Torben und Julia Sass betreiben die kleinste Brauerei der Region

„Burzel-Bräu“ aus der Tarmstedter Garage

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Julia und Torben Sass sind stolz auf ihr „Burzel-Bräu“.

Rotenburg - Von Jessie Matten. Mild, vollmundig, leicht süßlich bis karamellig – so ungefähr müsse man es sich vorstellen, sagt Torben Sass. Das sei sein „Burzel Bräu“, hergestellt in neun Arbeitsschritten in einer Tarmstedter Garage. „Die kleinste Brauerei Deutschlands“, witzelt Torben Sass gerne.

Der 39-jährige Sass hatte in der zehnten Klasse ein Praktikum bei „Beck‘s“ in Bremen absolviert. Dort gefiel es ihm so gut, dass er eine Lehre zum Brauer und Mälzer anfing. Das ging dem Tarmstedter noch nicht weit genug, er wollte noch mehr wissen und studierte daraufhin Brauwesen und Getränketechnologie in Weihenstephan.

Nach seinem Studium fing der junge Sass in einem Vertrieb für Getränketechnologie an, wo er noch heute tätig ist. „Es juckte mir dann einfach in den Händen. Du redest mit Kunden über Bier und willst dann unbedingt selber damit tätig sein“, erklärt er. Vor sieben Jahren begann Torben Sass dann in der Garage seiner früheren Mietwohnung selber Bier zu brauen. Am Anfang nur für Freunde und sich selbst. Vor vier Jahren bezogen er und seine Frau Julia ihr eigenes Haus. „Ich schlug Julia vor, anzubauen und dort unsere eigene private kleine Bierbrauerei einzurichten“, erklärt Torben Sass. Die 31-Jährige war einverstanden, und nun steht das Ehepaar jedes Wochenende zusammen in der eigenen, kleinen Brauerei und genießt das gemeinsame Hobby.

Mit etwa hundert Liter selbstgebrautem Bier fing alles an, nun sind es jeden Monat gut 500 Liter. Seit 2013 ist die Brauerei offiziell angemeldet. Doch um diese Menge überhaupt erst einmal zu schaffen, musste ein spezielles Sudwerk gebaut werden. Hinein kommen dann Malz, Hopfen und andere Zutaten, aus denen das Ehepaar Sass ihr eigenes, naturtrübes Bier zaubert. Aber das braucht seine Zeit und viel Geduld. „Es dauert zehn bis zwölf Stunden“ sagt der Tarmstedter. Ständig muss aufgepasst werden, ob die richtige Temperatur erreicht wurde. Außerdem beträgt die Gärungszeit einige Wochen, damit das Bier eine eigene Note bekommt. Zurück bleibt bei der Produktion der Biertreber, der als Kraftfutter in der Landwirtschaft verfüttert wird.

„Ich fand sein Hobby am Anfang erst total uninteressant. Doch dann hat es sich zu unserem gemeinsamen Hobby entwickelt“, schwärmt Julia Sass, die beruflich als chemische Assistentin tätig ist. Sie hätte vorher nie gedacht, dass man aus wenigen Zutaten so viele verschiedene Geschmackssorten kreieren kann. Der Name des Bieres besitzt seine eigene Geschichte. Seit Torben Sass denken kann, nannte ihn sein Vater immer beim Kosenamen Burzel. „Als ich früher in der alten Garage Bier braute und die Nachbarn vorbeigingen, sagten sie immer ‚Es wird wieder Burzel Bräu gebraut‘“, erklärt der junge Tarmstedter. Mit Hilfe seines Bruders, von Beruf Mediengestalter, kamen sie zu dem Entschluss, dem Bier diesen Namen zu geben. Das „Burzel Bräu“ sollte sich auch von anderen Biersorten abheben. Daher entschied sich das Ehepaar für eine originelle Flaschensorte: eine Ein-Liter-Flasche. Der Bruder entwickelte das besondere Etikett: einen dünnen jungen Mann mit einem Glas Bier in der Hand. Dieser soll den „Burzel“ darstellen. „Spargeldürr, fiel mir gleich ein, als ich das Bild sah. Aber mein Bruder meinte, wenn Burzel dick sei, dann würde man denken, dass Bier dick mache und das stimmt ja wirklich nicht“, erklärt Torben Sass. Heute ziert der dünne Burzel nicht nur Flaschen, sondern auch Gläser. Mittlerweile hat das Paar Sass zwei Abnehmer: den Hol-Ab-Laden in Tarmstedt und Meyerdierks Hofladen inLilienthal.

So viel Erfolg das „Burzel Bräu“ auch hat, für das Ehepaar Sass soll das Bierbrauen ein Hobby bleiben. Trotzdem wollen sie in Zukunft noch weitere Biersorten kreieren. Ein Bockbier und ein Weizen sind in Planung. Daher wird fleißig an neuen Rezepturen gearbeitet – immer auf der Suche nach dem perfekten Geschmack. Sass: „Man hat ein gutes Bier entdeckt, wenn es anregt, noch mehr von diesem zu trinken.“

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