Tourow und Landpark Lauenbrück gewinnen erste Preise bei Landeswettbewerb

Touristische „Underdogs“ punkten mit Nachhaltigkeit

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Grund zur Freude haben Friedrich-Michael von Schiller (v.l.) und Ehefrau Katharine sowie Petra Welz, Reinhard Brünjes und Udo Fischer vom Tourow: Sie wurden vom Landesministerium mit Preisen für nachhaltige Projekte ausgezeichnet.

Lauenbrück - Gleich zwei Projekte aus dem Landkreis Rotenburg haben das niedersächsische Wirtschaftsministerium beim Landeswettbewerb „Tourismus mit Zukunft“ überzeugt. Sowohl der Touristikverband des Landkreises (Tourow) mit seinem „Tischlein deck dich“-Konzept, als auch der Landpark Lauenbrück konnten sich einen der vier ersten Preise sichern.

Die beiden Projekte entsprachen dabei ganz den Vorgaben aus Hannover. Ökologisch, nachhaltig und ein Impuls für lokale Wirtschaft und Tourismus mussten gegeben sein, um eine Förderung zu erhalten. Dabei haben sich Tourow und Landpark gegen Regionen wie die Lüneburger Heide, einige Nordseeinseln oder den Harz durchgesetzt. „Die haben, anders als wir Underdogs, alle ein ganz anderes Potenzial bei der Konzepterstellung“, sagt Tourow-Geschäftsführer Udo Fischer.

Der vor 20 Jahren gegründete Touristikverband hatte bereits in der Vergangenheit mit den Melkhüs, dem Ausbau und der Vernetzung der Radwege und zuletzt mit den Nordpfaden den Landkreis in den touristischen Fokus gerückt. „Bis heute stehen wir vor der Herausforderung, uns als Marke zu etablieren“, so Tourow-Vorsitzender Reinhard Brünjes, „zumal wir durch das Raster des klassischen Tourismus fallen.“

Mittlerweile habe sich der Landkreis vor allem als Wanderregion mit 358 Kilometern zertifizierter Wanderwege einen Namen gemacht. „Was fehlt“, so Fischer, „ist an vielen Wegen Gastronomie.“ Dort soll das mit einem Sonderpreis und 15000 Euro dotierte Konzept „Tischlein deck dich“ Abhilfe schaffen. An landschaftlich günstig gelegenen Stellen sollen Rastmöglichkeiten geschaffen werden, die einheimische Gastronomen bewirtschaften. Auf diese Idee sei man gemeinsam mit dem Wachtelhof gekommen, der die Nordpfade seit einiger Zeit für geführte Gästewanderungen nutzt.

Der konkrete Auftrag aus der Förderung: Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll ein erster Rastplatz realisiert werden, der mit Veterinäramt, und Naturschutzbehörden abgestimmt wird und auch von Einheimischen, etwa für Geburtstagspicknicks oder Kulturerlebnisse nutzbar sein soll. Über die Website des Tourow, Facebook und eine spezielle App können Wanderer im Voraus zwischen Picknicks unterschiedlicher Gastronomen wählen, „von rustikal bis gediegen“. Dabei werde auf regionale Zutaten geachtet. Fischer: „Pizza wird da nicht geliefert!“

Ein ähnliches Konzept verfolgt der Landpark Lauenbrück mit dem Projekt „LandFrüchte“. Dort sollen schon ab dem kommenden Sommer Kindergartengruppen unter Anleitung Gemüse pflanzen und zubereiten, Familien unter freiem Himmel Obst einkochen, bevor sie sich zum Schlafen ins Baumhaus zurückziehen. Diese Idee und der Ausbau des Landparks zum Kompetenzzentrum für Ernährungsbildung war der Jury einen mit 25000 Euro dotierten ersten Preis wert.

„Soziale und ökologische Aspekte, bereits heute vorbildlich in der Konzeption des Landparks verankert, bilden das Alleinstellungsmerkmal gegenüber herkömmlichen Tierparks“, so die Jury. Denn nicht nur ökologische Aspekte waren ausschlaggebend, sondern auch wirtschaftliche: „Dort geht es nicht nur um Kräuterpfade, sondern auch um Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze“, so Landpark-Vorstand Friedrich-Michael von Schiller.

hey

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