Wetterextreme

Trockenheit ist für Bäume ein Problem

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Die Förster Kurt Sierk (l.) und Henning Küper schauen sich die Nottriebe einer Esche an, die von Pilz befallen ist. 

Rotenburg - Von Farina Witte. Der Klimawandel ist auch in den hiesigen Wäldern zu spüren. Das kann Förster Henning Küper bestätigen. Er kümmert sich um Waldgebiete im Raum Rotenburg.

„Die Trockenheit ist ein großes Problem“, sagt er. Diese Einschätzung mag angesichts des verregneten Sommers verwirren, doch auf das ganze Jahr gesehen sei diese Entwicklung zu verzeichnen. Besonders in den Frühjahrsmonaten, zur Zeit der Anpflanzungen, sei es immer häufiger zu trocken. Lange Wärmeperioden im Frühjahr hätten sich in den vergangenen 30 Jahren gehäuft. „Da muss man bei der Bepflanzung beachten, dass das auf einen zukommen kann“, meint Küper, „und dieses Jahr war es im Mai ja auch wieder so.“

Die Wechsel von einem Wetterextrem ins andere macht den Bäumen zu schaffen, so der Förster. Die Fichte sei eine der Baumarten, die besonders unter der Wasserversorgung leidet. „Sie ist dann nicht mehr so vital und anfälliger zum Beispiel für Insektenbefall“, erklärt Kurt Sierk, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Die Kiefer hingegen vertrage auch etwas trockenere Böden, auch wenn das Wachstum des Baumes beeinträchtigt werden kann.

Der Buchdrucker ist eine Borkenkäferart, die die Fichte befällt. Hat er die Rinde so stark befressen wie hier, kann sich der Baum nicht mehr erholen.

„Die Extreme in der Wasserversorgung wirken sich auf alle Baumarten aus.“ Ist der Baum dann nicht mehr so widerstandsfähig, hätten Schädlinge leichtes Spiel. Befallen Borkenkäfer dann solche geschwächten Bäume, sei die Gefahr hoch, dass der Baum sich nicht mehr gegen die Schädlinge wehren kann. „Häufig sieht man, dass der Baum noch harzt, aber nicht mehr genug, um sich vollständig zu schützen“, meint Sierk. Der Buchdrucker ist eine Borkenkäferart, die die Fichte befällt. Auch in den Waldgebieten in Küpers Zuständigkeitsbereich gibt es einige Fichten, die befallen sind und daher entfernt werden müssen. Und es gibt auch einige Eichen, deren Kronen bereits abgestorben sind – ein Zeichen für einen Schädlingsbefall.

Ein Sorgenkind unter den Bäumen sei auch die Esche. Ein Pilz hat sich ausgebreitet, sodass einige Bäume nun gefällt werden müssen. Eschen neu einzupflanzen, sei nicht angedacht. „Das hat keinen Zweck“, bedauert Küper. Zeigt ein Baum erste Anzeichen für einen Befall, können die Förster nichts mehr tun, denn behandeln lässt sich der Pilz nicht. Küpers Hoffnung ist, dass die noch nicht befallenen Bäume weiter verschont bleiben. Denn die ohnehin seltenere Baumart sei forstwirtschaftlich durchaus wichtig. „Das Holz der Esche ist sehr beliebt“, meint der Förster.

Unabhängig von den Risiken hat sich bei der Planung für die Bepflanzung nicht viel geändert. „Die Baumbepflanzung wird nach dem Boden ausgesucht“, betont Küper. In der Region Rotenburg sei die Vielfalt der Böden groß. Generell sei die Devise der Förster, möglichst Mischwälder anzulegen. „In einem Reinbestand haben es Schädlinge einfacher“, begründet Sierk. Zudem sei das Ökosystem in Mischwäldern stabiler.

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