Sie treffen den Nerv

Sozio-kulturelles Zentrum stößt zunehmend auf Interesse

Ole Asmussen (l.) und Bernd Braumüller glauben nach wie vor an das Projekt Werner-Haus. Fotos: Menker
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Ole Asmussen (l.) und Bernd Braumüller glauben nach wie vor an das Projekt Werner-Haus. 

Rotenburg – Klappt das mit dem soziokulturellen Zentrum im jetzigen Werner-Haus der Rotenburger Werke an der Lindenstraße? „Ja, natürlich“, sagt Ole Asmussen. Und Bernd Braumüller nickt sofort zustimmend mit dem Kopf. Das wirkt überzeugend, und doch wissen die beiden Vorstandsmitglieder des für dieses Projekt aus der Taufe gehobenen Vereins, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt. „Wir sind immer noch relativ am Anfang“, erklärt Braumüller.

Dennoch, so der Vereinsvorsitzende Ole Asmussen, sei in den vergangenen Wochen schon viel erreicht worden. Mittlerweile berät und begleitet Dieter Hinrichs von der Landesarbeitsgemeinschaft sozio-kulturelle Zentren die Rotenburger in ihrem Bemühen, aus dem Werner-Haus einen Ort zu machen, der gleich eine ganze Reihe von Grundsätzen Realität werden lässt, die sich der im Oktober 2019 gegründete Verein auf die Fahnen geschrieben hat. Die Förderung einer „Kultur für alle“, einer sozialen Vielfalt und gemeinschaftlicher Einrichtungen, das Erstellen und Vermieten von preiswertem Kultur-, Wohn- und Gewerberaum, das Schaffen einer Verbindung von Kultur, Wohnen und Arbeiten sowie den nachhaltigen und ökologischen Umbau, Unterhalt und Bewirtschaftung des Zentrums.

Nach außen hin sichtbar ist bislang noch nichts passiert. Ein Jahr hat der Verein mindestens Zeit, alles erforderliche auf die Schienen zu setzen, um am Ende eine Entscheidung zu treffen: Es geht um den Kauf des Hauses. Ja oder nein – das lässt sich erst sagen, wenn klar geworden ist, wie sich das Zentrum mit Leben füllen und auch finanzieren lässt. Das Projekt geht in die Millionen – allein für den Erwerb und den Umbau. Tragen soll es sich selbst auf Basis einer Genossenschaft. Das ist der Grundgedanke. Und den betonen Braumüller und Asmussen immer wieder, wenn sie davon erzählen, wo der Verein zurzeit eigentlich steht. Ganz am Anfang, vielleicht aber eben doch schon ein kleines bisschen weiter.

Aus dem Werner-Haus soll ein sozio-kulturelles Zentrum werden. Ein Verein arbeitet an dem Projekt.

Die beiden Männer sind sich sicher: „Ja, wir haben den Nerv vieler Menschen getroffen.“ Rückmeldungen gibt es reichlich von Interessenten, die sich zum Teil schon in wenigen Wochen einmieten wollten. Doch das dauert noch.

Die zurzeit elf Mitglieder des Vereins haben sich zunächst auf ein Projektmanagement verständigt, weil sie alle auf vielen verschiedenen Hochzeiten tanzen. Immerhin: Die Homepage steht und liefert eine Orientierung, die Öffentlichkeitsarbeit schreitet voran. „Es haben sich zahlreiche Gruppen, Vereine und Institutionen gemeldet, weil sie Interesse an dem Projekt haben, sie dabei sein und noch mehr wissen wollen“, sagt Asmussen.

Das Geld spielt ebenfalls eine Rolle. Es wird gebraucht, um am Werner-Haus selbst zu klären, was mit Blick auf geplante Nutzungen umbautechnisch möglich und wie teuer es ist. Ein Architekt, ein Statiker, ein Akustik-Experte und auch ein Fachmann in Sachen Brandschutz sind gefragt. Wenn klar ist, wie teuer ihre ersten Untersuchungen sind, kann sich der Verein an die Stadt wenden, um Geld abzurufen, das der Stadtrat bei seinen Haushaltsberatungen zunächst mit einem Sperrvermerk versehen hat. Man will wissen, wofür es genau gebraucht wird.

Schon jetzt bietet der Verein den Interessenten regelmäßige Führungen im Werner-Haus an, „damit sie sich einen ersten Eindruck machen können“, so Braumüller. Es gab auch schon andere Treffen zum gegenseitigen Austausch. Für den 14. März nun gibt es ein sogenanntes Netzwerktreffen von 11 bis 14 Uhr in der Bildnerischen Werkstatt an der Lindenstraße in Rotenburg. Dazu kann jeder kommen, der sich einbringen möchte. „Wir wollen in Themengruppen Brainstorming betreiben“, erklärt der Vorsitzende. Interessenten dürften ihnen gerne die Bude einrennen. Und die gibt es: Selbsthilfegruppen, Pfadfinder, Musiker – das Spektrum ist groß.

Angst, sich mit dem Vorhaben zu übernehmen, haben Braumüller und Asmussen nicht. Im Gegenteil: Sie sind zuversichtlich. Auch, weil die Rotenburger Werke und damit auch das Werner-Haus Teil des Untersuchungsgebietes für die Rotenburger Stadtentwicklungsplanung sind. Wenn alles klappt, können daraus mit Unterstützung der Städtebauförderung auch private Projekte unterstützt werden. „Deshalb sehen wir uns jetzt auch nicht mehr allein, sondern in einem größeren Zusammenhang“, unterstreicht Braumüller. Das habe eine andere Dimension.

Doch zunächst einmal gehe es darum, inhaltliche Vorgaben zu entwickeln, nach denen der Umbau erfolgen kann. Musikraum, Kinosaal – das alles muss zusammenpassen. Es gibt noch viel zu tun.

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