Kreis hat K 102 untersuchen lassen und prüft Möglichkeiten

Der Torf macht es teurer

Einige Moorstraßen im Landkreis sind in keinem guten Zustand. Langfristig müssen sie wohl aufwendiger saniert werden. Foto: Schmidt

Rotenburg - Von Farina Witte. Einige Moorstraßen im Landkreis Rotenburg, besonders im Nordkreis, sind in einem schlechten Zustand. Gerade die trockenen Sommer haben ihnen zugesetzt, aber auch der Schwerlastverkehr. Das hat Jens Schmitz von der Ingenieursgesellschaft Beuße aus Tostedt am Beispiel der K102 zwischen Gnarrenburg und Bremervörde verdeutlicht. Dort hat das Unternehmen die Straße untersucht. Schmitz hat während der Sitzung des Ausschusses für Hoch- und Tiefbau im Rotenburger Kreishaus mögliche Maßnahmen zum Neubau der Straße vorgestellt. Den Ausschussmitgliedern hat er verdeutlicht, dass die Straßen in moorigen Bereichen aufwendiger zu bauen sind. Denn der Untergrund macht die Angelegenheit so schwierig.

„Der Torfuntergrund ist sehr nass“, erklärt Schmitz die Situation, die sich bei der Untersuchung der K102 ergeben habe. Deshalb sei keine Tragfähigkeit gegeben. Der Aufbau bleibe auch noch nach Jahren empfindlich. Gerade Schwerlastverkehr, vor allem durch landwirtschaftliche Fahrzeuge, die die K 102 häufig frequentieren, wirke sich auf die Straße aus. Für die nicht vorhandene Tragfährigkeit hat Schmitz einen Vergleich gefunden: „Stellen Sie sich einen Becher Joghurt vor, bei dem sie oben einen Löffel draufdrücken, ungefähr so tragfähig ist der Torf.“ Die Untersuchung der K102, unter anderem mit Bohrproben, habe ergeben, dass der weiche Untergrund Spuren beim Aufbau hinterlassen hat. Viele Abrisse, Risse und Spurrillen zeigen sich auf der Oberfläche. Es gibt eine Vielzahl von Flickstellen, und auch in der Tiefe gibt es mehrere Aufbauten. Eine so besondere Situation erfordere besondere Maßnahmen, betonte Schmitz, nachdem er dem Ausschuss verschiedene Optionen präsentiert hatte.

Es gebe nur eine begrenzte Zahl an Maßnahmen, die in einem solchen Fall möglich sind. Einige fielen wohl eher raus, weil sie sehr aufwendig sind. Darunter ein Bodenaustausch, bei dem der Torf anschließend entsorgt werden müsste. Besonders aufwendig wäre es auch, würde man Säulen zur Verteilung des Drucks von oben in den Boden einlassen. Denn davon bräuchte man viele. Die Nutzung von Leichtbaustoffen falle raus, weil der Untergrund dafür zu nass ist. Für machbar hielt Schmitz aber, auf diesen Straßen mit sogenannten schwimmenden Gründungspolstern zu arbeiten. Dabei werde ein mehrlagiger Gitteraufbau aus Kunststoff auf den Torf gelegt. „Das vergleichmäßigt die Setzungen, verhindert sie aber auch nicht gänzlich“ Vorteil sei, dass man nicht allzu tief bauen müsste und die Maßnahme relativ zügig umsetzbar wäre, was er mit einem aktuell laufenden Beispiel aus dem Landkreis Stade verdeutlichte.

Auf Ulrich Thiarts (Grüne) Frage nach den Kosten konnte Schmitz aber noch keine konkreten Angaben machen. Dafür müsse man zunächst in die Vorplanungen gehen. Aber, und dass muss in dem Fall klar sein, so Schmitz, „der Kostenrahmen liegt über dem einer normalen Straße.“ Der Landkreis Stade habe pro Kilometer 1,5 Millionen Euro bezahlt, gab Straßenbauamtsleiterin Frauke Bargmann einen Einblick in den Erfahrungsaustausch mit dem Nachbarlandkreis.

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