Rotenburger Wirtschaftspreis für Grewe Holding 

Die Trophäe geht ins Grüne

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Vater und Tochter können stolz sein: Die Grewe Holding hat am Mittwochabend den Rotenburger Wirtschaftspreis gewonnen. Julia und Peter Grewe nahmen den Preis, eine Nachbildung des Kunstwerks „Tor zur Stadt“, entgegen. 

Rotenburg - Von Inken Quebe. Ja, beim Blick auf die Zuhörer-Stühle ist der eine oder andere Gast sicherlich schon darauf gekommen, das räumte auch Laudator Stefan Kalt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, ein. Schließlich war die Familie Grewe mit einigen Mitgliedern im Ratssaal des Rotenburger Rathauses vertreten. Am Ende des Mittwochabend war dann klar: Der Rotenburger Wirtschaftspreis 2016 geht an die Grewe Holdin, die damit auf die Firma Oetjen folgt.

Dass eine Preisverleihung in der Wirtschaft emotional sein kann, stellte dann auch Geschäftsführerin Julia Grewe-Schwardt unter Beweis: Für sie war es von besonderer Bedeutung, dass ihr fast 90-jähriger Großvater, Hermann Grewe, im Ratssaal war. Er hatte das Unternehmen, das heute alles rund um die Gartenwelt anbietet, 1950 gegründet und Anfang der 70er-Jahre an seinen Sohn Peter Grewe abgegeben.

Preis: Miniatur-Abbild des Kunstwerks „Tor zur Stadt“

Inzwischen zählt es etwa 430 Arbeitsplätze an 16 Standorten in Norddeutschland. „Der Preis ist eine Bestätigung für den Weg, den wir gegangen sind“, so Grewe-Schwardt in ihrer Dankesrede. Sie blickte auch zurück auf eine „schwierige Phase 2011 und 2012“, als es galt, mehr zu besprechen, als die nächsten Maschinen und dergleichen. Stattdessen ging es um die Zukunft, beispielsweise in Sachen Kommunikation, Digitalisierung und Nachfolge – Grewe stellte sich der Herausforderung.

Und auch jetzt geht der Blick bereits nach vorne: „Fachkräftemangel wird in den kommenden Jahren sicher noch ein großes Thema“, so Grewe-Schwardt, die den Preis – ein Miniatur-Abbild des Kunstwerks „Tor zur Stadt“ von Werner Ratering, das seit 1995 in Rotenburg steht – den Mitarbeitern der Grewe Holding für ihre gute Arbeit widmete. „Die werden morgen überrascht sein, wir durften ja noch nichts verraten“, ließ sie durchblicken. Das Preisgeld in Höhe von 1 000 Euro soll an den Verein Simbav gehen.

Lob für Kundenbetreuung

Stefan Kalt würdigte „die Preisträgerin“ als geradlinig und konsequent in ihrem Werdegang. „Nachhaltigkeit, Erhalt und Entwicklung“ gehörten demnach – auch den Worten der Grewe Holding folgend –  zum Erfolgsrezept. Kalt lobte die intensive und persönliche Kundenbetreuung sowie das menschliche Personalmanagement.

Doch es gab erneut auch einen Sonderpreis für eine unternehmerische Herausforderung zu vergeben – das zweite Mal nach 2014, als dieser an die Cafesitobar in Rotenburg ging. „Der Sonderpreis macht die Auswahl der Preisträger nicht leichter, wie ich zunächst gedacht hatte“, so Heiko Kehrstephan, Vorsitzender des Rotenburger Wirtschaftsforums (RWF), in seiner Laudatio. Schließlich könne man trotzdem nicht alle ehren, die man gerne ehren möchte.

Sonderpreis für Marreck GmbH

In diesem Jahr geht der Preis an die Marreck GmbH. 1958 in Rotenburg gegründet, zog der Unimog-Servicepartner 1964 nach Unterstedt. Es gab jedoch nicht nur rosige Zeiten, wie Kehrstephan berichtete. Nachdem ein Teilhaber und Gesellschafter den kleinen Betrieb in die Insolvenz entlassen hatte, ging es langsam wieder bergauf. „Du hast halb Unterstedt ausgebildet“, lobte Kehrstephan Dieter Marreck. Alle 14 Mitarbeiter habe er nicht nur selbst ausgebildet, sondern sie „sind dir treu geblieben“. Auch während der Insolvenz sei niemand von Bord gegangen. „Das ist heutzutage fast ein Alleinstellungsmerkmal“, so der RWF-Vorsitzende.

Für Dieter Marreck sei die Nachricht über den Preis eine „wirkliche Überraschung“ gewesen – zumal an einem Tag, der für ihn ein ganz besonderer ist. Schließlich wurde am 19. Oktober vor 14 Jahren auch die Marreck GmbH gegründet – man sei „wieder auferstanden“, so Marreck, der sich in diesen schweren Zeiten immer auf seine Frau als „guter Geist im Hintergrund“ habe verlassen können. Erheblichen Anteil an dem neuen Erfolg habe aber auch der Steuerberater Carsten Bahr mit einem „maßgeschneiderten Finanzkonzept“ gehabt. „Wir waren dein Baby“, sagte Marreck mit Blick darauf, dass sich Bahr zu dieser Zeit selbst noch in der Ausbildung befunden hatte.

Insgesamt gingen zehn Vorschläge ein

Während es den Sonderpreis also zum zweiten Mal gab, hat sich der Wirtschaftspreis, der von der Stadt Rotenburg, dem Rotenburger Wirtschaftsforum und der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde getragen wird, in seiner fünften Auflage seit 2008 noch einmal ein wenig verändert. So war die Jury nach dem Eingang der Vorschläge in mehreren Teams ausgeströmt und habe Interviews in den Firmen geführt. „Danach haben sich richtige Fraktionen gebildet“, berichtete Sparkassen-Vorstandsmitglied Kalt. „Man war hautnah im Betrieb, hat etwas gesehen und erlebt.“ Das habe anschließend die Grundlage für die Diskussion gebildet. „Letztlich war es dann einstimmig“, so Kalt, der sich ebenso wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und Kehrstephan über die Vielzahl von Anwärtern gefreut hat –  es gingen insgesamt zehn Vorschläge ein.

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