält es für sinnvoll, wenn Betriebe selbst entscheiden, ob sie neben Geimpften und Genesenen auch negativ Getestete empfangen. „Ich setze die 3G-Regelung um und möchte meinen Gästen vor Ort die Möglichkeit bieten, sich testen zu lassen. Ich finde es falsch, jemanden zu benachteiligen, der sich zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen dagegen entschieden hat, sich impfen zu lassen.“ Die erfahrene Gastronomin, die bereits verschiedene Restaurants in Bremen geführt hat, betont, dass sie ein von Grund auf positiver Mensch sei und sich deshalb keine Sorgen darüber mache, wie sich die Pandemie auf ihren Betrieb auswirken wird. „Ich habe mich akribisch vorbereitet und jedes Detail bedacht: Mein Businessplan umfasst 27 Seiten – drei Monate habe ich daran gearbeitet“, sagt Beata Traue.

Lange hatte sie nach einer passenden Immobilie in ihrer Wahlheimat Rotenburg gesucht, jedoch vergeblich. Als ihr Bruder sie dann auf eine Anzeige in dieser Zeitung aufmerksam machte, mit der ein neuer Pächter für das Restaurant Am Ahe Wald gesucht wurde, zögerte die gebürtige Ungarin nicht und bewarb sich, obwohl sie die Räume bis dahin nicht kannte.

Bei der Besichtigung sei es dann aber sofort um sie geschehen, erinnert sich Traue und erklärt: „Ich habe mich auf Anhieb in das Objekt verliebt. Die Lage ist perfekt. Ich hatte sofort eine Vision, wie es werden soll. Besonders die Jägerlaube hat es mir angetan. Dort soll es künftig viele Veranstaltungen geben, zum Beispiel Weihnachtsmärkte und Sommerfeste.“

Die Folgen der Pandemie habe sie in den vergangenen Wochen deutlich zu spüren bekommen: „Es war beispielsweise unglaublich schwer, Personal zu finden, besonders für die Küche. Damit kämpfen Betriebe überall in Deutschland, denn laut Schätzungen haben sich als Folge des Lockdowns mehr als 300 000 Köche einen anderen Job gesucht.“

Im Service sei es ihr dagegen schneller gelungen, ihr Team zusammenzustellen: „Erfahrung war mir bei der Auswahl sehr wichtig. Es geht dort um viel mehr als nur darum, Speisen und Getränke zu servieren. Die Mitarbeiter müssen mit Menschen umgehen können, ein offenes Ohr für sie haben.“

Probleme habe es dagegen pandemiebedingt auch bei der Ausstattung der Küche gegeben: „Es gab Lieferverzögerungen, weil Container aus Asien später als erwartet verschickt werden konnten. Ich hoffe zum Beispiel darauf, dass meine Spülmaschine noch pünktlich bis zur Eröffnung ankommt“, berichtet Traue, die bis dahin auf tatkräftige Unterstützung bauen kann: „Freundinnen von mir packen mit an.“

Freunde haben mir Mut gemacht und gesagt: ,Wenn es jemand schafft, dann Du.‘ Mein ganzes Herz steckt in diesem Projekt.

Beata Traue

Bei der Auswahl der Einrichtung des Gastraumes, der ebenso wie alle anderen Bereiche komplett erneuert wurde, hat Beata Traue großen Wert darauf gelegt, dass der alte Schützenhaus-Charakter trotz des modernen Ambientes nicht verloren geht: „Die Schützen sind weiterhin zu Hause und werden sich wohlfühlen.“ Dafür soll auch die Speisekarte sorgen, die sie nach den Vorlieben der Facebook- und Instagram-Nutzer zusammengestellt hat: „Dort habe ich viel positives Feedback auf die Menüs bekommen, die ich täglich poste. Ich biete eine moderne deutsche Küche, in der auch Veganer und Vegetarier eine ansprechende Auswahl finden. Zusätzlich gibt es Gerichte aus der mediterranen Küche und Speisen aus meiner Heimat Ungarn.“ Dabei dürfe die Gulaschsuppe nach Familienrezept nicht fehlen: „Ich bereite sie ganz anders zu als die Menschen in Rotenburg sie bislang kennen. Ich bin mir sicher, dass sie ihnen trotzdem schmecken wird“, sagt Beata Traue.

1996 hat sie Ungarn in Richtung Deutschland verlassen, seit zwei Jahren wohnt sie in Rotenburg. „Es ist eine schöne Kleinstadt, in der ich mich mit meiner Tochter sehr wohl fühle. Wir sind viel in der Natur unterwegs.“ Dass sie dafür in den kommenden Wochen wenig Zeit haben wird, nimmt sie gerne in Kauf: „Rund ums Restaurant ist es ja sehr idyllisch.“

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