Trotz Anschlag: Reisebüros in der Region registrieren keine Stornierungen

Türkei bleibt Urlaubsziel

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Auch wenn das Reiseland Türkei bei Urlaubern weiterhin hoch im Kurs steht, halten sich Buchungen für die Metropole Istanbul in Grenzen.

Rotenburg - Es war nicht das erste Mal, dass ein Bombenanschlag Istanbul erschütterte. Mehrfach schon war die Metropole am Bosporus Ziel von Terroristen. Urlauber lassen sich durch die Geschehnisse vom Dienstag von ihrem Türkei-Urlaub allerdings nicht abhalten, heißt es in den Reisebüros der Region.

Monika Bruns hat im Rotenburger Reisebüro „Holiday Land“ bisher noch keine Stornierungen zu verzeichnen. Dabei würden Reiseveranstalter den Istanbul-Urlaub derzeit kostenlos umbuchen, wenn es vom Kunden gewünscht wird. Denn das Auswärtige Amt hat nach dem Terroranschlag in der Innenstadt der türkischen Metropole am 12. Januar eine Warnung herausgegeben: „Reisenden in Istanbul und anderen Großstädten der Türkei wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen zu meiden und sich über die aktuellen Reisehinweise und die Medien zur Lageentwicklung informiert zu halten.“

Das empfiehlt auch Bruns den Kunden. „Generell ist Vorsicht geboten.“ Allerdings: „In Hannover wurde ein Fußballspiel abgesagt. Paris, Brüssel – es passiert schließlich überall, wo sollen die Leute hin?“ Was sie allerdings bemerkt, ist ein Umdenken bei der Urlaubsplanung: „Kunden, die sich zur Information Kataloge abholen, wollen nicht unbedingt nach Ägypten oder in die Türkei fliegen. Die schwenken dann schon um auf Spanien oder Griechenland.“

Ähnlich nimmt es Andrea Heessel vom DER-Reisebüro an der Großen Straße wahr. „Tunesien und Ägypten verlieren ganz stark.“ Überhaupt seien muslimische Länder derzeit wenig gefragt, die Türkei stelle mit der Touristenregion Riviera allerdings noch eine Ausnahme dar. Das Umdenken in den Köpfen nehme sie ebenfalls wahr. Allerdings: „Der Kunde ist zwar für die Gefahr sensibilisiert, aber er geht, anders als früher, ganz sachlich an seine Urlaubsplanung heran. Er weiß: Anschläge können überall passieren.“ Dennoch spricht Heessel mit ihren Kunden über das Thema Reisesicherheit und klärt sachlich über die gewünschten Ziele auf.

Das Reisebüro „Tui Travelstar“in Sottrum warnt seine Kunden schon seit Oktober vor Aufenthalten in Istanbul, teilt Inhaber Lutz Ilenborg mit. Er selbst fahre häufiger in die Türkei, zuletzt war er im Oktober dort und sagt: „Reisen in die Türkei ja, nach Istanbul nein.“ Die Stadt sei ein Melting Pot, in der viele Probleme zusammen kämen. Schon vor den Geschehnissen gab es innerhalb kurzer Zeit einige Anschläge, weshalb Ilenborg von Reisen dorthin abrät: „Istanbul ist eine Zielscheibe.“

Laut Claudia Pahl vom Scheeßeler Reisebüro Riebesell sei in jüngster Vergangenheit ein Rückgang der Buchungen in die Türkei schon spürbar gewesen. Es gebe viele, die ihren Urlaub zurzeit lieber in Spanien und Griechenland verbringen als in der Türkei oder in Ägypten. Dagegen stünden genauso viele Menschen, die sagen: „Ob man nun in Köln, Barcelona oder Istanbul ist, macht keinen großen Unterschied. Das ist dann eben Schicksal, wenn dort etwas passiert.“ Die, die ihren Türkei-Urlaub gebucht hätten, würden ihn auch antreten.

est/iq/lw

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