Empfänger radeln von Bremen nach Stendal

Transdia-Radtour macht Halt in Rotenburg und wirbt für Organspenden

Die 28 Teilnehmer der „Radtour pro Organspende“ haben am Samstag die erste Etappe von Bremen nach Stendal geschafft und steuerten das Rotenburger Agaplesion Diakonieklinikum an, um Danke zu sagen. - Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Schon eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit erreichten die 28 Teilnehmer der zwölften Transdia-Radtour am Samstag gegen 17 Uhr den Kreisel vor dem Rotenburger Diakonieklinikum.

Die Radler in den rot-weißen Trikots hatten alle ohne Komplikationen das erste Etappenziel auf dem Weg von Bremen nach Stendal erreicht. Was die fünf Damen und 23 Herren gemein haben: Sie sind Menschen, die seit mehreren Jahren mit einem Herz-, Leber-, Lungen- oder Nierentransplantat leben.

Allen voran der sogenannten „Radtour pro Organspende“ fährt Bernd Hilpert vom Verein Transdia-Sport Deutschland. Er hat die mehrtägige Fahrt, die am kommenden Samstag in Stendal enden soll, organisiert. „Wir wollen mit der Aktion auf den Organmangel in Deutschland aufmerksam machen und uns gleichzeitig öffentlich bei den Spendern und deren Angehörige bedanken“, erklärt er den Grund, warum seit 2007 jährlich eine solche Tour durch Deutschland durchgeführt wird.

Ziel sei es, Menschen zu ermutigen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sich eine Meinung zu bilden und diese auf einem Organspendeausweis festzuhalten. Damit solle letztlich eine höhere Anzahl an Spendern erreicht werden. „Jeden Tag sterben in Deutschland durchschnittlich drei Menschen, die auf einer Warteliste für ein Spender-Organ stehen“, stellt Hilpert fest.

„Wir Transplantierte wollen aber auch zeigen, was wir körperlich leisten können“, so der Tourleiter. Vielen „normalen“ Menschen sei gar nicht bewusst, welche Steigerung der Lebensqualität und der körperlichen Fitness der Empfänger eines Organs erfährt.

Teilnehmerin Andrea-Maria Epking mit dem Leiter der Intensivstation Carsten Schreiber (Mitte) und Tour-Organisator Bernd Hilpert.

Auf dem Weg von Bremen nach Stendal über Rotenburg, Hamburg, Bad Oldeslohe, Lübeck, Schwerin, Banzkow, Crivitz, Parchim, Plau am See, Waren, Pritzwalk, Perleberg, Wittenberge und Seehausen besuchen die Radler auch einige sogenannte Entnahmekrankenhäuser, um ihnen den Erfolg ihrer Arbeit vor Augen zu führen. Hilpert: „Ohne deren Engagement kommt am Ende kaum eine Organspende zustande“.

Er selbst hat vor sieben Jahren eine Spenderniere bekommen. „Ich kann das Glücksgefühl nach der erfolgreichen Operation gar nicht mit Worten beschreiben. Ich habe ein neues Leben geschenkt bekommen“, sagt er und wischt sich einige Tränen von der Wange. In einem Gespräch mit dem Leitenden Oberarzt der Intensivstation und Transplantationsbeauftragten des Diako, Carsten Schreiber, der die Teilnehmer im Restaurant „Aira“ begrüßt, beschreibt er seine Aufgaben. So kümmert der Mediziner sich unter anderem um die Belange der Organspender sowie deren Familienangehörigen und sorgt dafür, dass das Thema im Klinikalltag nicht in den Hintergrund gerät.

Das Transplantationsgesetz schreibe zwei Bedingungen für eine postmortale Entnahme von Organen vor. Zum einen muss der Tod des Menschen durch Nachweis des irreversiblen Ausfalls der Gesamtfunktion des Groß- sowie Kleinhirns und Hirnstamms feststehen, zum anderen muss eine Einwilligung zur Organspende vorliegen. „In Rotenburg werden jährlich rund drei Organentnahmen vorgenommen“, erklärt Schreiber. Dabei sei die Logistik des Organtransports eine anspruchsvolle Aufgabe, denn oftmals würden große Distanzen zwischen Spender und Empfänger liegen. Oberstes Ziel sei es, die Zeit, in der die Organe nicht durchblutet werden, sehr kurz zu halten.

Weitere Hintergrundinformation zur Spende sind im Internet erhältlich.

www.dso.de

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