Serie: Zehn Fragen an die sieben Bundestagsabgeordneten

„Trennung von Kirche und Staat“

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Zwar sind nicht alle Moscheen so prunkvoll wie diese in Turkmenistan, aber in vielen deutschen Städten werden sie gebaut. Das passt vielen Menschen nicht. Wir haben unsere sieben Bundestagskandidaten gefragt, ob der Islam zu Deutschland gehört.

Rotenburg - Von Jens Wieters.  Im Herbst 2015 und auch in den darauffolgenden Monaten kamen hunderttausende Flüchtlingen nach Deutschland. Viele davon Muslime. Ein Grund mehr, in unserer Frage-und-Anwort-Serie den sieben Direktkandidaten für die Bundestagswahl am Sonntag die Frage zu stellen:

Gehört der Islam zu Deutschland?

Lars Klingbeil (SPD): Ich habe viele Freunde mit muslimischem Glauben, die selbstverständlich zu Deutschland gehören wie jeder andere.

Kathrin Rösel (CDU): Der deutsche Staat verhält sich gegenüber Religionen aus guten Gründen neutral. So lange der Islam als eine Religion gelebt wird, die unsere rechtsstaatlichen Grundsätze akzeptiert, muss dieser hier auch praktiziert werden dürfen. Nicht zu Deutschland gehören können Intoleranz, Unterdrückung von Frauen und blanke Gewalt. Islamismus, der solches Verhalten propagiert, kann nicht zu Deutschland gehören und muss bekämpft werden.

Hendrik Jürgens (FDP): Die Frage, ob einzelne Religionen zu Deutschland gehören, stellt sich mir nicht. Für mich ist nur wichtig, wie die Menschen zu unserer Verfassung stehen. Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

Ellen Gause (Grüne): Laut Grundgesetz haben wir uns zur Religionsfreiheit verpflichtet. Daher sind wir anderen Religionen gegenüber tolerant, dass heißt wir dulden andere Ansichten, solange sie nicht in die Freiheit anderer Menschen eingreift. Die strikte Trennung von Staat und Kirche hat sich bewährt und muss erhalten werden. Daher stellt sich diese Frage gar nicht.

Agnes Hasenjäger (Linke): Ja, das Grundgesetz garantiert Religionsfreiheit, auch Neubürger müssen das Recht haben, „nach ihrer Fasson selig zu werden“ und daraus gleiche Rechte in der Gesellschaft abzuleiten. Uns ist allerdings die Trennung von Staat und Kirche wichtig.

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Einzelne Muslime gehören mit Sicherheit zu Deutschland. Das kann aber nicht an der Religion festgemacht werden, sondern an der Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen. Bis auf einzelne Regionen in Europa ist der Kontinent definitiv nicht islamisch geprägt. Durch verantwortungslosen Kulturrelativismus ist das christlich-jüdische Wertegerüst leider ins Wanken geraten. Dazu tragen auch Politiker der Altparteien bei. Führend sei hier Angela Merkel genannt.

Michael Stewart (AfD):  Dort, wo die islamische Kultur blüht, dort blüht Gotteslästerern die Todesstrafe durch Enthauptung, Frauen droht Gewalt und Gefangenschaft, Homosexuellen die Steinigung. Der Islam passt nicht zu einem säkularisierten, freiheitlich-demokratischen Staat. Es ergibt auch keinen Sinn! Wer in einem islamischen Staat leben möchte, der hat im arabisch-afrikanischen Raum genügend Auswahl.

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